Die Sinnlosigkeit von Gurtschneidern...

Die Regelungen über verbotene Gegenstände gelten bekanntlich nicht für dienstlich gelieferte Ausrüstungsgegenstände von Bundeswehr und Vollzugsbehörden. Fazit:
Bundeswehrversionen sind nicht von Eickhorn und können Klingenlängen von mehr als 8,5 cm aufweisen.
Auf dem deutschen Markt bis Ende März 2003 noch erlaubte Versionen sind von Eickhorn und haben 8,5 cm Klingenlänge.
 

luftauge

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Jo HankEr, hast ja recht - hier ist das Teil, von dem ich sprach:
Ist ein absoluter Pfennigartikel, hervorragend geeignet, um Hosenbeine aufzutrennen, um Verbände anzulegen, IMO alles andere als ein sinnloser Gurtschneider:
Es gibt noch kleinere Ausführungen dieses Messers, das eigentlich ein Paketschneider /-öffner sein soll.
Das Bild hab ich auf die Schnelle gemacht, darum auch nur mässige Qualität ;) .
 

Moonlight

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HankEr, auch auf die Gefahr dass es dir nicht gefällt. Das Bw-Fallmesser ist zwar bzw. wird ein verbotener Gegenstand. Ein "Kampfmesser" ist es allerdings nicht. Selbst wenn es einen "Schlagdorn" hat (der in Wirklichkeit aber nur ein Instrument zum Entwirren von Fallschirmleinen sein solle). Das Bw-Fallmesser ist von seinem ganzen Wesen her ein GURTSCHNEIDER, auch wenn es auf den ersten Blick wie ein Messer aussieht. Zum mehr ist es aber auch nicht zu gebrauchen.
Sgian, möglichweise stellt Eickhorn überhaupt nichts her, sondern baut nur Zulieferteile, möglicherweise kombiniert mit eigenen Parts zusammen.

Moonlight
 

Aleena

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Hi Leute,

meine Erfahrungen mit Gurten und Gurtbändern ist luftauge ähnlich.
Entweder die Gurte liegen eng an und stehen unter Spannung, dann hilft das Plsticding gut und ist ungefährlich. Oder der Gurt ist lose, dann braucht man eine Schere. "Richtiges" Messer ist in jedem Fall zweite Wahl.:hmpf:
 

Moonlight

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Aleena, genau deswegen wurde das Police von Spyderco so konzipiert wie es ist. Wenn die Klinge mit ihrem geraden Rücken richtig aufgesetzt wird, dann schiebt sie sich unter den Gurt. Ihr solltet es mal auf der Tischplatte testen. Und deswegen halt auch Serrated. Das was ich in diesem Forum zu diesem Messer so gelesen habe (Police = zum Durchstechen von Schutzwesten) ist barer Unsinn (Klinge zu fragil). Das Police ist natürlich nichts für Fallschrimspringer, aber zum Durchtrennen von Autosicherheitsgurten schlichtweg optimal.

Moonlight
 
Zuletzt bearbeitet:

Aleena

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Hi Moonlight,

dem Bild nach kann ich mir das Police für mich nicht so gut vorstellen.:rolleyes: Als jemand der kein Rettungsanitäter oder Feuerwehrman ist, denke ich primär an meine eigenen Gurte.:hmpf: So richtig mulmig ist mir beim Trainig mit dem Fallschirm geworden und von da hab ich auch meine Erfahrungen. Diese Gurte sitzen nur richtig wenn sie fast schon zu eng sind.:haemisch: Das was damals richtig für die Fallschirmgurte war, würde ich mir auch ins Auto legen. Nämlich was, was sich blind und in Panik auch noch benutzen läßt und vor allem allein.:super:
 

Tobse

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Zu den Fallschirm-Kappmessern muß man vielleicht noch hinzufügen, daß sie nicht primär als Gurtschneidemesser gedacht sind, sondern zum Durchtrennen von Fangleinen :
Beim militärischen Massenabsprung mit Rundkappenschirmen (a la 'Die Brücke von Arnheim')
lassen sich Baumlandungen nicht vermeiden, und hier kann ein Messer unumgänglich sein, um sich von verhedderten Leinen (bei militärischen Schirmen tatsächlich noch Paracord-Leinen, die zivilen Flächengleiter haben in der Regel wesentlich dünnere, sog. Microlines aus Spectra oder anderen Superfasern) freizuschneiden - das eigentliche Gurtzeug ist heutzutage aus
Corduramaterial und die Gurte wesentlich dicker als ein Auto-Sicherheitsgurt, selbst mit einem Wellenschliff-Spyderco säbelt man daran vermutlich sehr lange herum, viel einfacher ist es, die Gurtschlösser zu öffnen bzw. die Haupttragegurte des Schirms mit den Trennschlössern vom Gurtzeug zu trennen.
Beim zivilen Springen landet man dank steuerbarem Schirm in der Regel nicht in Baumkronen, und wenn doch, so ist es wesentlich sinnvoller auf die Kollegen mit der Leiter zu warten als an Schirm und Gurtzeug herumzusäbeln, besonders wenn es das eigene, teuer erkaufte ist. Kappmesser sind hier m.E. vor allem dann sinnvoll, wenn man Formationen am offenen Schirm fliegt (sogenanntes CRW- canopy relative work). Wenn sich hier nach einem Steuerfehler zwei Kappen ineinander verwickeln und eindrehen, müssen die beteiligten Springer die Hauptkappen abtrennen (hierfür hat jeder zivile Schirm ein Trennsystem, das mit einer Hand schnell bedienbar ist) und die Reservekappen öffnen. Wenn es hier Verwicklungen mit Fangleinen gibt, braucht man entweder sehr schnell ein Messer, das die Leinen zuverlässig durchtrennt, oder man braucht
nie mehr ein Messer....
Munter bleiben,
Tobse!
 

luftauge

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Dann bleibt auch noch die Frage, ob ein Klappmesser überhaupt im Verletzungsfall noch zu öffnen ist, und ob man es ganz schnell und vor allem ohne Akrobatik greifen kann.

Diese Chipkarten-Cutter passen sogar ins Portemonnaie, in die Hemdtasche oder um den Hals, ohne dass grössere Verletzungsgefahr bestehen dürfte, extrem dünn, leicht und für einmaligen Gebrauch reichen sie allemal !

Die Gründe, die Tobse genannt hat, sind mir auch genannt worden, zusätzlich noch, dass "richtige" Messer nicht mehr an Sprungschüler ausgegeben werden, damit sich die Kandidaten nicht in Panik selbst verletzen !

Selbst erfahrene, lizensierte Springer benutzen (führen) diese billigen Cutter am Gurtzeug, weil es kein erheblicher Verlust ist, wenn er mal verloren geht, vor Allem platz- und gewichtsparend = einfach unterzubringen und leicht zugänglich muss er sein.

Gruß Andreas
 

luftauge

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Mahlzeit Filo,

Das Teil auf dem Foto stammt aus einem Fliegennetz-Set von Tesa, zum Schneiden der Gaze und der Klettbefestigungen,
man kann sie aber auch (räusper) im Baumarkt finden, meist in 10er Sets von Cuttern und sonstigen Einwegmessern,
oder eben als Paket-/-bandöffner im Büroartikelzubehör, wenn es etwas besser ausgeführt sein sollte.
Preiswert (ausnahmsweise mal: billig) sind sie allemal, und die Schärfe von Cutterklingen hat wohl jeder schon mal leidvoll kennengelernt ;)

Gruß Andreas