welcher Stahl für Machete?

-flä-

Mitglied
hallo!

ein bekannter von mir möchte das ich ihm eine machete bastle..
welcher stahl wäre dafür am ehesten geeignet?
das gute stück wird sicherlich einiges wegstecken müssen,also nicht nur "grünes schnittgut" auch mal einen dickeren ast sollte sie gut wegstecken können.
halbwegs rostresistent sollte sie wenn möglich auch sein...könnte mir gut vorstellen,das sie auch mal ne nacht im regen verbringen wird.
hab mir eine klingenlänge von ca. 40 cm vorgestellt und eine materialstärke von ~4mm.
wäre dankbar für verwertbare vorschläge,da ich noch neu in der materie bin und mich noch nicht ganz so gut im stahldschungel auskenne!:)

danke im voraus

viele grüße sebastian
 

Xerxes

Mitglied
AW: welcher stahl für machete?

Also, als erstes möchte ich dich auf die Suchfunktion im Forum hinweisen. Du solltest dich ertmal gründlich in die Tematik Stähle und Wärmebehandlung einlesen.

Das Problem bei deiner Frage wird nämlich folgendes sein. Trotz deiner konkreten Frage, wird es kaum möglich sein, eine konkrete Antwort darauf zu geben. Denn es gibt nicht den oder die (paar) Stähle, die für den Einsatz geeignet sind. Viele Wege führen hier nach Rom und ob sich ein Stahl für eine Machete eignet, kommt entscheident auf die richtige Wärmebehandlung an...

Ich persönlich würde dir von einem rostfreien bzw. rostträgen Stahl abraten, da diese wesendlich weniger zäh und flexibel sind als unlegierte oder niedriglegierte Kohlenstoffstähle. Konkret würde ich dir daher einen c70 bis c85 empfehlen. Aber wie gesagt, andere würden dir mit Sicherheit auch was anderes empfehlen. Außerdem kannst du auch diese relativ einfach zu handhabenden Stähle mit einer falschen WB ruinieren und zu einer echten Gefahr für deinen Kumpel machen...

Ich hab vor kurzem diese hier gemacht aus 1.2842. Wie gesagt, mit einer entsprechenden WB geht auch das ohne Probleme...

Gruß Jannis
 

Kay

Mitglied
AW: welcher stahl für machete?

hab mir eine klingenlänge von ca. 40 cm vorgestellt und eine materialstärke von ~4mm.

Das wird ein mächtiges Geschoss werde:haemisch: Einfache Arbeits-Macheten von Tramontina eine Stärke haben die ~2mm Beträgt...

Ich habe meine Ballig mit einem Tellerschleifer welchen ich auf meiner Bohrmaschiene hatte auf Rasurschärfe ausgeschliffen...damit haben wir nun 4-5 Abende trockenes Feuerholz bearbeitet...

Rasieren tat sie nach dem 2. Abend schon nicht mehr...aber Scharf ist sie immer noch:hehe:

Wenn du es dir nur als Projekt machen möchtest ein großes Messer zu bauen welches auch Funktionsfähoig ist, hast du meinen Segen...

Aber als Arbeitsgerät, würde ich für mich schwarz sehen und mir eine 18" Tramontina bei Wolfster bestellen für 15€. Diese dann auf meine Hand hin anpassen.

MFG

Kay
 

Bummi

Mitglied
Hallo Sebastian,
schließe mich den Vorrednern an, ein einfacher Kohlenstoffstahl
ist hier angebracht.
Habe mir eine Machete aus CK 67 vor 30 Jahren gebaut, existiert immer noch,trotz massiver beanspruchung , z.B. Holzbeton Stücken die
Ecken abgeschlagen u. ä.
Etwas in der Art von C45 bis C70, legiert alte Autofedern ,die sind auf Zähigkeit ausgelegt.
Hoch mit Chrom legierte Stähle -zwecks Rostminimierung - sind nicht so
prickelnd ,weil spröde
tschüss fritz
 

-flä-

Mitglied
hallo!

erst mal danke für eure antworten.
habe jetzt mal 1.1730 ( C45W ) geordert...der muss jetzt nur noch ankommen und es kann los gehen.:p
die wärmebehandlung werde ich machen lassen müssen,da mit die nötigen mittel dafür nicht zur verfügung stehen.


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grüße -flä-...
 

-flä-

Mitglied
hallo!

die machete nimmt jetzt langsam gestalt an und soll demnächst zum härten.
der C45W (1.1730) ist auf 57HRC maximal härtbar.
ist dieser wert für die ganze machete in bezug auf härte und zähigkeit in ordnung oder sollte der rücken doch weicher angelassen werden und nur die schneide bei 57HRC bleiben?
falls ja,welcher härte wert sollte dann beim rest der machete eingestellt werden?
hier mal ein bild von dem teil:

dl.php


die klingenlänge beläuft sich auf ca.40cm,materialstärke 4mm und höhe 5cm.

wäre für tips bezüglich der richtigen und sinnvollen wärmebehandlung dankbar!

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vg -flä-
 

Bummi

Mitglied
Hallo Messerfreund,
bei so einem Mordstrumm den Klingenrücken weicher als die Schneide einzustellen ist fast unmöglich - oder sagen wir - mal der Aufwand ist unverhältnismäßig hoch.
Also lass das Ganze wie es ist, wenn du mit über 55HRC primär rauskommst,
was einen sehr guten Wert bei C45 darstellt, dann würde ich einfach mit 280°C anlassen, das gibt dann was um die 50 HRC ,ausreichend für eine Machete und zäh genug , um sie nicht beim ersten Schlag an einen Stein o.ä. zerbrechen zu lassen.
Meine Machete aus Ck 67 ist 30 Jahre alt und hat etwa 48 bis 50 HRC,
unkaputtbar!!!!
Wenn du es genauer wissen willst schick mir eine Mail, dann schick ich dir die Anlasskurve von C 45.
tschüss fritz
 

-flä-

Mitglied
hallo bummi...

und mal wieder ein dickes dankeschön an dich-genau diese infos habe ich gesucht.:super:

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vg sebastian
 

Erka

Mitglied
Für eine konkrete Alternativ-Empfehlung (differentielles Anlassen?) fühle ich mich nicht berufen, da ich keine eigenen Erfahrungswerte mit C45 habe (vermutlich wird er bei einer Klinge nach dem Härten eh mehr als 57 HRc haben).
Zur Empfehlung, bei 280° anzulassen, will ich jedoch noch auf die Blausprödigkeit hinweisen, die in diesem Bereich einen besonders starken Zähigkeitsabfall zur Folge hat.

Grüße
Rainer
 

Bummi

Mitglied
Hallo Erka,
Blausprödigkeit ist in Härtereikreisen umstritten (ich ahlte sie für nicht
bewiesen , gibt keine wissenschaftliche Arbeit darüber )
Außerdem beginht dieser Bereich erst ab 300°C bis etwa 320°C.
Wir härten jeden Tag Werkzeuge bei 280°C , sie halten und sind nicht versprödet.
tschüss fritz
 

Erka

Mitglied
Fritz, ich hätte wohl besser geschrieben: ...einen besonders starken Zähigkeitsabfall zur Folge HABEN SOLL.
Offensichtlich hast du mehr praktische Erfahrung damit, ich habe bisher einfach versucht diesen Bereich zu vermeiden. Nicht zuletzt aufgrund von Beiträgen wie diesem von U. Gerfin. Darin sind auch Schaubilder aus Haufe und Rapatz genannt, die eine solchen Zähigkeitsabfall zeigen. Allerdings ist auch der "Izod-Schlagversuch mit ungekerbter Probe" genannt, bei dem mit zunehmender Anlasstemperatur die Zähigkeit unbeirrt steigt...

Falls Achim hier nochmal reinschaut:
Du hattest auch den 80CrV2 genannt. Wie würdest du diesen Stahl denn für ein Haumesser wärmebehandeln, insbesondere wie hoch anlassen?

Grüße
Rainer