Wann Serienmesser mit CPM 420V (S90V) oder S30V?

Guido

Mitglied
Hallo,

ich möchte folgende Frage an die Herren bei Böker oder sonstigen Herstellern richten:

Ab wann ist mit den ersten Serienmessern aus CPM 420V sprich S90V oder sogar S30V zu rechnen?

Und von welchem Hersteller werden diese Stähle zu erst verarbeitet werden. Wird Böker der erste sein oder Spyderco oder noch ein anderer.

Mit der Verarbeitung dieser Stähle dürfte es meiner Meinung nach keine Probleme geben, da CPM 440V schon von einigen Serienmesserherstellern verwendet wird und die oben genannten Stähle ähnliche Eigenschaften haben dürften.

Ich glaube Serienmesser zum angemessen Preis mit diesen Stählen dürften durch aus das Zeug zum Bestseller haben, wenn man sich an bewährte Designs orientiert wie Spyderco Military, BM 710 oder BÖKER Tactical Liner.

Was meinen die Herren von Böker und den anderen Herstellern dazu?

Wie ist die Meinung von euch anderen im Forum zu diesem Thema?


Munter bleiben

Guido
 

Guido

Mitglied
welches Modell von Microtech

@Andreas:
Ich habe mal auf der Homepage von Microtech nachgesehen, aber kein Model mit S30V gefunden.

Welches ist es den?


Gruß

Guido
 

micknives

Mitglied
wird für böker etc. vieleicht zu teuer in der produktion. der stahl
ist selbst für böker u. konsorten auch nicht gerade billig. die wollen
natürlich auch eine vernünftige marge erziehlen. ist mit diesem stahl
vielleicht nicht drin. Verarbeitungskosten wären bestimmt zu hoch.(sehr kurze standzeiten bzw.hoher werkzeugverschleiß gegenüber aus8, g10,ats34)
 
S30V bei MT:

Marlin fillet knive
LCC 2002

S90V bei MT:

tactical SOCOM Elite

Reeve war tatsächlich der erste serienhersteller der S30V eingesetzt hat und war, so weit ich informiert bin, maßgeblich an der entwicklung des neuen stahls beteiligt.

customs und semicustoms (z.b. Simonich´s Raven) kommen auch immer häufiger in S30V und es ist wohl nur eine frage der zeit, bis sich der stahl durchsetzt...
 

freagle

Mitglied
HeinrBoker hat hier schon mal was zu Bearbeitungsproblemen über cpm 440 geschrieben, da gab es wohl bei der maschinellen Serienbearbeitung zu erheblichen Problemen.

freagle
 

HeinrBoker

Moderator Forum Böker und CRKT
420 V bzw. S90V

Wir haben uns mit diesem Thema eingehend beschäftigt. Crucible, der Hersteller dieses Materials, gibt im Vergleich zum 440 V folgende Legierungsbestandteile an:
                        C        Cr   V    Mo
440 V (S60V)   2,15   17   5,5   0,4
420 V (S90V)   2,35   14  9,0   1,0

Der Vorteil des 420V soll danach ein besseres Korrosionsverhalten und eine höhere Verschleiß-Festigkeit aufweisen. Die Verteilung der Chrom-Karbide dank des höheren Vanadium-Gehaltes ist feiner im Gefüge verteilt.

Allerdings, und hier zitiere ich:
The higher Vanadium content results in a little more difficult machining and grinding for the 420V
... und da liegt der Hase im Pfeffer. Wir haben fast 6 Monate intensiv daran gearbeitet, den CPM 440V über unsere modernen Schleifautomaten zu bearbeiten. Es war in erster Linie eine Frage der richtigen Schleifstein-Substanz. Wenn uns jetzt einer verspricht, daß sich ein Alternativ-Material noch schlechter schleifen lässt, ist das für uns keine Ermutigung zuzugreifen.

Weiterhin haben wir uns, zumindest zunächst, gegen den S90V entschieden, da seine Korrosions-Beständigkeit evtl. etwas besser ist als beim 440 V (S60V), aber dennoch bei 2,35 % C nicht toll sein kann. Wir lassen also hier anderen den Vortritt.

Kurz zum S30V
Er ist für uns ein Kompromiss für diejenigen Anwender, die wegen der
schwierigen Bearbeitung vor dem S60V und S90V zurückschrecken. Da wir jedoch den S60V im Griff haben, sollten wir uns nicht mit niedriger legierten Stählen begnügen.

Herzliche Grüße

E. W. Felix-Dalichow
 

micknives

Mitglied
a little more difficult machining and grinding for the 420V
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ist noch geschmeichelt;-)

gruß

micknives