Schärfen

Seb

Mitglied
Noch ein paar Fragen zum Schärfen.

Der Sharpmaker kann nur in den vorgegebenen Winkeln verwendet werden?

japanische Wassersteine: haben die natürlichen den synthtischen irgendetwas voraus (abgesehen von dem "sinnlichen Erlebnis", da bin ich weniger scharf drauf (tolles Wortspiel, was
biggrin.gif
))

was geht schneller? freehand oder system

wenn man die schneide poliert haben will, sollte man sich dann langsam durch alle Körnungen hocharbeiten, oder kann man gleich von 800 auf 8000 gehen?

und letztlich: lässt sich schärfen halbwegs in trial&error lernen, oder sollte man sich das unbedingt zeigen lassen.

Seb
 

Andreas

Mitglied
Also die Geschwindgkeit, wie schnell also eine Klinge geschärft ist, hängt IMHO nicht von der "Schleifart" Freihand oder Hilfssystem ab. Da sind der Stahl der Klinge und das Schleifmedium/die Körnung des Mediums eher die bestimmenden Faktoren.
Um das Schleifen wird viel zu viel Mystik gemacht. Das wichtigste ist, dass genau der GLEICHE Winkel beim Schleifen eingehalten wird. Das geht natürlich mit einem System wie dem Sharpmaker erheblich einfacher, aber was ist, wenn man den nicht dabei hat?
Der Winkel in dem man schleift ist nicht ganz so wichtig, ob die Schneide 30° oder 28,5° besitzt (15° oder 14,5° je geschliffener Seite), verändert die Schärfe nicht enorm. Der Unterschied von 10° oder weniger zu 40° oder mehr (5° oder 20° je geschliffener Seite), mag dann schon eher zu unterschiedlicher Schärfe führen. Diesen Unterschied bekommt man aber freihand mit ein bißchen Übung hin.
Ich habe mir das Freihand-Schleifen einmal zeigen lassen und dann angefangen selbst zu üben. Erst mit den "einfachen" Küchenmessern und dann nach dem sich einstellenden Erfolg eben auch andere Messer. Wichtig: Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.
Wenn Du die Klinge polieren möchtest ist die feinere Abstufung der Körnungen effektiver.
Wenn Du von 600er oder 800er Körnung die "Schleifspuren" mit einem 8000er Stein "auspolieren" möchtest, dauert das länger, weil der Abtrag ja wesentlich geringer ist. Maschinell ist das mit einer Polierscheibe zu vernachläßigen.
Ich persönlich schleife meine Gebrauchsmesser in der Abstufung 600, 1200, Abziehriemen scharf. Reicht mir vollkommen aus.

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Andreas
Messerforum.net Co-Administrator

[Dieser Beitrag wurde von Andreas am 11.01.2001 editiert.]
 

coolcat

Mitglied
Am Sharpmaker kannst Du wohl jeden beliebigen Winkel schleifen. Wenn Du das Messer "gerade" hälst, hast Du automatisch 20 (?) Grad. Hälst Du es in einem anderen Winkel, schleifst Du auch in einem anderen Winkel.

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Grüsse Coolcat
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Armin II

Mitglied
Die japanischen Wassersteine (Natursteine) haben n.m.M. eine höhere Abtragsleistung als die synthetischen, auf jeden fall eine wesentlich höhere als z. B. Arkansas Ölsteine.

Sind allerdings sehr weich und nutzen sich ab, dafür sind sie wiederum sehr gross ca.
7 x 7 x 25 cm, 2 Kg schwer, so dass sie schon ausreichend lange halten.

Aufpassen dass du nicht in den Stein schneidest, das geht schnell. Evtl. die Klinge nur über den Stein ziehen und nicht schieben.
 

HankEr

Super Moderator
Ob Freihand oder mit einem System, macht wohl nicht den Unterschied aus. Prinzipiell gilt, je gröber desto schneller. Die verschiedenen Materialien würde ich einmal wie folgt einstufen (langsam -> schnell):

Arkansas, Keramik, synt. jap. Wasserstein, nat. jap. Wasserstein, Diamant

Natürlich geht es auch umso schneller, je größer der Teil der Klinge ist, den Du zu einem Zeitpunkt schleifen kannst. Ergibt sich aus Klingenform und Schleifsteingröße.

Ich Schleife: 1000er synt. jap. Wasserstein -> 6000er synt. jap. Wasserstein -> Lederriemen und Diamantpolitur. Ergibt ein spiegelgleiches Finish und der Sprung von 1000er auf 6000er geht ratz fatz.

[Dieser Beitrag wurde von HankEr am 11.01.2001 editiert.]
 

judge

Mitglied
Das Video zum Sharpmaker ist ganz gut, außerdem ist das System für Anfänger m.M.n. sehr ok. Freihandschleifen ist Übungssache, die nötige Winkelkonstanz ist nicht so leicht zu erreichen, für mich zumindest
biggrin.gif

Eine kleine Zwischenfrage hätte ich: Welche Polierpasten nehmt ihr für eure Abziehriemen, und wo kauft ihr die?

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judge
"Every tool is a weapon if you hold it right" - Ani Difranco

[Dieser Beitrag wurde von judge am 12.01.2001 editiert.]
 

HankEr

Super Moderator
<BLOCKQUOTE><font size="1" face="Verdana, Arial">Zitat:</font><HR>
Eine kleine Zwischenfrage hätte ich: Welche Polierpasten nehmt ihr für eure Abziehriemen, und wo kauft ihr die?
[/quote]
Ich habe ein weißes Stück recht harter Politur in welcher Diamantstaub eingebettet ist. Das Stück habe ich von einem befreundetem Goldschmied erhalten. Leider weiß ich momentan nicht wo er das bezieht. Evtl. kannst Du ja einmel bei einer Goldschmiede nachfragen.

Ich habe auch schon andere Politur getestet --- z.B. gibt es im Baumarkt beim Dremel-Zubehör ein kleines Töpfchen mit einer roten Politurmasse (das ist evtl. das in amerikanischen Beiträgen öfter erwähnte red jewelers rouge) --- aber das Ergebnis mit der Diamantstaubpolitur kann sich wirklich sehen lassen. Man muß sie zwar erst einmal etwas auf Temperatur reiben, aber wenn sie einmal auf dem Leder ist bekommt man spiegelblanke Resultate. Wenn die Leistung nachläßt und man nicht Berge aus Poliermaterial und Abrieb auf dem Leder haben will, sollte man das Leder gelegentlich mit einer Stahlbürste wieder von der Politur befreien.
 

Tom B

Mitglied
Guten Hallo;-)


kann mir jemand Bezugsquellen nennen wo man besagte Lederriemen bekommen kann?. Ich würde die gerne mal ausprobieren.

Danke und Viele Grüsse
Tom B


[Dieser Beitrag wurde von Tom B am 12.01.2001 editiert.]
 

HankEr

Super Moderator
<BLOCKQUOTE><font size="1" face="Verdana, Arial">Zitat:</font><HR>
kann mir jemand Bezugsquellen nennen wo man besagte Lederriemen bekommen kann?
[/quote]
Aus den Schlaufen Deiner Hose
wink.gif


Ich verwende z.B. die Rückseite eines Stückes von einem alten 48mm breiten kräftigen Gürtels. Ganz Ganze auf eine feste Unterlage gelegt (Tischkante), Politur d'rauf und los geht es. Alternativ kannst Du das Leder auch auf ein Stück Holz in der entsprechenden Breite kleben, dann kann man es auch ohne Tisch gut einsetzten.

P.S.: Wer sich einen Überblick über die keramischen Schleifsteine (Sharpmaker und Tischsteine) von Spyderco verschaffen will, kann sich ja einmal die Some experience with SPYDERCO sharpeners von Sergiusz Mitin durchlesen.
 

Hocker

Mitglied
Hab' inzwischen einen Sharpmaker ( nochmal danke Micha), und tatsächlich mit dem Ding is' Messerschärfen wie nix....!!

Hocker
 

Rolf

Mitglied
Tach zusammen
Auf die Gefahr hin mich unbeliebt zu machen..
Also wenn es um das Schleifen eines Messer in der Prärie geht, dann lest nicht weiter.

Wenn es aber ums Schleifen am heimischen Herd geht,muß ich mal was loswerden.
Fragt mal einen Messermacher womit er ein Messer schärft.
Ich wette er antwortet euch: Mit dem Bandschleifer und anschließend Polierscheibe mit Polierpaste.
Diese Utensilien kosten Für den Heimgebrauch ca.200 bis 500,-DM je nach Gerät.
Ich versichere euch,wenn man keine 2 linken Hände hat kann man hiermit nach ein paar Versuchen umgehen wie im Schlaf.
Das Ergebnis ist eine Rasiermesserscharfe Klinge in sagen wir mal 5 Minuten egal welcher Stahl.
Im Anblick dieser Tatsache stellt sich mir die Frage was der ganze Budenzauber mit z.b Jap.Wassersteinen/Australichen Kängeruhsteinen und weis der Teufel was sonst noch für Zeug, eigentlich soll.
Es sei denn man betreibt das Schärfen als Ritual oder als Finger Übung für die Stunde Null.
Gruß Rolf

Ps.
Ich will hier keinem Handschärfer zu nahe treten.Das Ergebnis zählt.Nur hab ich das lieber in 5 Minuten als in einer Stunde.
 
rolf, mein reden.
nur hat die sache einen unangenehmen punkt den du außer acht gelassen hast. wenn du einmal mit deinem bandschleifer ausglitscht,
dann hast du ein schönes messer gehabt.
die fehler die ein laie mit einem bandschleifer anrichtet, sind meist nicht revidierbar. das habe ich am eigenen leib,nein, messer, zu spüren bekommen.
man braucht auf jeden fall mit dem bandschleifer genausoviel übung, wie mit dem wasserstein.hat man das aber einmal drauf, dann rührt man wohl so schnell kein anderes schärfmedium an
gruß matthias
 

Hocker

Mitglied
Hi Leute,
der ganze Maschinenfuhrpark mag ja erschwinglich sein, vor allem wenn man bedenkt was so für die Messer angelegt wird.
Nur, nicht jeder hat den Platz für das Zeug.
Und außerdem ein wenig Hokuspokus ist doch auch ganz nett, oder?

Gruß Hocker

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Ritze, ratze, voller Tücke schneid' der Hocker eine Lücke....
 

Rolf

Mitglied
<BLOCKQUOTE><font size="1" face="Verdana, Arial">Zitat:</font><HR>Original erstellt von Knifeman:
man braucht auf jeden fall mit dem bandschleifer genausoviel übung, wie mit dem wasserstein. Hat man das aber einmal drauf, dann rührt man wohl so schnell kein anderes schärfmedium an
gruß matthias[/B][/quote]

Beim Wasserstein mußt du pro Klingenseite viele male in genau dem selben Winkel ansetzen und mit Kraft drüber ziehen. Um dabei bei jedem Strich genau den gleichen Winkel zu treffen brauchst du wirklich Übung.
Beim Bandschleifer setzt du einmal im gewünschten Winkel an und ziehst ohne Kraft drüber. Fertig ist die Seite.Was ist nun einfacher?
Du hast zwar recht das ohne ein wenig Übung auch hier nichts geht,aber nach 10 Küchenmessern oder Bökermesser hast du`s drauf.
Übrigens dem Kolegen mit Platzmangel kann ich natürlich nicht wiedersprechen,einen halben quadratmeter braucht man schon.
Gruß Rolf

Ps.
Es gibt da eine nettes kleines Büchlein zum Thema schärfen mit dem Bandschleifer.
Von Carsten Bothe "Messer schärfen wie die Profis" erschienen im Venatus Verlag 14,80DM
das kann ich jedem ungeübten und Skeptiker empfehlen. http://www.venatus.de/
 
hallo, bin der neue (exil schwabe)
und baue gern selbst messer, komme aber aus zeitmangel (drillinge 1 jahr alt)nicht mehr dazu. wird schon wieder! aber nun zum thema.

schärfen mit dem bandschleifer habe ich inzwischen zu schätzen gelernt. von hand habe ich es mir zwar selbst beigebracht, aber erst sehr viel später zur routiene perfektioniert. welche mittel, natur, künstlich, diamant, bandschleifer ist nur eine frage der schnelligkeit entscheidend ist der winkel und das endfinish.
zum winkel muß ich glaube ich nicht mehr viel sagen. (ich bevorzuge einen flachen winkel der relativ steil abgezogen wird). zum endfinish mit der polierscheibe oder lederriemen denke ich, daß dabei nur der grat aufgerichtet wird. und dieser grat ist sehr, (zu) empfindlich. ich ziehe meine klingen zur zeit am schluß nur mit einen feinsten stein 'gegen' die schneide ab (mit immer leichterem druck) dabei richter sich der grat auch auf, er ist aber nicht so groß und empfindlich.als feinsten stein nehme ich in der regel einen keramischen "spydaco ultra fine", schwarzer arkansas, oder den leider sehr kleinen brocken. (erbstück meines vaters, ich nehme an ein belgischer original. die heute käuflichen finde ich nicht fein genug. sind das überhaupt natursteine?)
also bid denne
 

roman

MF Ehrenmitglied
Hallo leute,
also diese empfehlung mit dem bandschleifer ist um einen winkel zu halten zwar gut und für billige messer tuts das auch. wer hochwertige messer hat und vor allem wer scheidhaltigkeit will sollte beim schleifen kühlen d.h. zB wasserschleifsteine tormek usw. und auch keine pollierschwappel!.
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roman

MF Ehrenmitglied
Ach ja hab ich noch vergessen die anleitung von venatus ist optimal wenn man wert darauf legt möglichst keine langahnhaltende Schneidhaltigkeit(SH)zu bekommen!
 

Armin II

Mitglied
Hi Roman,

kannst du das mit der mangelnden Schneidhaltigkeit etwas näher erläutern?

[Dieser Beitrag wurde von Armin II am 19.01.2001 editiert.]
 

roman

MF Ehrenmitglied
ungekühltes schleifen der schneidkante führt zu einem hitzestau in der feinen schneide der ganzschnell 5-600° übersteigt. das sieht man nicht weils in einem so feinen bereich passiert. aber halt genau in dem bereich wos drauf ankommt, die letzten paar µm. alles weitere ist einfach... Die feine schneide wird angelassen (Immer noch unsichtbar für normale auge!) daraus folgt das nun zwar sehr kleine aber doch wichtige stück der schneide erweicht ist und unter belastung nachgibt. das kann man sehr schön in einem der Untersuchungsbericht die ich in die datenbank gestellt habe nachlesen. kurz die kante wird instabil und versagt schneller = mangelnde Schneidhaltigkeit
übrigens da hilfts auch nicht mal zwischenzukühlen(ab und zu ins wasser tauchen) oder auf die anlassbeständigkeit seines werkstoffes zu vertrauen. die temperaturen sind für eine so feine schneidengestalt einfach zu hoch.

[Dieser Beitrag wurde von roman am 19.01.2001 editiert.]
 

jangs

Mitglied
Hallo Roman,

Uff, da hab ich aber Glück gehabt. Da habe ich mir ein teures Schleifset von Razor-Edge-Systems gekauft, und die Jungs meinen mein oller Bandschleifer würde es auch bringen.
Da, hört dem Fachmann zu! (bist doch ein Fachman, Roman?) Eure Super-schärfen in 5 Minuten in jedem Stahl taugen nichts!
Meine schwer erarbeitete Schärfe in 30 Minuten, die hält!
Danke Roman
cwm11.gif


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0-) Jang