Neuling und Amboss

quirxi

Mitglied
Hallo,

ich bin schon längere Zeit Mitlglied dieses Forums, aber habe erst vor kurzem angefangen, eigene Messer zu machen. Vor einigen Wochen hatte ich kurzfristig eine gute Gelegenheit einen 1tägigen Messerschiedekurs zu besuchen und anscheinend wurde ich dadurch mit den 'Schmiedevirus' angesteckt.
Per Zufall habe ich einen recht günstigen gebrauchten Amboss gesehen und nicht umhin können diesen zu kaufen.
Da ich wirklich mehr als ein blutiger Anfänger bin, würde es mich interessieren, was erfahrene Schmiede hier von den Amboss halten und eventuell die Herkunft klären können. Und vielleicht könnt ihr mir ja ein paar Tips geben, wie man ihn am Besten herrichtet und aufstellt ?
Hier die Links zu den Bildern:

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Die Abmessungen des Ambosses sind Höhe 35,5 cm, Breite 11 cm, Länge 93,5 cm und er dürfte laut einer Prägung daran 171 kg wiegen. Es sind noch andere Zahlen eingeprägt, die man aber nicht mehr so gut erkennen kann ( irgendetwas von 18 No 88 und ein H und noch ein 8er ?).
Gibt es eine Möglichkeit diese eingeprägten Nummern wieder besser sichtbar zu machen ?



Grüße,
Arno
 
Das ist ein Söding und Halbach, "Vergiss mein nicht" von 1888

S (Logo im Kreis) H
1888
No. ?
kann ich nicht lesen, hat aber soweit ich weis auch keine Bedeutung.
Die Stempel mit Kreide einreiben hilft vielleicht.

Es sind erstklassige Ambosse, so einen in der Gewichtsklasse günstig zu bekommen ist alles was man sich wünschen kann, gratuliere.

Herrichten sollte sich auf saubermachen mit der Drahtbürste beschränken.
Anschließend einölen. (Ich hätte jede Farbe schon an vielen Stellen verbrannt)
Rauhe Oberflächen polieren sich durch anhaltendes schmieden langsam raus, Unebenheiten wie in der Mitte und am Voramboss können zum ausrichten genutzt werden.
Scharfe Kanten können mit einen Werkzeug für die Vierkantaufnahme gemacht werden wenn wirklich alle Kanten zu sehr abgerundet sind.
Will sagen: nichts abfräsen und nicht mit der Schruppscheibe ran.

Der Orginal Unterbau war ein ovaler Eisenfuß mit einer Vertiefung in der der Amboss sitzt.
Ein Holzstock oder ein solider Eisenrohrrahmen macht einen guten Unterbau.


Inhalt : Firmensitz: Hagen
Branche: Eisen- und Stahlindustrie (Edelstahlwerk), Amboßfabrik

1783 pachtete Johann Caspar Söding (1755-1815) einen Roh- und Reckstahlhammer an der Volme im Wiedey, heute im Stadtkern von Hagen gelegen. Johann Caspar Söding betrieb ab 1797 die Hämmer in Kompagnie mit Kriegs- und Domänenrat Wülfingh und kaufte 1805 ein halbes Feuer des Stabeisenhammers. Nach seinem Tod übernahmen die Söhne Johann Caspar (1785-1843) und Carl Friedrich Söding (1798-1867) die restlichen Anteile.

1841 nahm Friedrich Söding gemeinsam mit H.P. Winterhoff unter der Firma Friedrich Söding & Co. die Amboßherstellung auf (ab 1863 vereint mit Fa. J.C. Söding & Halbach).

1860 fusionierte Söding mit dem Stahlwerk von Carl Gustav Halbach in Haspe zur Fa. J.C. Söding & Halbach. Diesem Unternehmen wurde 1877 die Gußstahlfabrik Erkenzweig & Schwemann in (Hagen-)Eckesey angegliedert. Die Fa. Erkenzweig & Schwemann war 1855 als Remy & Erkenzweig (ab 1867: Remy, Erkenzweig & Schwemann) gegründet worden und spezialisiert auf Tiegelstahl.

1918 wandelten die Inhaber beide Firmen, die vorher als oHG bestanden, in Kommanditgesellschaften um.

Nach 1918 konzentrierten sich J.C. Söding & Halbach auf Spezialstahlsorten und schwere Werkzeuge, während Erkenzweig & Schwemann Stahl für die Werkzeugindustrie herstellten.