Materialstärken bei Lagenklingen

Micky

Mitglied
Hallo zusammen,
nachdem ich bis jetzt ausschließlich Klingen aus Monostahl geschmiedet habe möchte ich eine Dreilagenklinge aus Reineisen (Flanke) und einer Schneidleiste aus 1.2842 schmieden.

Welche Abmessungen bzw. Materialstärken wären ideal zum verschweißen?
1.2842 sowie Reineisen hab ich in 25x8mm ist das damit gut möglich?

Gruß

Micky
 

Ilmarinen

Mitglied
Hi Micky,
ich habe keine Erfahrung mit den beiden Stählen/Eisen. Die Gesamtmasse hängt von der Dimension (Länge, Dicke und Breite) der Klinge ab, die Du schmieden willst.
Ich nehme deutlich dickeres Material für die Randlagen z.B. 8mm und etwa die Hälfte für die Schneidlage. Das hängt aber m.E. davon ab, wie oft Du beim Schmieden erhitzen mußt. Ich habe keinen mechanischen Hammer, muss dadurch oft erhitzen und habe folglich viel Abbrand an den Randschichten. Bei gleicher Dicke der 3 Lagen bleibt am Ende eine fette Schneidlage und dünne Randlagen.

Gruß

Jörg
 

Xerxes

Mitglied
Hi,

ich glaube, da gibt es kein Idealmaße. Als Richtwert nehme ich meist doppelte Materialstärke der Seitenlagen. Bei dünnen und großen Kochmessern entsprechend weniger Schneidenstahl. Du musst aber bedenken, dass das Reineisen sehr sehr weich ist und beim Schmieden "weggequetscht" wird. Verzunderung musst du wie angesprochen auch noch bedenken...

Probier einfach ein paar versch. Dicken aus und finde dein eigenes Optimum;)

Gruß Jannis
 

gian-luca

Mitglied
Hallo Xerxes,

mit doppelt Stärke meinst Du, dass z.B. bei 4mm Mittellage vor dem Feuerschweissen und Ausschmieden je 4mm Aussenlage draufgemacht werden, oder?

Ich habe grundsätzlich noch eine Frage zum Dreilagenstahl: bringen es die weichen Seitenlagen überhaupt?
Wenn ich es so mache wie oben erwähnt, bleibt mir bei einer 3mm dicken Klinge eine Mittellage von etwa 1.2 oder 1.3mm. Daher sind die Flanken noch je etwa 0.85 mm dick, die erst noch durch das Anbringen der Phase ziemlich reduziert werden. Ich frage mich da ob sich der Aufwand der Feuerschweissung überhaupt lohnt oder ob eine gut (und ggf. differentiell) wärmebhandlte Monostahlklinge nicht fast ebenso flexibel ist?

Gruss,
gian-luca
 
Zuletzt bearbeitet:
Ob sich das lohnt ? bei Küchenmesser nicht,wenn du eine Brechstange brauchst,kann es durch lieber verbiegen als brechen was bringen aber das kannst du auch durch die dementsprechende WB erreichen.
Sonst macht es nur Sinn wenn du Außen Cr-Stähle wegen Rost oder Eisengeschmack machst aber die Schneide fein ausschleifen willst,ist aber alles meine Meinung und muß nicht geteilt werden.
 

gian-luca

Mitglied
Hallo Urgestein,

danke für Deine Antwort.

Ich habe dasselbe Gefühl, bei groben Haumessern und Messern mit Chromstahlflanken mag das was bringen, aber bei kleineren Messern und Küchenmessern lohnt sich der Aufwand wohl nicht.

Bei den Japanern ist diese Technik allerding noch sehr verbreitet. Ich habe kürzlich Murray Carter auf youtube gesehen und der hat ein ganz dünnes Küchen-/Gemüsemesser auch mit drei Lagen geschmiedet. Ist das aus Traditionsgründen? Wurde früher so wertvoller Kohlenstoffstahl gespart?

Gruss,
gian-luca
 
Ist natürlich auch eine Frage des Anschliffes,wenn aufliegend Scharf geschliffen wird ohne wie bei uns mit Schneidfase 15° oder so,dann möchte man so wenig wie möglich harten Stahl haben.
Was du beschreibst ist bestimmt kein Küchenmesser ? und ob da zumindest früher eine extra Fase gemacht wurde ?.
Mich interessiert im Moment mehr Gefüge und WB der Japaner.
 

gian-luca

Mitglied
Hallo Urgestein,

hier das Video http://www.youtube.com/watch?v=0oShQNbkdZc

der Murray nennt es Kuro-uchi, es hat für mich die Form eines Santoku und ist beidseitig mit nur einer hochgezogenen Phase geschliffen (so wie der Skandi-Schliff). Es sieht dünn aus, geschätzte 3mm und da frage ich ich, wieviel vom weicheren Stahl denn wirklich übrigbleibt
Allerdings: am Anfang sieht man gut wie er das weiche Eisen spaltet und den harten Stahl einsetzt, so bleibt natürlich der ganze Rücken weich, das könnte den Unterschied ausmachen zu der Technik bei der man einfach drei Lagen aufanderstapelt und ein Päcklein macht, wobei der harte Stahl dann natürlich ganz durchs Messer geht.
Muss ich demnächst auch versuchen, mit dem auspalten und einlegen...

Du hast schon recht, wenn wir auf europäisch eine Sekundärphase anschleifen dann kommt man eh auf den harten Stahl, sofern man den Kern beim Schmieden in der Mitte halten konnte :)

Gruss,
gian-luca
 

chamenos

Super Moderator
Hallo

Hier geht es um Schmiedetechnik und Materialstärken.

Die Vor-/ Nachteile von Dreilagenklingen sind in anderen Threads schon mehrfach diskutiert worden.

Hängt euch da bitte mit eurem Dialog hinten dran.