CPM420V - ist das normal? [schwere Bearbeitbarkeit]

Flaming-Moe

Mitglied
CPM420V - ist das normal?

Trotz Ermangelung eines funktionierenden Bandschleifers hab ich mich am Wochenende mal dran gemacht, 2 neue Messer aus S90V anzufangen. 1 feststehendes ca. 22 cm lang und eins mit Zeigefingerloch ca. 15 cm lang.

Ist das bei dem Stahl normal, daß mir ein nagelneues Bimetall-Sägeblatt nach 5mm den Geist aufgibt und nur noch völlig runde Zähne aufweist?
..., daß mir 2 8mm Hss-Bohrer den Dienst versagen und ich es partout nicht schaffe, ein 4mm Loch auf 8mm aufzubohren?
..., daß ich ebenfalls 2 Hss-Senker an nem 10 mm Loch (das hat noch funktioniert) ruiniere und beide eine tiefe Kerbe rund um die Schneiden aufweisen???

Bohren mit Hss-E und sägen mit Sägedraht für Kacheln geht wunderbar.

Ist es normal, daß "konventionelle" Werkzeuge bei dem Stahl versagen oder mach ich irgendwas falsch?

[HankEr: da es hier um Material-Eigenschaften geht: Verschoben nach "Material Total" (+ Titel erweitert)]
 

darkblue

Mitglied
Also, ich weiß, was es für ein Akt ist eine Klinge aus CPM S60V zu schärfen. Zumindest hab ich mal dabei zugesehen, wie ein Bekannter das gemacht hat.
Mit dem Sharpmaker eine Sachen von Stunden.

Da kann ich mir durchaus vorstellen, daß Deine Werkzeuge den Geist aufgeben.

Ich nehme an, daß hier diamantbeschichtete Werkzeuge zum Einsatz kommen sollten.
 

luftauge

Mitglied
Ich vermute, dass Du nur etwas zu "schnell" warst.

Meinen ersten S90V Rohling (t ~4,5) hab ich sowohl mit billigen Baumarkt- als auch HSS- und Bi-Metallsägeblättern sägen können, ohne dass ich ins Schwitzen kam, ich empfand den Verschleiß eigentlich eher gering.
1.2379/1.2436 war schwieriger zu bearbeiten.

Bei den Bohrern HSS, HSS-E, HSS-CO auch keine Probleme - selbst trocken aufbohren von 3 über 6 auf 8,5 oder von 4 auf 8mm gab keine Probleme, nur alles mit der kleinstmöglichen Drehzahl und geringem Vorschub.
VA und DMO 5 (von Connex) gingen allerdings besser als HSS, und bei denen waren Geschliffene Bohrer besser als rollgewalzte.
Oder bei HSS den Kegelwinkel etwas stumpfer schleifen hilft auch schon (auf ca. 130°).

Alles gefeilt (ganz ohne Bandschleifer :hehe: ) ebenfalls problemlos, ich hatte nach den Bearbeitungsberichten hier Schlimmeres erwartet - noch nicht mal Muskelkater nach dem Feilen.

Gruß Andreas
 

heiko häß

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Willkommen im Club

:D :haemisch:
Freu Dich schon mal aufs polieren.Rat mal warum meine Zwei Messer die ich Kürzlich aus dem Teufelszeug gemacht habe gestrahlte Klingen haben?:hehe:
Die schleifspuren ließen sich zwar nicht rauspolieren,dafür haben sie aber wunderschön geglänzt.
Viel Spaß weiterhin.:D
Gruß Heiko
 

freagle

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Also ich hab bisher ein paar Klingen aus CPM 420 gemacht, ich find ihn nach D2 den am schwersten zu bearbeitenden Stahl.Richtig Probleme hatte ich damit aber nicht.

Sägeblätter da nehm ich die von Sandvik, Bohren mit cobaltlegierten Bohrern aber auch mit hochwertigen HSS war eigentlich kein Problem.

Senken, da hab ich bei hochlegierten Stählen eigentlich immer Probleme, benutz da auch zeitweise HM-Senker.

Beim Feilen zeigt sich der Stahl bei mir sehr wiederspenstig, aber Feilen tu ich eh fast nie, nehm da grundsätzlich Bänder mit Keramikkorn für.

Empfehlen kann ich die Klingen vor dem Schutzgashärten komplett fertig zu machen, ich mach bei Gebrauchsklingen meist K600. Ist der Stahl mal hart ist per Hand kaum noch etwas auszurichten.


@Luftauge
schreib doch mal bitte deine Erfahrungen mit dem Stahl

freagle
 

Flaming-Moe

Mitglied
Hm, vielleicht bin ich wirklich etwas zu forsch vorgegangen. Ich versuche mal die Bohrer nachzuschleifen bzw. etwas langsamer zu sägen... :D

Poliert werden die Dinger eh nicht, aber gut zu wissen! Ich werde dann wohl die Rohlinge vor dem Härten schon möglichst fein (600) satinieren.

Ich werde vermutlich kein Freund von dem Stahl. Zumindest nicht, solange ich ihn bearbeiten muß. Mal sehen wie sich das fertige Messer verhält... :D
 

luftauge

Mitglied
@ Freagle:

Wie oben beschrieben, ich hatte wirklich schlimme Befürchtungen - aber für mich persönlich war dieser Stahl "butterweich".

- Sägeblätter zwischendurch gewechselt, Späne vom Werkstück entfernt
- Bohren mit der geringstmöglichen Drehzahl (meilenweit von den empfohlenen Schnittdaten des datasheets entfernt)
- Feilen:
1. Gröbste Hiebe soweit möglich, unterschiedliche Feilen (in Länge, Hieb und Form)
2. Zwischendurch einzelne Stellen mit feineren Feilen korrigieren
3. Ab und zu mit 80er, 120er oder 320er TriMite (Typ 618) frecut von 3M blankschleifen
4. Wieder feilen wo was weg muß
5. IMO besonders wichtig:
Die Feilen öfter gründlich reinigen mit Bürste und Blechen, auch neu Feilen gehen nicht unbedingt besser !
Hört sich verrückt an, aber ich komme sehr gut damit voran.
6. Beim Vorfinishen hab ich mir auch schwergetan

Allerdings habe ich einen sehr grossen Vorrat an verschiedensten Feilen, und benutze für manche Abschnitte auf der Klinge bis zu 8 verschiedene !!!

Ich habe diese Frage schon öfter gestellt, aber nie eine Antwort erhalten:
Nach meiner Beobachtung lassen sich Stähle wie 2379, 2436 und auch S90V bei bestimmten Werkstücktemperaturen leichter bearbeiten, als "kalt".
Bin ich denn der Einzige, der sowas beobachtet ?

@ Flaming Moe:
Dann hast Du ein schlechtes Stück CPM erwischt :cool: - wenn PM-Stahl nicht wesentlich teurer wäre, als 2379, könnte ich mir langfristig eine große Tafel davon vorstellen...

Gruß Andreas
 
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freagle

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Zum Sägen mit Handsäge kann ich Schneidöl sehr empfehlen. Einfach etwas Schneidöl aufs Sägeblatt geben oder in den Schlitz im Werkstück und der Abtrag steigert sich merklich.

freagle
 

Kevin Wilkins

Moderator Forum Kevin Wilkins
Hahhahahhhahaaahhhhahaaaaaaa!!!!!

Das ist normal... aber versuche mit sehr langsam laufen lassen... für Bohrer und viel schmieren!!! Beim scheifen, naja, so ist es eben. Auch ein Grund warum Messer aus dem Zeug teuer sind.