Condursal Z1100

effzwo

Mitglied
Hallo,

hat jemand Erfahrung mit dem Härteschutzlack Condursal Z1100? Ich habe mir das Zeug besorgt und bin gar nicht glücklich damit. Ich habe meine letzten Klingen nach dem Polieren damit eingestrichen und danach zum Härten erhitzt. Danach hatte ich eine grau-schwarze Schicht auf der Klinge. Die Verzunderung war zwar verhindert worden aber der Lack ging derartig schlecht runter, dass ich nochmal vorschleifen und polieren musste. Habt Ihr da einen Trick, wie ich den Lack wieder abbekomme oder war die Temperatur evtl. doch zu hoch? Läßt sich aber im Feuer schlecht verhindern.
Vielen Dank im Voraus

Frank
 

dirkb

Super Moderator
Die Suchfunktion liefert zu Condursal bzw. Condursal Z1100 durchaus ein paar Ergebnisse, hast du die gelesen? (Ich habe mir die Mühe jetzt mal erspart.)
 

AchimW

Mitglied
Ich habs vor Jahren mal mit dem Härteschleim versucht. Bin damit nicht klargekommen und mache alles wie gehabt: die Rostenden ohne alles und die Nichtrostenden mit Härtefolie oder im Schutzgas/Vakuum.
 

luftauge

Mitglied
Vllt. hast Du den Schutzlack nicht lang genug trocknen lassen. Einige meiner Rohlinge hatte ich darin getaucht und danach solang an der Luft gewendet, bis es die Oberflächen gleichmäßig bedeckt hatte und ausgehärtet war.

Die haben dann aus anderen Gründen wochenlang gelegen, beim Abschrecken ist die Lackschicht größtenteils im Öl geblieben. Der verbliebene Rest an der Klinge ließ sich problemlos entfernen. Allerdings waren die Rohlinge vor dem Härten nicht poliert, sondern hatten noch die Oberfläche vom Schleifen.

Gruß Andreas
 

U. Gerfin

MF Ehrenmitglied
Der Härteschutzlack hat ein recht eingegrenztes Wirkungsfenster.

Bei den kurzen Erwärmungszeiten üblicher Werkzeugstähle ist er überflüssig- die Hochtemperaturvariante wäre bei den niedrigen Temperaturen auch wirkungslos. Die Tieftemperaturvariante - Wirkung bis 850 Grad- würde ganz gut schützen, da aber ohnehin noch geschliffen werden muß- bitte naß und kalt !- ist sie überflüssig.

Beim Härten rostbeständiger Stähle mit höheren Härtetemperaturen und längeren Haltezeiten ist die Hochtemperaturvariante wirksam. Die Härteschutzfolie ist aber einfacher und sauberer und riecht nicht so unangenehm.

Was hier passiert sein dürfte, ist meiner Einschätzung nach folgendes:
Wenn ich es richtig verstanden habe, ist die Härtung nicht aus einem Ofen mit Temperaturkontrolle erfolgt, sondern aus dem Schmiedefeuer.
D a f ü r ist der Schutzlack nicht geeignet. Das Schmiedefeuer ist mit Sicherheit wärmer als die angesteuerte Härtetemperatur.

Diese höhere Temperatur wirkt sich aber auf die dünne Schicht des getrockneten Härteschutzlacks so aus, daß dessen Wirkungsbereich überschritten wird. Dadurch erklärt sich auch das feste Anhaften der Lackreste-sie sind richtiggehend eingebrannt.

Im Ofen bei der richtigen Temperatur eingesetzt platzt der Lack beim Abschrecken ab und eventuell haftende Reste lassen sich leicht entfernen.

Freundliche Grüße

U. Gerfin
 

effzwo

Mitglied
Hallo Gerfin,

das klingt plausibel. Natürlich hat die Flamme in der Esse eine höhere Temperatur. Vielleicht versuche ich das nächste mal die Klinge auf eine Stahlplatte zu legen, die ich in der Esse erhitze. So würde sich die Temperatur gleichmäßiger und langsamer in die Klinge übertragen und ich hätte auch nicht zu viel Sauerstoff an der Klinge...
Ich hab es übrigens auch schon mal mit Lehm probiert aber der reißt ganz gerne ein und man hat dann manchmal richtige Einbrandstellen wo er eingerissen oder sogar abgeplatzt ist. Finde ich nicht so gut.

Vielen Dank für die Hilfe

Frank
 

sanjuro

Mitglied
......Ich hab es übrigens auch schon mal mit Lehm probiert, aber der reißt ganz gerne ein.....
Reiner Lehm funktioniert nur selten gut, habe ich für mich festgestellt. Aber wenn man ein paar Versuche macht mit den richtigen Zuschlägen, ist das ein gutes Material, auch wenn man es nur als Verzunderungsschutz und nicht für selektive Härtungen verwendet.

Ob es den Härteschutzlack völlig ersetzen kann, weiß ich allerdings nicht.

Gruß

sanjuro