Zähigkeit von Carbonstahl

tolegen

Mitglied
Mal eine einfache Frage?

Mann nehme ein Gebrauchsmesser z. Bsp. ein MPK in zwei Varianten.

Eine in einem Carbonstahl und eine andere in Stainless also Chromstahl,
(Ats 34 und 01 nur als Beispiele) und ansonsten identisch.

Mich würde interessieren wie sich die verschiedenen Stähle bei artfremder Beanspruchung, also abgesehen von der Schneidleistung,
verhalten.

Biegen, hebeln, brechen(alles mit Menschenkraft), was ist besser geeignet für eine "werfbare Universalbrechstangehebelanker"?


Gruß und Dank
 

pitter

Forumsbetreiber
Teammitglied
Hat halt noch keiner ausprobiert, was will man da sagen ;) Und Carbonstähle und Legierte Stähle gibt es viel.
IMO ist das ab den ueblichen Klingenstärken vollkommen wurscht. Viel wichtiger ists fuer den Fall, das Messer nicht so hoch zu härten. Und meinetwegen nicht gerade nen CPM Stahl zu nehmen. Aber ob ein groesseres Messer ab 4mm Klinge jetzt aus ATS/440C oder Carbonstahl ist, ich hab noch keines brechen sehen oder davon gehört.

Manche nehmen immer noch 4034 auf circa 56 HRC angelassen. Der ist dann halt zäh und rostträge. Schneiden tut er nicht so lange, aber das wolltest Du ja auch nicht :irre:
Und angeblich ist der S3V als Zwischending - ist legiert, aber sehr niedriger Chromanteil - quasi unkaputtbar.

Aber wie gesagt, probiert hat das alles noch keiner wirklich, alles Voodoo und Theorie.

Wenns ein Hersteller/Macher ist, dem ich eine korrekte Wärmebehandlung zutraue, wäre mir das wurscht bzw. Geschmacksache.

Gruesse
Pitter
 

AchimW

Mitglied
Testen

Also pitter, so kann ich das aber jetzt nicht stehen lassen. Es gibt reichlich Leute, die mit vergleichbaren Klingen sowohl Schnittests als auch Flexibilitäts- und Bruchtests gemacht haben. Sicherlich hat das niemand für alle existierenden Stahlsorten getan. Aber das ist um eine starke und eindeutige Tendenz erkennen zu können auch nicht erforderlich. Ich selbst hab bisher so um die 30 Klingen aus verschiedensten materialien vom PM-Stahl bis zum reinen Kohlenstoffstahl gefertigt, getestet und zerbrochen, um zu sehen, was passiert. Die Ergebnisse waren eindeutig. Sehr kurz und extrem vereinfacht zusammengefasst kann man sagen, daß ein höherer Legierungsanteil von Bestandteilen, die bei Werkzeugstählen zu besserer Durchhärtbarkeit, höherer Härte, Rostträgheit und/oder größerer Widerstandsfähigkeit gegen Abrasion führt (allen voran Chrom) immer mit herabgesetzter Zähigkeit und erhöhter Bruchneigung einhergeht. Also nix Voodoo. :mad: Das viel diskutierte aber nicht immer eindeutig zu lösende Problem ist, den für den Anwendungszweck besten Kompromiss zu finden.

Achim
 

herbert

MF Ehrenmitglied
Schau doch mal zum Spaß hier rein, da sieht man den Einfluß der Legierungselemente zwar nicht an einer Klinge, doch an zwei gleichen Proben.
Vieles läßt sich natürlich kompensieren, indem man das Bauteildesign anpaßt. Aber das prinzipielle Potential ist hier zu sehen.