Wozu 60WcrV7 und wozu 115CrV3???

Guten Tag, liebe Schmiede!!!
Ich möchte das Messerschmieden beginnen. Bei der Materialsuche stand mir ein Angestellter von wSm-Stahl, Meinerzhagen, (Er gab mir auch die Adresse von diesem Forum) zur Seite.
Ich schilderte mein Ziel und er gabe mir zwei Rundstangen mit:
Eine Aus 60WCrV7 / EP50 und eine aus 115CrV3 / ES10.
Nun habe ich schon gehört, daß nicht jeder Stahl für jedes Messer geeignet ist (und das Buch von Herrn Landes werde ich mr wohl auch kaufen).

Wozu kann ich diese beiden Stähle genau benutzen???

Liebe Grüße,
Thorsten Rieber
 

mark23

Mitglied
Hallo Thorsten!

60WCrV7 ~ 1.2550 - Guter Stahl!!! Kleine + harte Wolframcarbide, zäh-harte, gerade noch "feine" Schneide.

Lt. Stahlschlüssel: Stempel zum Kaltlochen von Schienen und Blechen, Schnitte für dicke Bleche, Kaltscherenmesser, Döpper, Handmeißel, Körner sowie Holzbearbeitungswerkzeuge

115CrV3 = 1.2210 - Kenne ich jetzt nicht direkt. Sieht aber von den Legierungselementen her gut aus. Wahrscheinlich harte, feine Schneide, schockempfindlich.

Lt. Stahlschlüssel: Verwendungszweck Werkzeugstähle für Kaltarbeit: Spiral- und Gewindebohrer, Reibahlen, Fräser, Senker, Zentrierbohrer, Schaber, Gravierwerkzeuge, Lochstempel, Stempel, Auswerfer, Metallsägen

Welcher Stahl sich warum für welchen Typ Messer eignet, steht in roman's Buch. Ebenso die Einteilung der Eignung für harte bis zähe Schneiden in Abhängigkeit der Legierungselemente (primär Kohlenstoffgehalt). (roman, krieg ich jetzt ein Bier von Dir?) ;)

Der Stahlschlüssel kann ebenfalls in den allermeisten Fällen weiter helfen.

Gruß

Mark23
 
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DeadlyEdge

Mitglied
115CrV3 ist der vielzitierte Silberstahl. Dürfte eigentlich ganz OK sein für Klingen, kommt dem sehr beliebten Kugellagerstahl recht nahe. Ist halt nur (?) in Rundstäben erhältlich.

Gruß,

Martin
 

xtorsten

Premium Mitglied
hi TRieber:
der Erstere ist was für`s Grobe. Da kann man Messer draus machen, die ruhig etwas Größer sind, sowas wie robuste Arbeitsmesser für `nen Gärtner zum Beispiel, oder auch ein Trekkingmesser, was zum Campen etc. Damit kann man auch mal einen Hieb machen, obwohl ich für eine Machete ( also ein Werkzeug für reine Hauarbeiten ) einen Stahl ohne größere Mengen karbidbildender Elemente ( W,V,Mo und Cr) benutzen würde. Zurück zum 60WCrV7: da die Härte nicht besonders hoch sein wird, haben die Messer aus diesem Material auch eine dickere Schneide und einen gröberen Winkel des Anschliffs. Die enthaltenen Karbide (W)
sorgen dabei im Stahl, daß die Schneide auch bei Berührung mit Dreck und Sand etc. nicht so schnell "runter" sein wird, wie ohne. Die Verarbeitung dürfte aber nicht besonders leicht sein, da gibt es gerade bei den Stählen mit rel. wenig C und viel W eine Empfindlichkeit, die erhöhte Achtsamkeit erfordert, aber da kenn ich mich nicht so genau aus.
Der Zweitere Stahl ist ein super Stahl für Messer mit sehr dünnen feinen Schneiden bei hoher Härte. Die Schärfe wird exzellent (früher- vielleicht auch noch heute- wurden daraus auch Rasiermesser gemacht). Das ist was für Leute die sorgsam mit ihrem Messer umzugehen wissen. Dann aber geht das gut. Vom Küchenmesser über Klappmesser bis hin zu kleineren feststehenden ist da alles möglich.
Hoffe, das bringt Dich weiter.
gruß,
xtorsten
 

herbert

MF Ehrenmitglied
Hier mal die Anlasskurven. Deutlich sieht man die Anlassbeständigkeit des 2550 bei höheren Temperaturen. Das geht auf die W Karbide
 

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roman

MF Ehrenmitglied
@ all
Also leut ich bin beeindruckt,

hats ja scheinbar was geholfen mein neugierig machen,

:super:
Bleibt nur noch darauf hinzuweisen, dass man als Anfänger im Schmieden, vielleicht einen etwas einfacheren Stahl wählen c75, 2842 sollte bis man das mit dem Feuerführen,Abkühlen, Wärmebehandeln,.... beherrscht und dann auf etwas schwierigere Stähle wie die oben genannten umschwenken sollte. Sonst ist Frust schnell an der Tagesordnung...
:ahaa:
Also eucht super das freud mich einfach riesig wenn man merkt das andere durch das Wissen das man weitergibt auch weiterkommen...

Grüße Roman
:steirer:
 
An alle:
Dankeschön!!!
Aus dem 2550 werde ich mir forerst ein großes Bowiemesser (30cm Klinge) machen und aus dem 2210 ein kleines Schwedenmesser.
Das Schwedenmesser, daß mich immer begleiten soll, will ich mit etwa 62HRC mit Flachschliff machen, das Bowie mit 58HRC mit Säbelschlif, jedenfalls so ungefähr.
Findet Ihr das okay so?

Außerdem kann ich noch 2842, 2510 und 2826 bekommen. Taugen die letzten beiden was?

Bei wSm Stahl haben die mir sogar ihren ganzen Katalog mitgegeben (teuer gedruckt, super Service!!!) und der Meister wollte mir einen Messerschmied aus der Umgebung vorstellen. Das wollte ich mal lobend erwähnen!!!

Liebe Grüße,
Thorsten Rieber
 

mark23

Mitglied
Hallo Torsten,

warum machst Du denn das Haumesser nicht ballig ... ? Der 1.2510 ist auch nicht schlecht, z.B. für ein Campmesser. Den 1.2826 kenne ich nicht.

Gruß

Mark23
 
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