"Wienerkalk" und Reispapier

luftauge

Mitglied
Ich bin z.Zt. mal wieder am Polieren, klar.
Natürlich wieder anders, als alle Anderen, auch klar.
Fortschritte sind erkennbar, war vorher nicht klar.

Aber nun zur Frage:
Im kleinen Damast-Buch von Manfred Sachse steht etwas von Wiener-Kalk und Reispapier, womit die Samurais ihre Schwerter poliert/abgezogen haben sollen, der Kalk wurde wohl erst später einge"Wien"ert :D

Unter welchem Namen wird das Zeug noch gehandelt ? - der Begriff ist bei Juwelieren und Steinmetzen bekannt, aber mehr auch nicht.

Kann man so überhaupt polieren im Sinne der Oberflächenverfeinerung, oder
ist diese Sache mit dem Reispapier mehr ein zeremonielles Reinigen des Samuraischwertes durch dessen Besitzer ?

Wer weis etwas dazu ?

Gruß Andreas/L
 

WalterH

Mitglied
Bei Dick gibts sowas. www.dick-gmbh.de, da dann unter "Schaerfwerkzeuge", dann "Oele und Pasten"

"Uchiko" und "Washi" heisst das Zeug. :)

Meine Meinung: Wer's braucht ... :)

-Walter
 

zorro_43

Mitglied
Hi Luftauge!

Im Werkzeugbau haben wir Wiener Kalk zum reinigen von polierten Flächen benutzt.
Um damit eine neue Politur herzustellen musst du sehr viel Geduld haben.
Der Abtrag geht gegen Null.
Zur regelmässigen Pflege aber sicher gut.

Zorro
 

Ralle

Mitglied
Den "Wiener Kalk" bekommt man z.B. bei Natürliche Pflegesysteme Christiane Hinsch 97516 Oberschwarzbach 500gr. 5,25 Euro.
Für DK-Urlauber in jedem gut sortierten Supermarkt "BORUP Wienerkalk " Indeholder: Calciummagnesiumoxid, wo zahlreiche andere Haushaltschemie der Fa. BORUP steht. Immer in dunkelgrünen Kunststoffbehältern mit 300-500ml und für den Großverbraucher mit 1; 2 und 5 Litern.

Gruss Ralf
 

luftauge

Mitglied
Danke für die Antworten, damit kann ich mir weiterhelfen !

Ich habe beim Edelsteinexperten meines Vertrauens letztens einige Kaffeelöffel eines zimtfarbigen Pulvers bekommen und verschiedene Möglichkeiten probiert,
mit Wasser geht es fast gar nicht, aber mit Öl
mit der grünen Diamantpaste naja,
aber mit schwarzer Läpppaste gemischt gehts erkennbar weiter !

Es kommt auf die Dosierung, vorhandene Oberfläche und das Trägermaterial an.

@ Walter :
Ich wollte wissen, ob wirklich was dran ist an der Methode, oder ob es wirklich nur zeremoniell gedacht ist (was ja auch sein könnte), aber wenn ich meiner Wunschoberfläche damit näherkomme, wonach es gerade aussieht, dann brauch ich das Zeug unbedingt ;):glgl:
Hatte ich vergessen:
Noch lächelst Du vielleicht mitleidig über sowas, aber wenn Du erst einige Messer fertig hast, siehst Du es vielleicht anders ;)

Gruß Andreas/L
 
Zuletzt bearbeitet:

WalterH

Mitglied
Original geschrieben von luftauge
@ Walter :
Ich wollte wissen, ob wirklich was dran ist an der Methode, oder ob es wirklich nur zeremoniell gedacht ist (was ja auch sein könnte), aber wenn ich meiner Wunschoberfläche damit näherkomme, wonach es gerade aussieht, dann brauch ich das Zeug unbedingt ;):glgl:
Hatte ich vergessen:
Noch lächelst Du vielleicht mitleidig über sowas, aber wenn Du erst einige Messer fertig hast, siehst Du es vielleicht anders ;)
Ich wollt das Zeug nicht nieder machen - ich probier auch staendig neues. Nur in DEM Fall seh ich wenig Sinn drin. Wenn ich eine Spiegelpolitur moechte, wuerde ich Micromesh nehmen - was heisst "wuerde", ich "WERDE" das nehmen. :) Gibts bis zur Koernung 12000.

Frag mal Richknive - Ich hab in Muenchen Messer von ihm gesehen. Handpoliert, ohne Schwabbelscheibe. Spiegelpolitur. Micromesh.

-Walter
 

luftauge

Mitglied
Micromesh

@ Walter :

Werde ich bei Gelegenheit mal testen, mich würde allerdings interessieren, ob es mehrere Sorten Micromesh gibt.
Ich kenne das Zeug nur aus dem Luftfahrtbedarf für Plexiglasscheiben, um eben diese zu renovieren.

Gruß Andreas/L
 

Ookami

Mitglied
uchiko

das schleifpulver wird nicht verwendet, um das schwert zu polieren. dazu nimmt man einen schleifstein (glaub der heißt nagura, aber bin mir nicht sicher, gibts auch bei dick-gmbh) sägt ne dünne scheibe ab und klebt die scheibe, die zerbrochen wird mit lack auf papier. mit dem stück unter dem daumen wird dann poliert bis zum umfallen. aber nur die (haupt-)schneide. für das kissaki(die spitze benutzt man eine art federnde holzunterlage, wo dann das bereits erwähnte "schleifpapier" drauf befestigt wird. der klingenspiegel und der rücken werden mit sog. poliernadeln glatt gerieben. diese art politur ist ohne materialabtrag, nur mit druck.

so nun aber zum eigentlichen zweck, der schwertpflege. das uchikopulver dient dazu beim regelmäßigen ölen das alte öl aufzusaugen, um es mit washi abzuwischen. dabei wird dann nur mikrofein, wenn überhaupt poliert. wenn man damit einen goßen materialabtrag erziehlen könnte, würde die klinge schnell "ermüden".

ookami
 

luftauge

Mitglied
@ Ookami :

Aaaah :ahaa:

Dann lag ich doch nicht soo ganz weit daneben mit der Vermutung, dass es sich auch um Reinigung handeln könnte, wenn auch nicht zeremoniell !
Aber Du hast mir den nächsten Gedanken bereits abgenommen - die Frage nach dem Druckpolieren !

Gruß Andreas/L