Wie schärft man nordische Klingen (Martinii)

olli16

Mitglied
Hallo,

Ich habe seit ca. 12-15 Jahren ein Martinii Explorer Knive (mein Lieblings-Angelmesser obwohl es etwas spitzer hätte sein könnte).
Ich habe zwar gelernt wie man Hobelmesser, Holzbeitel, Bohrer, Drehstähle und "normale" Messer schärft, aber mit dem Nachschärfen, bzw. Grundschliff des Explorers habe ich Probleme. Beim Nachschärfen bin ich zwar immer fast dem Winkel des Grundschliffs gefolgt, aber ist dadurch natürlich über die Jahre durch den Materialabtrag der Schneidenwinkel immer stumpfer und auch etwas ballig geworden. Also als Angelmesser nicht mehr zu gebrauchen.

Meine Frage : Muß ein Grundschliff so gemacht werden wie bei einem Hobelmesser, sprich über die volle Breite des "serienmäßigen" Anschliffs und wenn ja, womit (Lanski)?

Für Ratschläge, wie ich mein Martinii retten kann wäre ich sehr dankbar.

Gruß
Olli
 

Guenter

MF Ehrenmitglied
Finnmesser werden ohne sekundären Schneidenwinkel geschärft, d.h. also: wie bei einem Hobelmesser, aber beidseitig. Die Schneide wird dann nur noch abgezogen. Nur so macht der relativ schmale Anschliff dieser Klingen Sinn; bei einem zusätzlichen Schneidenwinkel: siehe deine Beobachtung.
Womit Du schärfst ist weitgehend Glaubensfrage. Gerade bei diesen Klingen ist eine Führung wie beim Lansky und ähnlichen Systemen nicht nötig, die Flanke bietet genug Führung für einen gleichmäßigen Schliff auf dem Sandstein, auch bei ungeübteren Schärfern als einem Holzwurm.
 

HankEr

Super Moderator
Jahrelang hatte ich ja auch ein Finnmesser im Gebrauch und irgendwie war da immer eine gewisse Hemmung über die volle Schneidenflanke zu schleifen und habe deswegen auch eine Primärschneide 'rangeschliffen und dabei die Flanken zur Sekundärschneude degradiert. Vor ein paar Jahren war mir dann endlich der (mittlerweile eh' nicht mehr vorhandene) Hochglanz der Flanken egal und ich habe es endlich so geschliffen wie es auch gedacht ist (ZeroEdge nennt man das wohl heutzutage). Und .... es hat sich gelohnt. Die Schneide ist nicht zu schwach, das Schleifen geht kinderleicht, es schneidet viel besser und wenn man das Ganze auf einem 6000er Wasserstein macht, dann schauen die Flanken gar nicht schlecht aus.

Dergestalt (durchgehend flach) oder durchgehend konvex, so muß eine Schneide sein. Die Schneidleistungen sind viel besser und wie Günter schon schrieb, Problemchen die man mit Lanskies, Sharpmakern und anderen Gadgets lösen will, stellen sich erst gar nicht.