Wie Rost entfernen?

lacis

Mitglied
Ich habe das unten abgebildete Opinel aus Carbonstahl aus dem Werkzeugkasten meines Brudes befreit. Wie ihr seht, geht es hier nicht die Variante: »Hilfe, ich habe ein Pünktchen Flugrost entdeckt!« :D

Jetzt habe ich zwei Fragen:

1) Wie würdet ihr diesem Rost wirkungsvoll zu Leibe rücken? Normalerweise würde ich einfach mit Fritz-Polierpaste anfangen, weiß aber von einem alten Martinii-Messer, das ich im ähnlichen Zustand im Werkzeugkasten meines Vaters fand, dass das recht langwierig werden kann. Gibt es noch bessere/schnellere Methoden?

2) Nach den Tipps in einem anderen Thread, habe ich bereits den Verriegelungsring abgenommen. Wie bekomme ich jetzt die vernietete Klingenachse entfernt, um die Klinge komplett reinigen zu können?

Vielen Dank für Eure Tipps!
 

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Andreas

Mitglied
Die Achse bekommst Du raus, indem Du die Vernietung der Achse mit ner Dremel-Flex abflext und sie anschließend herausdrückst. Zur Not mit "roher" Gewalt mit Hilfe eine Stifts und Hammer herausschlagen.
Ich würde es mit 600er Schleifpapier von Hand versuchen.
 

Schanz Juergen

Mitglied
@ andreas,
exact.
ausser das wenn man da mit 600 anfangt der tag bald rum ist,...
machs mit 240 - bis der rost weg ist - ich perönlich würde sogar mit 120 anfangen.

ansonsten elekrolytisch rost entfernen...
 
T

Tomcat

Gast
Elektrolyse und Handschleifen sind wirklich die erste Wahl!
Dremel mit Stahlbürste wäre auch eine Möglichkeit,
zusätzlich Diapaste drauf und der Rost flieht!
Rostnarben werden bei dem Rostumfang leider schon zurückbleiben, deswegen wirst Du, wenn Du wieder ganz glattes Metall willst, nicht ums Schleifpapier rumkommen.
Einige Leute im Sucherforum haben schon mit Cilit Bang herumexperimentiert, extra kaufen würde ich das Zeug dafür aber nicht.
Einweichen über längere Zeit in WD40 oder Ballistol erleichtert das mechanische reinigen mit der Dremelbürste übrigens enorm.

mfg
Tct
 
Zuletzt bearbeitet:

Palladin

Mitglied
Seh ich das richtig, daß bereits Rostblasen vorhanden sind ?

Angesichts des Wertes der Messers, der marginalen Klingenstärke und des tiefen Lochfraßes, würde ich da wirklich keine Tage in die Rettung stecken - es sei denn Du hast wirklich nix besseres zu tun ;)

Stahlwolle mit Öl satt, rost runterreiben, feddisch. Mit den Narben kann man leben.

Wenn Du es unbedingt optisch aufwerten willst, entfette es nach der Prozedur wieder gründlich und gehe mal mit einer Schnellbrünierung drüber.

Das ist recht schnell gemacht, schützt ein Wenig vor Korrosion in der Zukunft und sieht meißt gar nicht schlecht auf vernarbten Flächen aus :super:
 

christophmc

Mitglied
Mein Vorschlag, Scotchbrite Spülschwamm, mit der blauen oder grünen Unterseite.... Bei dem Messer würde ich mit nicht mit hochfeinem Schmiergelzeugs umbringen.

Gruß

Christoph
 

Ookami

Mitglied
das mit dem scotchbrite/topfkratzer funktioniert super und ist wahrscheinlich die ökonomischste lösung. vorher wd40 drauf und hinterher mit elsterglanz/flitz polieren und danach evtl. brünieren.

FEDDISCH!

Ookami
 
G

gast31082009

Gast
Hallo
Die Klingenachse bei Opinel ist nicht genietet, sondern nur gesteckt.
WD 40 ist so ziemlich das ungeeignetste was es gibt.
Wenn das Zeug an den Griff kommt, ist das ganze Messer Müll.
Zerlegen, 120 er/240 er Schleifleinen, anschließend mit Olivenöl abreiben.
Falls man eine neue Klingenachse braucht, geht auch Schweißdraht oder ein Nagel entsprechenden Durchmessers.
Rostnarben gibt es da nicht, wenn doch, zeigen.
Ich bastele schon ein paar Tage an Opinels rum (min.20 Jahre, eher mehr), und habe noch nie so tiefe Rostspuren gesehen, wie sie hier offenbar einige befürchten.

Stefan
 

SimonSambuca

Mitglied
Ich würds auch mal mit Zitronensaft (frisch gepressten versteht sich :D ) probieren. Einfach die Klinge eine Zeit lang "einlegen". Sollte den Rost ziemlich aufweichen vielleicht teilweise sogar wegätzen.

Gruß

Simon
 

christophmc

Mitglied
WD40 benutze ich immer zum feinschleifen, damit es keine Ansatzspuren gibt. WD40 macht kein Holz kaputt, auch wenn es drankommt...
Zu dem Vorschlag mit Zitronensaft muss ich anmerken, dass danach die Klinge schwarz wird. Von daher m.E. nur eingeschränkt anwendbar, bzw. dann wenn der Efekt erwünscht ist.

Gruß

Christoph
 

Guenter

MF Ehrenmitglied
diesel schrieb:
Hallo
Die Klingenachse bei Opinel ist nicht genietet, sondern nur gesteckt.
...
Stefan

Ich habe sicher noch nicht so viele Opinel in der Hand gehabt und umgebaut wie Du, aber alle, die ich bisher auseinander genommen habe, hatten eine vernietete Klingenachse mit Rundkopf. Die Vernietung war so stark, daß die Achse jedes Mal recht krumm war und sich nur mit Gewalt entfernen ließ.
Du hast insoweit recht, daß eine Vernietung beim erneuten Zusammenbau sicher nicht unbedingt nötig ist.
 

SimonSambuca

Mitglied
christophmc schrieb:
Zu dem Vorschlag mit Zitronensaft muss ich anmerken, dass danach die Klinge schwarz wird. Von daher m.E. nur eingeschränkt anwendbar, bzw. dann wenn der Efekt erwünscht ist.

Gruß

Christoph

Wie bei jeder Ätzung. Ist schon klar das man die Klinge danach säubern und schleifen muss. Ich denke aber das man dadurch den Rost schneller und einfacher weg bekommt. ;)

p.s. meins ist auch vernietet
 
G

gast31082009

Gast
Hallo

@Günther, ich bin bestimmt nicht Monsieur Opinel, ich habe nur ein paar (zwischen 15 und 20 Stck.) zerlegt und nach dem Umschleifen/Säubern wieder zusammengebaut.
Die Niete, die ich vorfand hatten alle einen Kopf, wie mit einem Nietenzieher gemacht.
Beim ersten habe ich den abgeschliffen, um festzustellen, daß es sich um eine perfekte Abrundung des Niets handelte.
Seit dem schlage ich Sie nur aus.
Mag sein, daß es unterschiedlich gefertigte gibt, und ich immer nur die oben genannten hatte.
Andy Haas sollte sich ruhig mal dazu äußern, denn der muß es wissen.
Die Niete gehen sehr schwer raus, das ist wohl auf eine knappe Bohrung und das eventuelle Quellen des Holzes zurückzuführen.
Das ist übrigens auch das Problem mit dem WD40, wenn das bei Opinels in die Gegend der Klingenachse kommt, erlebt man fast immer, daß die Klinge kaum noch zu öffnen ist.
Ich glaube, das liegt auch am aufquellen.
Von daher ist der Schmierstoff für Opinels total ungeeignet

Stefan
 

jaeger80

Mitglied
zum Thema entrosten und demontieren

Ich würd es wegwerfen und mir für 10-15 Eur ein Neues kaufen.

Opinel sind billige Gebrauchsmesser, aber keine Kunstwerke.

Spar dir die Zeit und mach in dieser Zeit etwas vernünftiges

Robert
 
G

gast31082009

Gast
@Jaeger80:
Es soll ja auch Leute geben, die den Buchegriff mit etwas edelerem ersetzen, Olive oder Marebirke, die Klinge etwas anpassen, und vernünftig finishen.
Dann ist die Kiste bei 10€ (selbst bei 5€) Stundenlohn schnell was wert.
Bei Böker Speedlock rentiert es sich ab 43 € zu zerlegen.

Das ist ganz schnell Ansichtssache, oder ?

Stefan
 
G

gast31082009

Gast
Hallo
Da es mir ja doch keine Ruhe lässt, und meine Neugierde geweckt war, habe ich mal in drei neue reingeschaut.
No 8/9/10 letztes Jahr an Ostern gekauft haben eine Klingenachse, die aussieht wie ein Rundkopfnagel.
Vernietet sind sie aber nicht, man kann sie ohne Probleme von einer Seite austreiben.
So, nun läuft der Tellerschleifer, gesägt habe ich schon, und meine Frau ist froh, daß ich aus den Füßen bin ;)

Ohne Werbung machen zu wollen, halte ich Opinels für eine prima Geschenkidee. Der Rohstoff ist günstig, und nach entsprechender Bearbeitung hat es für mich was persönliches.
Schöner Brieföffner, oder ein 4er Satz als Campingmesser im Weidekörbchen, kam bisher immer gut an.

Stefan

Ach so, mit WD 40 quillt es auch, mag sein, daß Öl Wasser verdrängt, aber das Öl wird wohl auch von Holz aufgenommen.
 

lacis

Mitglied
Habt vielen Dank für Eure Tipps. Ich werde mich die nächsten Tage mal dran machen und anschließend berichten. Vielleicht schaffe ich es ja, verschiedene Empfehlungen auszuprobieren und kann dann sagen, was am besten ging.

Dass man es bei diesem Messer mit dem Aufwand nicht übertreiben sollte, ist klar. Und natürlich wäre es das einfachste, für 10 Euro ein Neues zu kaufen. Aber mir geht's da weniger um den wirtschaftlichen Aspekt, sondern darum, wieder ein bisschen was über Messer, Stahl usw. zu lernen und ein paar Erfahrungen zu sammeln.
 
T

Tomcat

Gast
Ob sich´s lohnt, in so ein Messer viel Zeit zu stecken liegt immer im Ermessen des Betrachters.
Seitdem ich einen Rostklumpen wieder in ein Holzbeschaltes altes Sheffield-made-Messer zurückgebaut habe und nun täglich als EDC trage steigere ich bei Elektrobucht immer wieder "wertlose" alte Rostmesser, um ihnen neues Leben einzuhauchen.
Für mich eine viel sinnvollere Beschäftigung als Fernsehschaun oder Biertrinken gehn. Klar, ist nur ein Opinel, aber auch so eins zu pimpen kann Spaß machen, und wie Du schon sagst, man lernt dabei!


mfg
Tct
 
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