Wie geht Ihr mit Scharten um?

OniKudaki

Mitglied
Irgendwie pasierts mir immer wieder:
Ich bearbeite ein Stück Holz und irgendwo versteckt sich ein tief eingeschlagener Nagel oder eine Armee eingedrückter Steinsplitter. Und dann *knirsch*.
Ist mir heut noch mit meinem ColdSteel ReconScout passier :mad: :mad:, als ich einen Baumstamm entrindet habe.

Wie behandelt Ihr eure Ausbrüche und mit welchem Werkzeug?

ALs erste Notbehandlung schleife ich den entstandenen Grat bei (grober Stein) um weiteren Schaden abzuwenden, dann schleif ich feiner weiter, um wieder ein bisschen Schärfe draufzukriegen.
Aber richtig scharf wirds nimmer, bis die Scharten ausgeschliffen sind. Und über mehrere Millimeter Materialabtrag der Winkel zu halten, fällt mir auch schwer.

Kennt Ihr eine saubere Lösung?
Oder heißt das: Ab zum Schleifer und neuen Schliff drauf?

Grusz : Kuda
 

Andreas

Mitglied
ab auf den bankstein mit dem patienten.
wenn es mit dem "winkel-halten" nicht klappt, hilft ein lansky-set.
 

herbert

MF Ehrenmitglied
Klar, ich mache mit dem Lansky auch immer den ersten Anschliff bei neuen Messern. Klappt vorzüglich.
 

OniKudaki

Mitglied
Ach...
Ich dachte immer, diese Schärftools seien dazu da, die Klinge nur scharf zu halten...

Dass man damit sogar einen richtigen Anschliff machen kann, wundert mich.
Dauert das nicht Stunden?
Und wie siehts aus mit grösseren Klingen, so ab 17 cm? Das sind bei mir nämlich die, die am ehesten ausgebissen aussehen...

Kuda
 

herbert

MF Ehrenmitglied
@Andreas: genau, das ist wohl war, denn:
@onikudaki: bei meiner Klinge aus 100Cr6, von Claymore geschmiedet und gehärtet, hat das Anbringen des Grundschliffs über die drei Steinstufen bis zum Endschliff etwa 5 h gedauert, aber dafür ist das vielleicht scharf geworden....
Die Härte ist allerdings auch hoch. Ich hab jetzt insgesamt 5 Messer mit Härten so um die 61 HRC, und bei allen war die Zeit ähnlich. Das Messer für meinen Sohn ist weicher, ca. 59 HRC sag ich mal, da war die Geschichte relativ flott erledigt, etwa 3 Stunden.
Ich mach das meist auf der Terasse mit nem Weizenbier (im Sommer) oder mit nem Glas Rotwein im Arbeitszimmer (bei schlechtem Wetter)
 

freagle

Mitglied
Oder ne einfache kleine Diamantfeile von z.B. Pferd, damit erstell ich bei all meinen Messern die Grundschärfe in ca 10 min, auch bei sehr hochlegierten wie z.B. cpm 420 die Feilen kosten einzeln nur nen Bruchteil eines großen DMTs. Die von Pferd, die ich habe (war ein Set für ca 30€ scheinen auch ewig zu heben.

freagle
 

HankEr

Super Moderator
Zurück zum eigentlichen Thema. Wie gehe ich mit Scharten um? Das kommt sehr darauf an. Handelt es sich um ein großes Haumesser und eine kleine Scharte, dann fange ich nicht jedes Mal an und schleife die ganze Schneide zurück nur um eine Stelle wieder hinzubekommen. Zuerst schaue ich mir die Scharte an und versuche was evtl. an Material noch übrig, aber verbogen ist wieder einigermaßen aufzurichten (mit dem Rücken eines anderen Messers, z.B.). Dann überschleife ich die Schneide so, daß zumindest nichts mehr seitlich weghängt.

Bei einem kleinem, schneidorientiertem Messer bleibt einem nichts anderes übrig als die Schneide zurückzusetzten. Dabei kann man sich gleich überlegen ob, die Schneide nicht evtl. zu fein für den Anwendungszweck gewählt wurde. Das Schleifen findet dann mit einem japanischen Kombistein (1000/6000) statt. Lansky-Diamant kenne ich nicht, aber der normale sehr grobe Lansky Stein, treibt mich in den Wahnsinn. Man schrubt und schrubt und außer daß man überall Öl hat ut sich kaum was, und wenn man endlich fertig ist, darf man dann auch noch die Sägeschneide verfeinern.
 

OniKudaki

Mitglied
@freagle:
In welche Richtung feilst DU?
45°zur Schneide oder 90°? Erscheint mir eine interessante Alernative zu nem Diamantstein zu sein... gerade, weil ich, von Zahnlückenbildung mal abgesehen, mit nem 1000er Japaner und nem Lederriemen ganz gut zurechtkomme.
Allerdings - seitdem ich dieses Forum lese, bekomm ich Appetit auf nen 6000er...

*kuda*
 

OniKudaki

Mitglied
Original geschrieben von HankEr
Man schrubt und schrubt und außer daß man überall Öl hat ut sich kaum was, und wenn man endlich fertig ist, darf man dann auch noch die Sägeschneide verfeinern.

Kenn ich irgendwie. Hatte bei 90% meiner Ölsteine ähnliche Erlebnisse. Seit nem Jahr benutz ich nur noch Wassersteine und bin zufriedener.

Und: Klar, der Grat gehört zurückgekämmt, wenn möglich.

Grusz : kuda
 
Zuletzt bearbeitet:

HankEr

Super Moderator
Worauf willst Du denn hinaus? Hab´ zwar keine, aber so eine Tormek ist sicher nicht das dümmste wenn mal wieder etwas mehr weg soll. Ich würde mir aber danach wohl den Hohlschliff wieder manuell raußschleifen.