Wie feilt man Klingen und andre Fragen.

Nidan

Mitglied
So, ich hab gestern meinen Stahl 1.2842 von Recknagel bekommen und jetzt hab ich wieder mal ein paar Fragen :

1) Ich hab gestern das Stahlstück abgeschnitten und dabei bemerkt, daß die Backen vom Schraubstock doch ganz schöne Spuren auf dem Stahl hinterlassen, was kann man dagegen tun ? Ich hab mal was von Alu-Schutzbacken gelesen, wie macht man die oder gibt es ne einfachere Lösung ?

2) Mein Schwiegervater hat gemeint, man könnte die groben Konturen des Messer mit der Flex schneiden, wird der Stahl da sehr heiß und kann das schaden ?

3) Wie schaff ich es denn, daß ich die Klinge symetrisch feilen kann, ich will ja keinen Chisel-Grind sondern einen normalen Schliff. Ich hab da mal was gelsen, daß man die Klinge in der Mitte anreißen soll, kann mir bitte jemand erklären was damit gemeint ist, und wie man es dann schafft von beiden Seiten gleichviel Material abzufeilen ?

Sorry für die Newbie-Fragen aber es ist halt mein erster Versuch. Beim nächsten Messer frag ich dann was anders <IMG SRC="smilies/cwm41.gif" border="0">
 

kanji

Super Moderator
Hallo Nidan,

zu 1.: du musst deinem Schraubstock Alubacken basteln (aus Alu L schiene)
oder fertige kaufen (teurer)

zu 2.: mit der Flex an Stahl wär ich sehr vorsichtig, mir wärs zu gefährlich (für meine Gesundheit)

zu 3.: bin ja auch ein Newbie und habs bis jetzt imme rnach Augenmass gemacht

[ 22-06-2001: Nachricht editiert von: kanji ]

[ 22-06-2001: Nachricht editiert von: kanji ]
 

Armin II

Mitglied
Zu1) wie schon gesagt wurde Alu-L-Profil beschaffen (Schrottplatz?) mit so ca.
20 x 40 mm Abmessungen (je nach Größe des Schraubstocks). Davon sägst Du Stücke ab, die so lang sind wie deine Schraubstockbacken breit sind-fertig! Die kann man dann zusätzlich noch mit Leder bekleben.

2) Für die groben Konturen kannst Du mit einer Bohrmaschine Loch an Loch bohren und das überflüssige Material danach wegbrechen, bzw. die verbliebenen Stege zwischen den Bohrungen durchsägen. Dazu nimmst du am besten eine Kobalt -legierten Bohrer (HSS-Co) mit so ca 4-5 mm Durchmesser.

3) Klingenmitte anreissen- kauf dir einen Schlosserzirkel (Anreiss-Zirkel). Den stellst du auf die halbe Materialstärke ein und reisst damit 2-Mal die MIttellinie an, und zwar von beiden verschiedenen seiten. Dadurch erhältst du 2 Anrisslinien, die minimal auseinanderliegen- dazwischen liegt die Mitte.

Du kannst auch einen alten Bohrer oder etwas ähnliches Spitz anschleifen. Der Durchmesser sollte der Klingenstärke entsprechen. Dann legst Du die klinge auf eine flache ebene Unterlage, legst das angeschliffene runde Teil ebenfalls hin und fährst damit der Klingenkontur entlang, dann drehst Du die Klinge um und machst das ganze nochmal-ergibt wieder 2 Linien zwischen denen die Mitte liegt!

Zirkel ist allerdings wirklich zu empfehlen: Anreissen von paralellen linien durch entlangfahren - Gleichmässige Abstände anreissen z. B. zum Bohren - Gleichmässige Abstände bei handgenähtem Leder usw.....
 

HankEr

Super Moderator
Zu 1): Ich habe bei meinem Schraubstock einfach mittels doppelseitigem Klebeband starkes (3mm+) Leder an die Innenseiten der Backen geklebt. Da ich keine Schraubstock-Anwendung habe, bei welcher dies stört, hält das so schon seit 3 Messern.

Zu 2): 1.2842 läßt sich mit einer einfachen Hand-Eisensäge recht gut zerteilen. Ich nähere mich einfach durch Sägen der Kontur an und feile oder schleife den Rest dann weg. Was Armin II schreibt geht natürlich auch. Würde ich aber nur empfehlen wenn Du eine gute Ständerbohrmaschine hast, welche auch die nötigen (niedrigen) Drehzahlen liefert.

Zu 3): Ich nehme einfach einen Bohrer der enstprechenden Stärke (3er bei 3mm Stahl, 5er bei 5mm Stahl, ...), spitze diesen in der Bohrmaschine an, und lege dann den Stahl auf eine Glasscheibe und reiße 2x an (einmal die eine Seite des Stahls auf dem Glas, einmal die andere). Die beiden Linien landen selten genau zusammen, aber sie sind hinreichend nahe.

Ansonsten kann ich nur auf meine Messerbaubeschreibungen erstes selbstgebautes Messer und zweites selbstgebautes Messer verweisen, da ist beschrieben wie ich zu meinen ersten Werken gelant bin. Es gibt sicher für alles hundert andere Möglichkeiten, aber so hat es bei mir geklappt.
 

Floppi

Mitglied
zu 1) Ich hab einen kleinen Maschinenschraubstock genommen und den in meine Werkbank eingespannt. Vorteil von so 'nem Teil: Die Backen haben wenig "Profil", was in den Stahl gedrückt wird. Ich hatte damit überhaupt keine Problem, was Druckstellen anging. War zudem auch beim Bohren im Bohrständer sehr praktisch!

zu 2) mit Flex wird zu heiss und ist IMHO zu gefährlich. Nimm entweder 'ne Eisensäge oder Bohr Löcher und säge die Stege durch. (Hab ich so mit meinem D2 <IMG SRC="smilies/biggrin.gif" border="0"> gemacht und klappte hervorragend). Die Stege sind in kürzester Zeit wegfeilt. Ich hab 'n Titanbeschichtete HSS-Borher genommen. Funktionieren 1a. Schneidöl ist ganz praktisch. Hält die Bohrung und den Bohrer kühl und senkt so den Verschleiss.

zu 3) Ich hab die Bohrer-Anreisstechnik verwendet. Klappte ganz gut. Hinweis zur der Dicke der Klinge vor dem Härten. Sollte so bei etwa 0.5 - 0.7 mm sein. Mehr nur bei Haumesser oder ähnlichen. Nich dünner oder wohlmöglich anschärfen! Dann verbrennt Dir die Klinge beim Härten!

Hier noch ein Link, den ich allen Messerbau-Anfängern empfehlen kann:
http://www.knifeforums.com/ubb/Forum2/HTML/000032.html

Gruesse und viel Erfolg <IMG SRC="smilies/smile.gif" border="0">
Floppi
 

freagle

Mitglied
Hallo Nidan,

was die Druckstellen angeht, da nehme ich Filzstreifen, mann bekommt im Baumarkt solche selbstklebende Filzplatten, die zum Unterlegen von Möbelstücken gedacht sind. Die schneide ich auf Backengröße zu, klappt super und die halten lange, aber Alu ist genau so gut wird am meisten verwendet.

Da 2842 recht gut zu bearbeiten ist kannst du die Kontur aussägen wie gesagt. Ich bohre immer und säge dann ist am bequemsten.

Zum Anreißen wurden gute Tips genannt, das mit dem Bohrer muss ich mal probieren, bis jetzt hab ich nicht angerissen, immer nach Augenmaß.

Also dann viel spass beim Feilen.

Grüße freagle