Wie Damaststeel-Flacherl ätzen?

no bird

Premium Mitglied
Hallo miteinander

ich hab grad ein Damaststeel Messer Fertig gemacht .
Die Klinge vor dem Anbringen des Griffes geätzt und poliert , dann den Griff drangebaut, ich wollte eigentlich den Flacherl beim schleifen des Griffholzes nicht anschleifen , aber an ein paar Stellen ist es doch passiert .
Also alles glatt geschliffen und dann mit feinem Pinsel und
Eisen 3 Chlorit Vorsichtig eingepinselt, daß das holz nicht beschädigt wird,
aber kein Erfolg .
Hat jemand einen Tip wie ich da wenigstens ein leichtes Muster sichtbar machen Kann ohne das Holz zu zerstöhren ??
Ich bin für jeden Tip dankbar .

Grüße aus dem Neckartal ... Norbert
 

Anhänge

  • Damaststeel -Erl 003.jpg
    Damaststeel -Erl 003.jpg
    51,1 KB · Aufrufe: 480

Mike64

Mitglied
Hab ich mich auch immer gefragt:hmpf:
Entweder das Griffmaterial ist so unempfindlich,
dass es mit in die Säure kann oder der Rücken
bleibt blank.
 

Romanoesi

Mitglied
Hi,

Eine Idee hät ich schon, hab es allerdings weder selber probiert noch weiß ich obs klapp:

Alles andere komplett mit Asphalt-Abdecklack abdecken - dann ätzen - wieder reinigen.
Das Risiko dabei sind:
Fehlstellen im Abdecklack / Unterätzung
Porösität / Poren im Griffmaterial - damit Verfärbung des Griffes oder Probleme bei der Reinigung.

Ich hab schon mal Nagellack als Abdecklack bei einem Ring verwendet weiß jedoch nicht ob das empfehlenswert ist oder nur Glück war.

Viel Glück bei der Reparatur!

mfg
Roman aus Österreich
 
Es gibt säurefesten Abdecklack (Bastelladen,Conrad,Juwelierzubehör u.a.)
Genau abkleben (den STAHL!) mit einem hochwertigen Klebeband (Tesa z.Bsp.,nichts vom Chinesen!) Abdecklack auftragen,gut ablüften lassen (über Nacht) und dann mit dem Pinsel die Säure mehrfach auftragen.
So mache ich es und funktioniert immer - vorausgesetzt es ist sauber abgeklebt und genau gearbeitet!
Gerald
 

siebenstern

Mitglied
Nee, alles falsch ;)

Mach das Messer komplett fertig, eben bis auf das verkleben und oder vernieten.
Dann ätzen, verkleben/nieten, scharf machen.

Das das Tücken birgt versteht sich von selbst :)
 

pitter

Forumsbetreiber
Teammitglied
Hat jemand einen Tip wie ich da wenigstens ein leichtes Muster sichtbar machen Kann ohne das Holz zu zerstöhren ??
Ich bin für jeden Tip dankbar .

Ohne Gewähr ;) - aber ich kenne wenigstens einen Messermacher, der das komplette Messer - nachdem es fertig ist - in die Säure hängt. Geht einfach schneller - Erl fertigmachen, Schalen drauf, das ganze Paket rumdum schleifen, ätzen, fertig. Ich hab mich auch gewundert, aber der Laie wundert sich oft ;) Den Schalen - in dem Fall stabi. Holz - wurden von der Säure jedenfalls nicht angegriffen.

Bevor ich lange rum überlege, würde ich einfach ein Stück Griffmaterial zum Testen in die Säure hängen. Dann weisst Du genau was passiert. Und wenn nix passiert, sparst Du Dir das ganze Gekasper mit der Abkleberei.

Pitter
 

Ferrum1963

Mitglied
...aber ich kenne wenigstens einen Messermacher, der das komplette Messer - nachdem es fertig ist - in die Säure hängt. Geht einfach schneller - Erl fertigmachen, Schalen drauf, das ganze Paket rumdum schleifen, ätzen, fertig. ...
Pitter

Hab ich auch schon gemacht - funktioniert tadellos..

NUR WURD ICH ES NICHT MIT EISENDREICHLORID MACHEN - DAS FÄRBT MÄCHTIG GUT!!!!
 

Micky

Mitglied
Hallo,
ich wachse das Griffholz damit es kein Wasser zieht und ätze dann in löslichem Kaffee .
Gruß
Micky
 
Der Jürgen taucht laut TV aber nur Wüsteneisenholz mit in die Säure und hat es auch hier so geschrieben.

Aber die billigste und sicherste Methode ist wohl das Anpassen und dann ätzen.
 

AchimW

Mitglied
Damasteel kannste in löslichen Kaffee hängen bis das Griffholz zu Mooreiche geworden ist. Da passiert nicht viel.

Bei echtem Damast reicht tatsächlich das Einpinseln der sichtbaren Teile des Erls mit Eisenchlorid.

Ich baue fast nur noch Messer mit durchgehendem Steckerl. Da hat man dieses Problem nicht und die Konstruktion ist auch noch stabiler.


Hallo,
ich wachse das Griffholz damit es kein Wasser zieht und ätze dann in löslichem Kaffee .
Gruß
Micky
 

Enzo

Mitglied
Also mit Eisen(II)chlorid habe ich das zwar noch nicht gemacht, aber mit diversen Säuren schon, warum sollte es also nicht auch mit Eisen(III)chlorid gehen:
Das Messer komplett in Wachs tauchen, dann die Klinge LEICHT erwährmen (z.B. die Klinge etwas länger in kochendes Wasser halten) sodass sich das Wachs an der Klinge bzw. dort wo dus äzen willst gut mit einem Lumpen abwischen lässt. Jetzt das ding in die Säure hängen und warten...
Das wachs sollte sich nicht zersetzen, d.h. an dein Holz kommt keine säure und dichter wie Klebeband isses allemal.

Alternativ kannst du statt dem Erwärmen auch einfach das Wachs wegkratzen.
Als wachs eignet sich wohl am besten Paraffin, kannste einfach ein paar von den billigen weissen Kerzen einschmelzen - die sind meist aus Paraffin.

Aber probier das Ganze mal noch an irgend einem gleinen stückchen Holz aus...
Oh, nochwas... das Paraffin geht aus den meisten Hölzern nicht mehr komplett raus... es bleibt ein leichter Glanz... halt wie bei einem "gewachsten" Messergriff :glgl:


Gruss

Enzo
 

goldmull

Mitglied
Hallo, bei mir funktioniert es wunderbar, wenn ich alles fertiggeschliffen habe, dann öle ich das Holz, warte etwas und dann kann man das komplett in Fe3cl ätzen, ohne, dass das Holz schaden nimmt. Ich habe auf diese Weise schon diverse Holzarten verarbeitet. Bei Angst Deinerseits mache Dir einfach ein Probestück.
 
Was mich etwas wundert: ist das wirklich Damasteel? Dem konnte ich bisher mit Eisen-III-Chlorid nur ein sanftes Lächeln abringen, geätzt hat das bei mir gar nichts. Da musste Schwefelsäure her.

PP
 

no bird

Premium Mitglied
Hallo miteinander

danke für die vielen Tips , da sind ein paar gute Ideen dabei .
Ich werde mal ein paar Versuche machen und dann berichten .

Gruß Norbert
 

goldmull

Mitglied
Hallo, wenn Du schon dabei bist und Dir ein Probestück machst, dann kannst Du es ja auch mit schön warmer Fe3cl Lösung probieren, ich könnte mir vorstellen, wenn das Öl eventuell schon länger drauf ist, dann kann man mit der Temp. höher gehen und so ätzt das Zeug auch sehr gut.
 

GeHaWe

Mitglied
Hallo,
meistens mache ich das Messer komplett fertig und tauche es dann komplett in warme Batteriesäure. Die meisten Hölzer halten das aus. Eventuell schleife ich dann das Holz noch fein nach.

Probleme gibt es bei Elfenbein und Perlmutt. Das kann man mit farblosem Nagellach abdecken, dann ätzen und dann mit Verdünnung oder Nagellackentferner wieder entfernen. Dann halt gut einölen.

Grüße

Gerhard
 

Fati

Mitglied
Mich beschäftigt eigentlich das gleiche Problem ... und ich würde gern blad mal zum ersten Mal ätzen in Schwefelsäure und hierbei das ganze Messer inkl. Griff reinhängen.

Vielleicht könnten die Messermacher, welche damit Erfahrung haben eben diese posten:

z.B. WEH ... Kein Problem in Schwefelsäure, Löskaffee ... etc.

Zumindest mir würden diese Infos enorm weiterhelfen bzw. meine Coronarien in Zukunft etwas schonen :steirer:
 

Feldmaus

Mitglied
Hallo
Ja das Problem kenne ich. Habe bis jetzt immer mit Schwefelsäure geätzt. Knochen verträgt das nicht, wird ganz porös,. abkleben geht auch eher schlecht, der Griff ist ja nicht so die einfache Form. Irgendwo läuft das immer irgendwo runter...
Variante mit verschraubten Backen geht sehr gut.
Variante nur Griffmaterial nehmen das Säure verträgt geht auch gut.
Aber wenn ich aufgenietete Buntmetalle habe bin ich wieder am Berg.
Also irgendwie hasse ich Damaststeel.....:mad:
Ich versuche als nächstes alle Teile komplett fertig zu machen aber dann die Klinge "nackt" zu ätzen und ganz am Schluss zusammenbauen.

Habe mal ein Bild angehängt von einem Messer das viel arbeit gemacht hat und vor dem Ätzen super ausgesehen hat....:(
Griff ist Knochen, die weissen Punkte sind eben poröse Löcher. Der Griff war komplett so aufgeraut. Die Nieten auf dem Neusilber sind auch wieder sichtbar geworden und das ganze Neusilber war matt. Das ganze sah noch viel schlimmer aus, ich habe versucht das zu beheben, muss aber nochmals dahinter...
Gruess René
 

Anhänge

  • 023 (2).jpg
    023 (2).jpg
    42,3 KB · Aufrufe: 319
  • 022 (2).jpg
    022 (2).jpg
    51 KB · Aufrufe: 266

RSa

Mitglied
Hallo

Eisen-III-Chlorid geht bei Damasteel nicht, hier ist Batteriesäure angesagt.
Ich hab das bei einem Messer mal so gemacht. Erst testen der Griffmaterialien (in diesem Fall Ebenholz, Fiber und Neusilber) auf Säureveträglichkeit. Ebenholz und Fiber vertragen Säure das Neusilber (was zu erwarten war) nicht.
Dann hab ich Plastikklebeband and der Fibertrennline Holz und Backen abgeklebt. Das hat gut funktioniert und die Säure hat das Klebeband nicht "hinterspült"

Säure dann mit Pinsel so lange auftragen bis das Muster wieder zu sehen ist, danach Spülen.
Auf dem Bild ist das Ätzmuster leider nicht gut zu sehen da das Blitzlicht alles überstrahlt.
Gruß

Roland
 

Anhänge

  • Ausschnitt.JPG
    Ausschnitt.JPG
    26,4 KB · Aufrufe: 252

no bird

Premium Mitglied
Hallo Messerfreunde

ich habe ein paar Tests gemacht.

Mein Griffholz , Eibe ; verträgt überhaubt keine Säure , es wird sehr schnell unansehlich grau , auch bei Eisen III Chlorit das auf Damastseel sowieso nicht funzt.
Abkleben und mit Salzsäure einpinzeln bringt nicht viel ,ich nehme an der Säurefilm ist zu dünn und müßte über Längere Zeit immer wieder aufgetragen werden.
Also hab ich den Tip von Enzo (danke) abgewandelt und in Ermangelung von genügent Kerzenwachs das Holz sauber mit Vaseliene eingepinselt und dann mutig für 15 Minuten in Salzsäure und siehe da:super: prima Ergebnis.
Morgen werde ich Bilder Zeigen.

Danke an alle die sich darüber Gedanken gemacht haben !

gruß ... Norbert