Wie bohrt man 1.4112 ?

Sam Hain

Mitglied
Mit der Säge komm ich kaum zwei cm weit und das Blatt ist hin (HSS Bimetall, gute Qualität), und brauch dafür eine halbe Stunde. Mit meinen besten HSS-Bohrern komm ich nur einen mm rein und stumpf werden die Bohrköpfe auch schon...

Ich hab langsam den Eindruck, daß die mir gehärteten Stahl geschickt haben.

Oder mach ich was falsch?

sam
 

Floppi

Mitglied
Wo hast denn das Zeug her? Wenn's wirklich gehärtet ist, dürfe eine Feile nicht fassen, sondern müsste rutschen.
 

Sam Hain

Mitglied
Es stammt wie gesagt von Wolf Borger. 1.4112 vorgeschliffen.
Die Feile greift grade noch, sägen geht schwer, selbst die Flex braucht ewig. Und vor Allem komm ich mit den Bohrern nicht durch:argw:

sam
 

Sam Hain

Mitglied
Grade nochmal probiert. Alle Geschwindigkeiten von ganz schnell bis ganz langsam (letzteres soll man laut "Packungsbeilage" bei Stahl). Alles was passiert, ist daß die Bohrer extrem laut kreischen und nach etwa ein bis zwei mm nicht mehr weiterkommen, egal wieviel Druck. Ich habe von ein bis 6mm alle Bohrer probiert. Nix geht. Was stimmt da nicht? Mit den gleichen Bohrern und der Maschine kam ich durch 5mm 1.2842 in ein paar Sekunden durch.

sam
 

freagle

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Bist du sicher dass du gute Bohrer verwendest, HSS in normaler Industriequalität reichen da völlig aus, auch bei CPM Stählen und so.

Kann aber auch durchaus sein dass ein Stahl mal Stellenweise nicht optimal weichgeglüht und der Kern noch zähhart ist, da kanns dann durchaus Probleme geben. Hatte letzte Woche z.B. ein Stück CK45 der ließ sich auch äußerst schlecht bearbeiten der war auch nicht ganz weichgeglüht.

freagle
 

Sam Hain

Mitglied
Ich habe sehr gute, teuer HSS Boher, die gehen durch alles Andere wie Butter. Zurücksenden? Glaubst Du, die spielen da mit?

sam
 

spyderbug

Mitglied
Hallo Sam Hain!

Ich hatte damals bei meinem 1. Messer das gleiche Problem (zumindest mit den Bohrern). Bei mir war das Material allerdings 1.4528...

Ich habe es zuerst auch mit einem Stinknormalen HSS-Bohrer probiert, der ebenfalls bei allen erdenklichen Geschwindigkeiten nur gekreischt hat und ausser ner Delle nix bewirkt hat. Ich bin dann auf kobaltlegierte HSS-Bohrer umgestiegen - DIE bohren wirklich alles. Sind zwar etwas teurer (kosten beu uns in Ö zw. 3 und 5 EUR das Stück), aber die Standzeit ist wesentlich besser als bei den normalen HSS-Teilen.

Einfach mit langsamer Drehzahl bohren und Schneidöl benutzen...

Wenn das Zeug wirklich gehärtet ist, dann siehts natürlich anders aus :rolleyes:

Grüße, Robert
 

Sam Hain

Mitglied
Ok, ich glaub gehärtet kann´s nicht sein. Die Feile rutscht nicht ab.
Ich werd mich morgen mal nach HSSCO Bohrern umsehen und Schneidöl besorgen. Wenn´s dann nicht geht, nehm ich Dynamit und spreng das Trumm in die Stratosphäre.

CU
sam
 

spyderbug

Mitglied
Die Co-Bohrer solltest Du in jedem Bauhaus bzw. Obi finden können. Bei OBI sind sie von deren Haus- und Hofmarke "LUX". Zu deren Qualität kann ich allerdings nicht sagen, da ich die Bauhaus-Bohrer verwende (sind die selben wie im Werkzeugfachhandel, kosten im BH aber um ca. 30 % weniger :irre: ) Die "LUX"-Bohrer sind nochmal eine Ecke billiger.

Wenn Du kein Schneidöl auftreiben kannst, geht zur Not auch Olivenöl. :D

Wie gesagt: Langsame Drehzahl, nicht zu viel Druck und Schneidöl

Berichte mal obs geklappt hat!

GRüße, Robert
 

darley

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hi sam,

meld dich doch mal bei borger und frag den!!

der müsste doch am besten wissen, was er dir verkauft hat und was es mit dem merkwürdigen verhalten des stahls auf sich hat!!

bernd
 

kababear

Mitglied
meine tipps:
langsame drehzahl, öl verwenden und bei bohrern über 6mm mit 4mm vorbohren (die dicken dinger(bohrer) haben eine zu breite mittelschneide für zähe werkstoffe)
 

milcruzados

Mitglied
Hallo!

Ich würde erst einmal Abstand nehmen von normalen Bohrern. Der Idealfall wäre, du kaufst dir JET Bohrer. Daß sind von der Optik her ganz normale HSS Bohrer, jedoch besteht die Spitze aus Vollhartmetall. Bei niedriger - mittlerer Drehzahl mit reichlich Bohrwasser spülen und nur leichtem Vorschub arbeiten. Die Spähne die entstehen sind nur kleine Plättchen. Dieser Bohrer schneidet eigentlich nicht, sondern schält das Material. Die Teile sind nicht gerade ein Schnäppchen, 4mm kosten ca. 10-12€, machen aber bis zu 30 Löcher auch in härtestes Metall. Zu bekommen im Werkzeugfachhandel der Metallverarbeitende Industrie beliefert.
Wenn du geschickte Finger hast, und eine Siliziumcarbidscheibe auf deinem Schleifbock, dann kannst du dir aber auch einen Steinbohrer so umschleifen, daß er auch Metall schneidet. Hat nicht die Qualität wie gekauft, aber macht auch ein bis zwei gute Löcher.

Falls du noch Fragen hast, meld dich.

Mfg
Milcruzados
 

bert

Mitglied
ich glaube dass das sich so darstellt wie auch freagle sagt. die feile greift fasst bis hrc 60 da ists mit dem Bohren schon lang vorbei.

Mit Wolf lässt sich schon reden........keine Frage.

gruß

bert.
 

Guenter

MF Ehrenmitglied
Hartmetallbohrer sind gut - für gehärtetes Material. Bei zäh-hartem Werkstück Stehen sie auf verlorenem posten, weil der Schneidenwinkel nich paßt. Das Material baut sich vor der Schneide auf, wird heiß und verschweißt sogar. HSS-CO8 sind die standfestesten hierfür. Allerdings kann ich mir nicht vorstellen, daß Wolf gehärtetes Material verschickt hat; das hätte er sicher schon selbst gemerkt, wenn es eine Fehllieferung war. Die Stücke, die ich von ihm hatte, ließen sich alle selbst mit einfachen HSS Bohrern ohne Kühlung bei 4mm mit ca. 600U/min in der Standbohrmaschine einwandfrei bohren (min. 20 Löcher ohne nachschärfen). Wenn ein Loch allerdings erst einmal sehr heiß geworden ist, kann man mit einem normalen Bohrer nichts mehr ausrichten, da das Material lufthärtend ist.
 

heiko häß

Mitglied
Hartmetallbohrer findest Du hier
mit diesen Bohrer habe ich schon gehärtete Klingen aus RWL und Damaststeel gebohrt.War kein Problem.
Gruß Heiko
 

luftauge

Mitglied
Noch ein Markentipp für den Baumarkt:
Bayrische Bohrerwerke (BBW) im Hagebau, die haben verschieden beschichtete Bohrertypen für diverse Zugfestigkeiten (siehe Packung) zu humanen Preisen,
bei normalen HSS würde ich die geschliffenen den rollgewalzten vorziehen - gibts eher im Fachgeschäft,
die von LUX mit TiN Beschichtung sind zwar mit die Günstigsten, gehen aber trotzdem gut, von denen gibts auch HSS CO/HSS E Bohrer.

edit:
BBW gab es in unserem Hagebau, jetzt ausschließlich Connex - die gehen auch für den Preis, die sind es auch mit der Angabe zur Zugfestigkeit des Materials (im u.A. Stahlschlüssel zu finden)

Gruß Andreas
 
Zuletzt bearbeitet:

sidro

Mitglied
Noch ein schneller Baumarkttip:

Wenns du schnell einen Hartmetallbohrer brauchst kannst du auch einfach das preiswere Betonbohrer Model aus dem Baumarkt nehmen und am Schleifbock kurz die Schneidengeometrie umschleifen.

Hab heute erst auf diese Weise ein Stüch gebrauchsharten HSS-E Werkzeugstahl gebort.

Nicht die guten Bohrer kaufen(Hilti oder so). Da sind die Schneidplatten sehr masiv und tragen sehr viel von normalen schleifscheiben ab.
Eigentlich bräuchtest Du für HM-Schleifen SiliziumKarbid. Geht aber auch so.

Sidro