Wetzstahl auch für hochwertige Folder etc. ?

Kalter Stahl

Mitglied
Hallo Messerfreaks,
ich bin neu hier im Forum und interessiere mich besonders fürs Schärfen. Mithilfe der Suchfunktion konnte ich schon viele theoretische Fragen klären. Einiges ist mir aber noch unklar und ich habe ein paar Fragen an die erfahrenen Messerschleifer in diesem Forum.

Eigenet sich der Wetzstahl auch für hochwertige Folder, Jagdmesser etc. oder sollte man ihn nur bei europäische Küchenmessern gebrauchen?

Bei den weichen europäische Küchenmessern dient der Wetzstahl ja zum Aufrichten des Grats, aber macht das auch bei hochwertigen Messern aus hartem Stahl Sinn bzw. kann man so das Schleifen hinauszögern.

Macht es Sinn den polierten Wetzstahl vor dem Abziehen auf dem Streichleder zu benutzen?

Wäre super wenn möglichst viele Erfahrungen und Tipps zusammenkommen.

Gruss an alle "Messer-Maniacs"
 

HankEr

Super Moderator
Naja, daß ist mehr oder minder auch eine philosophische Frage und hängt auch sehr stark vom Messer und der Anwendung ab. Die meisten Messer sind ja immer noch eher zu weich als zu hart an den Schneiden. Bei Jagdmesser etc. nicht so stark wie bei vielen (die normalen WMF, z.B.) Küchenmessern, aber immer noch. Je nach Anwendung verbiegt sich auch da die Schneide und in einigen Fällen ist es durchaus lohnend sein diese wieder aufzurichten. Andererseits muß man aber auch bedenken, daß der Stahl durch das hin- und herbiegen nicht unbedingt besser wird und es sinnvoller wäre diesen lieber gleich weg zu schleifen.

So richtig scharf wird ein Messer nach dem Gebrauch alleine durch einen Wetzstahl sicher nicht, aber eine Delle in der Schneide kann man vor dem Nachschleifen schon versuchen wieder aufzurichten, damit man diese nicht so weit zurücksetzen muß wie es evtl. ohne das geradebiegen nötig geworden wäre.
 

D.Frentzel

Mitglied
Einen Wetzstahl sollte mann wirklich nur für weichen Stahl nehmen. Ich nehme das W.eisen nur um meine Küchenmesser und für die Klingen an meinen Leatherman. Damit bekommt mann auch ein stumpfes Messer hin.
Ich habe es an meinen Ausbeiner angewandt und bin mit dem ergebniss zufrieden.

Die folgende Frage ist mir nicht ganz
klar: "Macht es Sinn den polierten Wetzstahl vor dem Abziehen auf dem Streichleder zu benutzen?"

Wenn überhaupt zieht mann doch das Messer über das Leder ab.


Gruß
 

spyderbug

Mitglied
@cuchillero

ich glaub so hat er das auch gemeint :D erst stahl dann streichriemen und nicht den stahl auf dem riemen... :lach:

Grüße, Robert
 

moonsoo

Mitglied
Unterwegs finde ich, macht der Wetzstahl seine Sache gut , speziell bei "INFI" .
Ich denke man kann die Schneide ruhig ein paar mal aufrichten .
:D
 

Andreas

Mitglied
reden wir von einem glatten, polierten wetzstahl zum schneide aufrichten, oder von einem keramik-wetz"stahl" für den material abtrag?
ansonsten imho:
schneide scharf schleifen und über leder abziehen (bisher für mich die beste lösung und vielfach bewährt).
polierten wetzstahl zur not nach gebrauch des messers (ich gehe da mit HankEr konform, dass ein hin- und herbiegen der schneide bei einem gebrauchsmesser nicht sonderlich gut für die schneide ist).
die keramik-wetz-dinger dienen dazu, material abzutragen und nicht unbedingt dem "schneide-aufrichten". im feld zum schärfen imho bedingt zu gebrauchen (ich würde lieber einen guten bankstein mitnehmen).
 

Kalter Stahl

Mitglied
Vielen Dank für Eure Antworten.

Wie HankER schon sagte, hat da jeder so seine eigene "Philosophie".

@Cuchillero: Ich meinte natürlich erst das Messer auf dem Wetzstahl und dann auf dem Streichriemen abziehen.

Gruss, Marcus
 

Leonardo75

Mitglied
Hallo kalter Stahl!

Ich mache die von Dir genannte Methode (erst auf poliertem Wetzstahl sehr vorsichtig bearbeiten und danach abziehen) bei Messern, die sehr scharf werden sollen. Inzwischen schleife ich aber kaum noch Messer auf Maximalschärfe, sondern viel mehr auf Gebrauchsschärfe.

Viele Grüße vom Leo.
 

Kalter Stahl

Mitglied
Hallo Leo!

Deine Messerschärfeseite ist echt super!!!
Hab sie komplett ausgedruckt und schon xmal gelesen.

Eine Frage zum Abziehen hab ich allerdings noch.
Du schreibst: "Danach ziehe ich die Schneide ohne zu verkanten durch die Stirnseite von trockenem Hartholz (ich nehme zum Beispiel Kirsche, aber es gehen auch viele andere Hölzer). Die letzten Gratreste werden hierdurch entfernt. Danach noch 3 mal pro Seite auf der Chromoxidseite der Lederriemens abziehen und fertig ist das scharfe Messer."

Heißt das, dass Du mit einem ziehenden Schnitt durchs Hartholz schneidest?
Hat sich bei Dir der polierte Wetzstahl mittlerweile als besser erwiesen?
Welche Methode kannst Du mir empfehle um ein auf dem 1000/6000 Wasserstein geschärftes Opinel (rostend) auf Romanschärfe zu bringen?

Besten Dank

Gruss
Marcus