Wert Japanischer Schwerter

Hallo Leute!

Über den Wert alter original Japanischer Schwerter habe ich nicht mehr nachgedacht, seit ich meines beschädigt habe. (Selbstschutz.....sonst wären mir wahrscheinlich die Tränen gekommen)
Aber jetzt interessiert es mich wieder (Vergangenheitsbewältigung). Dazu habe ich einige Fragen:

Was wäre ein Wakisahsi mit relativ starker Biegung und rund zulaufender Klinge m.Drachenförmigem Querschnitt, mit Beimesser, Goldeinlegearbeiten, Rochenhautgriff m. blauer Wicklung, Perlmuttbesetzter Chinalackscheide in absolut neuwertigem Zustand (rasiermesserscharf) inkl. Reispapier m. japanischen Schriftzeichen (im Griff) heute so ungefähr wert? (Alter kann ich nicht schätzen...könnte aber sehr alt sein)

und um wieviel ist das Ding weniger wert, wenn die Klinge beschädigt ist (kleiner Ausbruch) und das Reispapierl meine Streifenhörnchen zu Konfetti verarbeitet haben?

Man liest, daß die Güte der Klinge und der Name des Schmiedes entweder an der Angel eingraviert ist oder eben auf Papier geschrieben ist. Wenn beides fehlt, wie kann man dann das Alter u. den Wert bestimmen? (wenn auf meinem Papier nun gestanden hat, daß dieses Schwert z.B. für Miyamoto Musashi gefertigt wurde.....)

Bitte um Antworten!

Danke
Peter
 

Claymore

Mitglied
Hallo Peter,

schon wieder ich <IMG SRC="smilies/biggrin.gif" border="0"> <IMG SRC="smilies/biggrin.gif" border="0">

Was das gute stück wert sein könnte kann ich dir leider nicht mal ansatzweise sagen.
In der Bewertung Japanischer Klingen kenn ich mich überhaupt nicht aus.
Das Gebiet ist von eher 'sehr'mäßigem Intersse für mich.
die Infos die ich habe kann ich dir aber gerne geben.
Meines wissens hat jeder Schmied, der was auf sich hielt, war das evtl. sogar Vorschrift ? seine Klingen signiert.
Bei guten und gefragten Schmieden auf jeden fall ein wertsteigerndes Moment.
Das ging wohl auch soweit, das 'gefälschte' signaturen an Klingen unbekannter Schmiede angebracht wurden.
Wenn dein Schwert ein solches traditionell gefertigtes stück ist, dann sollte sich auf der Angel eine entsprechende Signatur finden.
Hier gibt es dann so weit ich weis regelrechte Kataloge die das dokumentieren, welcher Schmied, welche schule etc.
vermutlich aber in Japanisch, an eine englische oder gar deutsche Übersetzung glaube ich da nicht.
wichtig für die bestimmung des Alters und des wertes, war auch evtl. auf der Angel befindlicher rost.
Dieser stellte mitunter ein erkennungsmerkmal des Alters fest.
Also hoffnetlich hat nimand das Schwert zu gut geputzt, das käme einem wertverust gleich.
Aufgrund der Härtelinie lässt sich evtl. etwas über die Schule sagen.
Am Übergang Angel zu klinge, lässt sich vom fachmann evtl. auch erkennen ob und wie oft das Schwert nachpoliert wurde.
Vielleicht war es wenn es ein altes stück war auch mal ein Katana, das abgebrochen ist und recycelt wurde ?.
Der ausbruch ist eine 'Wertminderung, die sich aber ggfls. mit einer neuen Politur beheben lässt.
Nun ist es aber so, das im zweiten Weltkrieg sehr viel, mitunter billige' Massenware eingesetzt wurde.
Teilweise wurden aber auch 'Familienerbstücke' eingesetzt.
Hab ich das in deinem Beitrag richtig gelesen, das es sich bei deinem Stück um kriegsbeute handelt. ?
In dem Fall ist die Wahrscheinlichkeit das es ein 'industriell' gefertigtes Stück handelt wohl großer als die ein wertvolles Einzelstück zu haben, aber ausgeschlossen ist es nicht.
Du müßtest versuchen jemanden zu finden der sich in der Bewertung auskennt.
Vielleicht hat jemand anderes das einen hinweis für dich.

gruß
 

Guenter

MF Ehrenmitglied
Auf jeden Fall solltest Du das Wakisahsi fotografieren, ald Ganzes, die Klinge vergrößert, die Spitze, und die Klingenangel.
da sich die Signaturen auf der Klingenangel befinden, wird sie auch keiner wegpoliert haben! Wenn Du diese Bilder ins Netz stellen kannst, wird sich entweder im Bladeforum oder der knifelist ein Spezialist finden lassen, der Dir nähere Angaben machen kann.
Der Wert wird natürlich durch den Ausbruch gemindert, bei einer seltenen alten Klinge aber weitaus weniger als bei einer modernen.
Gruß
Guenter
 

herbert

MF Ehrenmitglied
Hi, Blade Polisher,
gestern hatten wir doch in der Rubrik "Japanische Schwerter und ihre Schmiedeweisen...." ein paar Bücher vorgestellt. Vor allem das Buch von Yumoto und der Beitrag von Dobrée katalogisieren alle bekannten Hersteller und liefern Hilfestellung bei der Beurteilung von japanischen Schwertern. In dem Buch von Kapp, das ebenfalls gelistet wurde, ist die Rede von einem Verein zur einschätzung von japanischen Klingen etc. mit einer deutschen Adresse. Hab das Buch gerade nicht da, aber das steht da drin. Leide keine e-mail oder homepage. Aber da könntest Du Hilfe finden. Oder vielleicht wendest Du Dich an das Klingenmuseum in Solingen, die Frau Dr. Grotkamp Schepers oder der ehemalige Leiter, Dr. Ulrich Hädeke, könnten da behilflich sein. Probiers doch mal.
Herbert
 

Zeus

Mitglied
Hi, habe mich die letzten Wochen mal über ein gescheites Katana informiert, ich glaube, es gibt da wirklich nicht viele Alternativen und Anbieter. An dieser Stelle kann ich unter anderem an Herrn Peuker verweisen, der bereits von bert in seinem Beitrag vom 22.03. zum Thema "Schwert-Stahl" genannt wurde. Peuker verlangt für ein in Japan nach traditioneller Kunst handgeschmiedetes Katana 17.500.- DM. http://www.japanschwerter.de/index.html
Diese Schwerter werden von einem Japanischen Meister hergestellt (Matsuba), der z.B. 1996 für seine Schwertkunst ausgezeichnet wurde, siehe hierzu unter www.galatia.com/~fer/sword/comp96.html

Gruß Zeus
 

Aviator

Mitglied
Wenn du dir jedenfalls ein Original aus Japan von einem bekanntem Scmiedemeister machen lässt,wenn du da überhaupt rankommst zahlst du ohne weiteres 20.000 aufwärts. Wahrscheinlich mehr!!! <IMG SRC="smilies/cwm45.gif" border="0"> <IMG SRC="smilies/cwm52.gif" border="0">
 
Hallo Jungs!

Ich habe ausgiebig im Internet gegraben und einiges zu dem Thema gefunden. Mein Wakizashi dürfte aus der Koto-Shinto Periode stammen und ungefähr sechs bis zehntausend Dollar wert sein. Was mich wundert ist die Tatsache, daß heute von japanischen Meistern geschmiedete Klingen offensichtlich mehr kosten als 600 Jahre alte Prachtstücke mit makelloser Schneide und wunderschöner Harmonlinie (ausgenommen Prunkschwerter berühmter Meister, die bis 400.000 Dollar kosten können). Wie kann das sein, wo doch die Dinger zu damaliger Zeit umgerechnet wesentlich teurer waren und überhaupt nur von der reichen Oberschicht gekauft werden konnten. Und dann noch der Umstand, daß diese Schwerter über die Jahrhunderte in makellosem Zustand erhalten wurden (wenn ich daran denke, was ich in kurzer Zeit damit angestellt habe...)

Vielleicht waren damals die Lohnnebenkosten einfach geringer! <IMG SRC="smilies/biggrin.gif" border="0"> <IMG SRC="smilies/biggrin.gif" border="0"> <IMG SRC="smilies/biggrin.gif" border="0">

Gruß Peter

PS: Vielleicht halte ich demnächst einen Workshop im Aufschweißen ausgebrocher Klingen ab..... <IMG SRC="smilies/biggrin.gif" border="0">
 

Odin

Mitglied
Bist du sicher Blade polisher das du den wert des Schwertes so gut per vergleich internet- Schwert schätzen kannst?
Ich mein, es gibt auch sehr gute Fälschungen.
Wenn du dir so sicher bist würde ich auch noch mal vom pro schätzen lassen!
Ansonsten würde ich es dir für ein Blauen abkaufen <IMG SRC="smilies/rolleyes.gif" border="0">
Porto bezahl ich dannn auch <IMG SRC="smilies/biggrin.gif" border="0">
 
Original erstellt von Blade Polisher:
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PS: Vielleicht halte ich demnächst einen Workshop im Aufschweißen ausgebrocher Klingen ab..... <IMG SRC="smilies/biggrin.gif" border="0"></STRONG>


Hmmm, erinnert mich an 'Herr der Ringe': The sword that was broken,...
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