Wer kann einen Kompass empfehlen ?

sharky

Mitglied
Ich suche Empfehlungen zu einem Kompass, der folgende Kriterien erfüllt:

- klein
- leicht
- hochwertig
- möglichst unkaputtbar

*edit*: -bevorzugt mit Metallgehäuse, danke Corben.

Danke und Grüsse,
sharky
 
Zuletzt bearbeitet:

Corben

Mitglied
Hi Sharky

Würde trotz des höheren Gewichtes immer einen aus Metall nehmen. Hatte mal einen recht teuren von Recta, glaube ich. Einen dieser Dinger aus Acryl ohne Klappe. Dauerte nicht lange und er lief aus. (Draufgesetzt, -gefallen - was weiß ich.)
Wahrscheinlich werden mich jetzt einige Outdoor-Hightech-Freaks killen wollen, aber jetzt habe ich einen von Tschibo: oliv angemaltes Messinggehäuse mit Deckel, der Stil, wie er schon seit dem WKII gängig ist. Hat 9.90 € gekostet und mich genauso sicher diesen Sommer aus dem Övre Pasvik in Norwegen rausgebracht, wie es einer für den zehnfachen Preis getan hätte.

Gruß

corben
 

Nagelring

Mitglied
"hochwertig"

was meinst Du mit hochwertig?

Ich empfehle Dir:

- einen Peil-Spiegelkompass

- die Möglichkeit der Mißweisungskorrektur (hier in D nicht notwendig, in USA/Kanada können angeblich über 20° erreicht werden).

- in der (durchsichtigen) Dose Nord/Südlinien wg. ermitteln der MKZ

- durchsichtige Grundplatte. Je länger die Grundplatte desto besser das Einzeichnen der Kurse, wie beim Geodreieck ("Anlegekante")

- mm-Angabe an der Anlegekante zwecks ermitteln von Marschentfernungen, am besten auch in inch für ausländische Karten

- prinzipiell ist es einfach angenehm wenn die Nadel sich relativ schnell einschwingt, gerade bei unruhiger Hand, daher flüssigkeitsgedämpft

- ev. noch mit Inklinationskorrektur, Kompass kann also auch auf der Südhalbkugel eingesetzt werden. Wir wollen im Dez nach Peru, ich suche daher auch gerade einen Kompass :steirer:

- fluoreszierende Kompasse könne auch in Dunkelheit abgelesen werden, hab ich noch nie gebraucht. Auch Lupe zum Entziffern der -oft kleingedruckten- Höhenlinien hab ich nocht nicht gebraucht.

-Spiegel als Deckel (bei der Recta DP-Reihe unterm Kompass). Du siehst das Ziel und kannst im Spiegel die Gradanzahl ablesen. Spiegel für mich als Kontaktlinsenträger auch beim Einsetzen der Linsen hilfreich

- Vorsicht bei Militärkompassen, die arbeiten oft noch mit 400 gon oder 64er Einteilung. Ist ang. einfacher bei der Geschützführung.

Zwei Kompasse die alles oben genannte erfüllen: Recta DS 56 und Silva Eclipse Pro. Ersterer um die 55,00, letzterer ca. 100,00 Euro. Mit untenliegenden Spiegel: Recta DP 65 (ca. 65,00 Euro).

Ich habe z.Zeit einen Recta DP 6, unverwüstlich das Teil, der Spiegel ist sonst leider nicht nutzbar, keine schöne Anlegekante, dafür seitenrichtiges Ablesen der Kompassdose. Der Silva wird mir zur Ansicht geschickt, wenn es Dich interessiert kann ich Dir ja meine Einschätzung mitteilen.

Vorsicht, bei Kompassen kann man sich auch so richtig schön reinsteigern !! :irre:

Nagelring
 

sharky

Mitglied
Re: "hochwertig"

Original geschrieben von Nagelring Ich habe z.Zeit einen Recta DP 6, unverwüstlich das Teil, der Spiegel ist sonst leider nicht nutzbar, keine schöne Anlegekante, dafür seitenrichtiges Ablesen der Kompassdose. Der Silva wird mir zur Ansicht geschickt, wenn es Dich interessiert kann ich Dir ja meine Einschätzung mitteilen ...
Danke, gerne !
Original geschrieben von Nagelring Vorsicht, bei Kompassen kann man sich auch so richtig schön reinsteigern ...
Jetzt kann ich auch dieses komische Gefühl deuten. Ich habs befürchtet ! :rolleyes: (Ich vermute mal das liegt daran , dass es noch aus der Evolution in unseren Genen liegt, dass wir auf die ersten einfachen Werkzeuge, Messinstrumente, Feuer und Licht abfahren:
Als da sind: Messer, Uhren, Kompasse, Feuerzeuge und Taschenlampen, etc., etc. ... Sorry, war OT :D)
 

Elakazam

Mitglied
...total robust!!

Hey Sharky,

Habe bei www.globetrotter.de einen ziemlich hochwertigen und stabilen Kompaß von Suunto entdeckt. Ist aber auch nicht gerade billig.

Hier die original Beschreibung:

Suunto KB-14
Ein ultra robuster, super genauer Handpeilkompass.
Fluidgedämpfte °-Anzeige mit Prismenoptik für eine exakte, bis 0,5 ° genaue Ablesung. Im unteren Bereich der Skala wird die Position vom Standpunkt zum Ziel angezeigt, oben vom Ziel zum Standpunkt. Dauerhaft antistatisch und edelsteingelagert; mit Konversionstabelle und Stativgewinde. Anodisiertes Leichtmetall-Gehäuse mit Kunstleder-Etui. 75 x 52 x 15 mm. 125 g.

129 Euro!!

Wollte Dir noch das entsprechende Bild mit hochladen...ging aber nicht, keine Ahnung warum...deshalb mußt Du wohl selber mal bei Globetrotter nachschauen! Die Rectas findest Du auch dort!!!

Gruß!!!
 

Saschaman

Mitglied
Ich empfehle dir auch den Recta DP 6.
Wenn du Glück hast, findest du auch mal einen bei *** Gelöscht. Hinweise auf Internet-Auktions-Plattformen sind im Messerforum nicht erwünscht. ***.
Ich habe meinen dort mal für 25 DM geholt.
Der untenliegende Spiegel ist wirklich klasse zum Peilen.

Zum Anlegen an der Karte habe ich noch einen einfachen ( aber guten ) Kompass von Silva.
Gab's mal bei IKEA für 9 DM!
Wird auch von Hugh McManners in seinem "Trekking kompakt" empfohlen.

Alex
 

Frank

Mitglied
Und immer dran denken:

Geht die Sonne auf im Westen,
mußt Du Deinen Kompaß testen!


(alte Infanteristenweisheit)

Bis denne!
Frank
 
Moin,
keine Ahnung warum das Gehäuse aus Metall sein muß - meiner hat bislang alles mitgemacht (mehrtägige Skiwanderung in Schweden ebenso wie zig Bergtouren). Ich habe einen Kompa von Silva (Silva Ranger M15), der genau das bietet was ein ordentlicher Kompaß (mit dem auf einer Karte gearbeitet werden muß) besitzen muß:

- Einstellbare Mißweisung
- Durchsichtiger Boden und Bodenplatte mit Anlegelinien
- Spiegel, über den gepeilt werden kann
- lange Anlegekante
- Koordinatensysteme für 1:25k und 1:50k-Karten
- Schnur, um das Teil um den Hals zu hängen (im Rucksack nutzt er nix).

Sonstige Anmerkungen:

Den Suunto KB14 kannste knicken, im Gelände kann man freihand nicht genauer als 1-2° peilen (vor allem wenn man außer Puste ist). Ist aber auch nicht nötig, da man eh immer wieder ne Kurve läuft.
Der Recta DP6 ist ganz witzig, aber für die Arbeit mit Karten ungeeignet (kein durchsichtiger Boden).

(Erbsenzählermodus an)
Es heißt Kompanden und nicht Kompasse
(Erbsenzählermodus aus)

Zu den Militärkompanden, Gon usw.:
Militärkompanden arbeiten manchmal mit einer eigenen Einteilung.
(Artillerie Promille, Strich oder mils). Ein Vollkreis entspricht entweder 6300 (Schweden) oder 6400 (NATO) solcher Einheiten. Ein Strich (bei der 6300er-Einteilung) entspricht rund 0.057 Grad und damit einer seitliche Abweichung von 1 m auf 1 km Entfernung. Die Ari findet sowas sehr interessant (Ziel 20 km wech, 2 Strich nach links entspricht 20*2 = 40 m weiter links neben dem letztenEinschlagsloch).
Hab aber solch einen Kompaß noch nicht in den Fingern gehabt.

Die Goneinteilung ist nichtmilitärischen Ursprungs. Ein Vollkreis wird in 400 Neugrad (gon) unterteilt, was die Rechnerei etwas vereinfacht, weil ein viertel Kreis nicht 90° sondern 100 Grad sind (und so für Dezimalsystemjunkies einfacher begreifbar wird).

Ach ja - bevor Du Dir einen ordentlichen Kompaß besorg Dir das Buch "Orientierung mit Karte, Kompaß, GPS" von Wolfgang Linke. Denn ohne Ahnung was man mit solch einem Teil anfangen kann bringt der schönste Kompaß nix.

Alex
 

Nagelring

Mitglied
...fällt mir grad noch ein...

...zu Corbens Tipp besser ein Metallgezhäuse zu nehmen:

Metall beeinflusst den Magneten(ich glaube das nennt sich Deviation), die Schiffskompasse müssen speziell nivelliert werden. Beim Bund heißt es, dass die Wumme 3m beim peilen vom Peilenden entgernt sein soll. Das Gehäuse muss d.h. "antimagnetisch" sein.

Vorschlag: BW-Kompass (Raer Art.-Nr. 72170, DM 212,00), oder Art.Nr. 72100, 231,80)

Den BW-Kompass kenn ich, sehr solide aber auch recht schwer.

Nagelring

P.S.:
Vorsicht, z.Zeit rollen die Köpfe recht schnell ;)
 

Moonlight

Mitglied
Geringes Gewicht und Metallkompaß sind miteinander unvereinbar. Wenn's aber unbedingt einer sein muß, dann empfehle ich (der eine ganze Schublade voll Kompanden hat) dir dein Breithaupt-Marschkompaß www.breithaupt.de , den auch die Bundeswehr nutzt. Unkaputtbar, große Dose, durchsichtiger Boden.
Reine Peilkompanden (auf 0,5 Grad genau!), wie der hier empfohlene Suunto - ähnliches gibt es auch von Silva - sind für sich allein nicht ausreichend. Dann mußt du dir noch ein Gerät zum Winkelmessen anschaffen.
Wenn du nun verunsichert bist, empfehle ich dir den Recta DP 10. Der hat zwar ein (ebenfalls unkaputtbares) Kunststoffgehäuse, besitzt aber eine durchsichtige Dose zur Winkelmessung und zudem eine hervorragende prismatische Peilvorrichtung, ist klein und sehr leicht (für knapp 100 Euro bei www.globetrotter.de.

Moonlight
 

Nagelring

Mitglied
wofür die super genauen Peilungen?

Hi Monnlight,

wofür braucht man diese super genauen Peilungen?

- bei Kreuzpeilungen brauche ich doch eh zwei Sichtverifizierungen, die ich auf der Karte und Natur wiedererkennen kann. Das Kreuz überprüfe ich in der Natur mit der näheren Umgebung, da verlasse ich mich nicht 100%ig auf die Karte. Bei einer 1:25 000 oder 1:50 000er hatte ich da noch keine Probleme.

- wenn ich die Marschkennzahl ermittele kann ich den Kurs idR doch eh nicht einhalten, weil irgendwelche Hindernisse auftauchen. Dann verfolge ich meinen realen Weg auf der Karte und ermittele ggfls die MKZ neu. Ausnahme wären wanderungen in Ödnis/Wüste.

Aber vielleicht fehlen mir da auch ein paar Erfahrungswerte.

Gruß

Nagelring
 

Q..

Mitglied
Also ich empfehle den DP65. Die Einschwingzeit ist sehr kurz (Kürzer als beim DP10) und durch die Entkopplung der Nadel ist er auch auf der südlichen Erdhalbkugel verwendbar.
Hatte in Australien keine Probleme damit.
Bei einem DP10 den ich dort im Geschäft gesehen habe war die Nadel so schief (Kapsel für die Nordhalbkugel angepasst) dass man den Kompass waagrecht gar nicht benutzen konnte.

Gruß,
Q
 

Moonlight

Mitglied
Peilkompanten, insbesondere der DP10, sind einfach wesentlich besser abzulesen. Kein Paralaxenfehler. Die supergenaue Peilung ist praktisch die Zugabe. Geologen, Seeleute und andere Spezialisten brauchen so etwas durchaus. Der normale Survivalist nicht.
Der Kompaßkauf hat sich halt am Einsatzzweck auszurichten, siehe z.B. weiter oben, Kompaß für die südliche Halbkugel oder die schon einmal gelinkte page von www.breithaupt.de mit echten High-End-Modellen für Geologen.

Moonlight
 

tunnelratte

Mitglied
hallo!

mein persönlicher liebling ist immer noch der Recta DP10. den habe ich nun schon auf einigen touren eingesetzt und bin hochzufrieden. er hat zwar kein metallgehäuse ist aber leidlich robust. er eignet sich gut für die kartenarbeit und ist dank seiner prisma-optik auch zum einfachen kartographieren geeignet.
ein guter kompass mit metallgehäse wird von sunnto angeboten. zu beziehen über www.globetrotter.de. das ist allerdings ein reiner prisma peilkompass und ist für das arbeiten mit der karte NICHT geeignet. abraten möchte ich dir von den sogenannten militärkompassen, die im regelfall einfach schrott sind.

alles gute, alles scharf
tunnelratte