Wellenschliff: wie schleifen?

cps

Mitglied
HALT!

nicht gleich zuschlagen! ich habe das forum durchsucht, diverse postings gelesen und ein paar websites abgeklappert!

trotzdem wollte ich mal fragen: wie schleife ich ein spyderco (GIN-1) mit 50/50 wellenschliff am besten?

ich tendiere zu keramikstäben im ständer. muss es da das spyderco-set sein, oder tut es beispielsweise auch das lansky?

worauf muss ich beim kauf achten?

besten dank & gruss,

tibor
 

freagle

Mitglied
Hallo cps,

wenn du Geräte wie den Sharpmaker des öfteren für den Wellenschliff benutz, dann schleifst du Zähne mit der Zeit weg, denn du schleifst damit auch dort wo es nicht erforderlich ist, also lieber die Stäbe mit der Hand direkt in den Rundungen führen, oder spezielle Rundfeilen für Wellenschliffmesser benutzen, von Mission gibts so ein Teil aber auch andre Hersteller gibt es, Marke fällt mir spontan nicht ein. Diamantrundnadelfeilen für die Metallverarbeitung gibts auch, kostet einzeln etwa 20DM, sind etwas grob, aber die Schneide beißt bei härteren Materialien noch besser zu.

Grüße freagle
 

Leonardo75

Mitglied
Wellenschliff freihand schärfen

Hallo cps!

Meine Wellenschliffmesser (ich hab eh nicht viele und mag sie auch nicht besonders) schleife ich mit einem Dreiecksstein von Lansky mit Gummikappen an den Enden. Alternativ kann man auch einen kleinen Formschleifstein (Apex Arkansas), solche wie man sie auch zum Schleifen von Hohlmeißeln und anderen Schnitzwerkzeugen verwenden. Jede Vertiefung wird einzeln geschliffen, dass dauert zwar etwas, aber dabei bleibt auch die Schneidenform erhalten.
Das Feinschleifen mache ich mit einem belgischen Brocken als Formstein, bei dem kann man zur Not auch noch das Profil des Steines verändern, wenn das Messer es erfordert.
Abgezogen wird das Messer von beiden Seiten mit einem dünnen Lederstreifen, der mit Polierpaste eingerieben ist und welcher an den Rand eines schmalen Holzstückes geklebt wurde.
Die Wellenschliffmesser, die den Schliff nur von der einen Seite haben, werden auch nur vor dieser Seite in einem Winkel geschliffen. Die andere Seite wird nur flach auf dem Stein aufgelegt und feingeschliffen und danach abgezogen.

Den Lansky V-Sharpener würde ich nicht für die Wellenschliffe nehmen, da die Stäbe rund sind und somit nicht tief genug in die feinen Ritzen des Wellenschliffs kommen.

Dann mal viel Spaß beim Schärfen,
Gruß Leo.
 

cps

Mitglied
danke für euere sehr hilfreichen antworten!

als blutiger anfänger tendiere ich immer mehr zum "spyderco tri-angle sharpmaker". das messer "frei" über einen schleifstein zu bewegen, traue ich mich nicht so ganz.

-> gibt es eine billigere alternative zu dem spyderco-set? vielleicht mit weniger stäben? gut finde ich den halter für die stäbe, als blutiger (kann man manchmal wörtlich nehmen) anfänger stelle ich es mir recht einfach vor, das messer nur senkrecht von oben nach unten an den stäben entlang bewegen zu müssen.

bekommt man mit polierpaste & leder wirklich wieder den glanz auf der klinge wie am anfang hin?

gruss

cps
 

beagleboy

Premium Mitglied
Serrated? Nimmilang...

Habe gerade vorgestern den Spyderco Sharpmaker bekommen (tolles Teil) und war baß erstaunt, als ich in der Anleitung die Anweisungen zum Schärfen von Wellenschliffklingen gesehen habe.
Da soll man doch tatsächlich den gesamten Wellenschliff über die Kante der Schleifstäbe ziehen !
Ich kann mir nicht vorstellen, daß die Spitzen des Wellenschliffes das auf Dauer mitmachen. Irgendwann hat man dann einen "ein-bißchen-serrated-Schliff", oder?
Ich werde mir jedenfalls weiterhin die Mühe machen, die Rundungen meiner (wenigen) Wellenschliffklingen einzeln auszuschleifen.
 
ich habe 2 feilen von spyderco:
rundfeile (fein) & eine tropfenförmige feile (fein).
da ich regelmäßig mein military schärfe, sind gröbere feilen nicht nötig.....
die runde feile passt genau in die großen rundungen der wellen,
die tropfenförmige feile eignet sich hervorragend für die kleinen
wellen.
schleifen macht den wellenschliff gewiss nicht schöner, aber scharf ist mein M. immer!!


grüßchen
immi
 

HankEr

Super Moderator
Also den Wellenschliffstein für das Lansky-Set kann ich beim besten Willen nicht empfehlen. Was freagle schreibt dürfte mit Sicherheit vernünftiger sein.
 
Da das Schleifen von Serrations ja doch immer mal wieder nachgefragt wird, schildere ich mal kurz meine Methode, mit der ich selbst total verhunste oder von Werk aus untaugliche Wellenschliffe um- oder nachschleife, mit erstaunlichen Ergebnissen.

Und zwar benutze ich erstmal die Diamantrundfeile des DMT-Sets zusammen mit der Lanskyklammer. Hier ist die Rundfeile auf dem oberen Bild zwischen dem Messer und dem blauen Stein zu sehen: http://www.dmtsharp.com/press/aligner.htm Die DMT-Klammer funktioniert natürlich auch, die von Lansky finde ich allerdings stabiler, wodurch der Winkel genauer gehalten wird und die Klinge fester eingespannt werden kann.

Ich wähle dabei einen möglichst flachen Winkel; von Werk aus sehr steil geschliffene Serrations werden so automatisch schön flach umgeschliffen. Es wird nur von der bereits geschliffenen Seite der Serrations gearbeitet, bis auf der Gegenseite ein ordentlicher Grat entstanden ist. Dabei verwendet man bei den größeren Wellen den oberen, dickeren Teil der DMT-Rundfeile und bei den kleinen Zwischenwellen den unteren, dünneren Teil. Durch den sich verändernden Durchmesser der Rundfeile ist allerdings ein wenig Geschick notwendig, um der vorgegebenen Form der zur Zeit geschliffenen Welle zu folgen und diese Einzuhalten. (Immer nur auf eine Welle konzentrieren) Das geht aber mit ein klein wenig Übung ganz gut. Es ist darauf zu achten, dass sich das Führungsloch der Lanskyklammer rechtwinklig oberhalb der gerade geschliffenen Welle befindet, also ruhig öfter mal umspannen. Und keine falsche Bescheidenheit: Es sollte richtig Material abgetragen werden, ruhig auf der ganzen Fläche des Wellenschliffs. (Sieht einheitlicher aus als wenn nur der untere Teil der Schneide neu geschliffen wird. Es reicht natürlich auch das Schleifen der Schneide allein, hauptsache man erhält einen deutlichen Grat.)

Habe ich den gesamten Wellenschliff neu überarbeitet und die Seitenfläche der Wellen komplett übergeschliffen (aus optischen Gründen mache ich das auf der ganzen Fläche des Wellenschliffs bei jedem Messer, das ich zum ersten Mal so behandle) und ist ein regelmäßiger Grat an jeder Welle entstanden, ist Schluss mit Schleifen. Es wird nicht mehr von der Gegenseite mit einem Schleifmedium gearbeitet, sondern nur noch poliert:

Dazu nehme ich in Ermangelung eines anderen Gerätes eine Bohrmaschine, die vorschriftsmäßig mit einer entsprechenden Halterung in die Werkbank eingespannt ist. Hier muss man natürlich auf die Gefahren beim Polieren hinweisen, das ist nicht ohne. (Ein Dremel mit Polieraufsatz funktioniert sicherlich auch, ist wahrscheinlich ungefährlicher aber auch nicht so gleichmäßig zu handhaben) Und wegen der Wärmeentwicklung natürlich immer nur kurz und ohne Druck auf die mit Autosol, Metal-Glo oder ähnlichem behandelte Filzscheibe halten. Um Verrunden der Schneide zu vermeiden, auch nur in einem möglichst flachen Winkel.

So poliere ich die Serrations in einem möglichst flachen Winkel abwechselnd mehrmals kurz von beiden Seiten, bis der Grat sich gelöst hat und nicht mehr feststellbar ist.

Das Ergebnis war bisher immer mehr als zufriedenstellend, ich war anfangs echt erstaunt. Vorher hatte ich es mal mit dem Sharpmaker, mit den dreieckigen Spezialsteinen des Lanskys oder mal freihändig mit einer diamantbesetzten Rundfeile versucht. Alles brachte mir kein befriedigendes Ergebnis. Es kann natürlich sein, dass der eine oder andere mit dieser Version nicht so gut zurechtkommt, denn jeder hat ja so seine Vorlieben beim Schleifen. Bei mir klappt es aber so gut, dass ich es einfach mal empfehlen möchte.

PS: Sorry, dass ich diesen uralten Thread dafür wieder hochgeholt habe, aber der Titel ist so schön aussagekräftig und eindeutig im Gegensatz zu den vielen anderen Themen, wo es um Serrations geht.
 
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