Welches Material für Platinen und Feder bei Klappmesser

timr68

Mitglied
Hallo Messerfreunde,

Viele feststehende Messer habe ich schon entworfen und gebaut. Jetzt möchte ich mir
ein Klappmesser bauen. Das ist durch die Mechanik, natürlich ein ganz anderes Thema.
Erst aus Pappe, dann aus Speerholz habe ich ein Modell entworfen, um für die Proportionen,
Mechanik, schließen und öffnen ein Gefühl zu bekommen. Es soll ein Slimjoint-Mechanismus werden.
Bei der Materialwahl bin ich noch unentschlossen. Als Klinge werde ich wohl einen Inox-Balbachdamast
verwenden, bei den Platinen und der Feder bin ich mir unsicher welchen Stahl ich verwenden soll.
VA-Blech ist mir für Kratzer zu anfällig. Bin auch nicht sicher ob es von der Stabilität ausreichend ist.
Kann mir da jemand einen Rat geben was da geeignet ist und evtl. eine Bezugsquelle nennen.
Habe bei einem renomierten Anbieter 1,2mm Titanblech gefunden, habe aber keine Erfahrung in der
Verarbeitung und den Eigenschaften dieses Materials.
Die Feder soll ebenso unbedingt rostfrei sein. Giebt es da ein Stahl/Material den man ungehärtet verwenden kann?
Oder ist es unbedingt nötig eine Feder zu härten?
Naja, bin auf jeden Rat und Tipp gespannt.
Gruß timr68
 

Mr.Hw35

Mitglied
Hallo Tim,

bin selber seit einiger Zeit dabei, eigene Slipjointmesser sowie zugekaufte Bausätze zu verarbeiten.... macht großen Spaß, und ist mal was anderes als immer Fixed zu bauen.
Titan habe ich noch nicht zu Platinen verarbeitet, da ich eher traditionelle Messer mit gelöteten Backen mache. Als Material ist V2A in 1mm dafür ausreichend stabil, und lässt sich auch mit Silberlot bestens(unsichtbar!) löten. Ich habe jedoch auch schon einige ältere Taschenmesser restauriert( bis zur Zerlegung/Neuaufbau), und dabei auch durchaus Neusilberplatinen von 0,4mm Stärke gesehen, welche die letzten 80 Jahre stabil waren! Ist dann aber sehr frickelig, sowas neu zusammenzubauen, besonders mehrteilige Exemplare...
Als Material für Federn eignet sich 4034 sehr gut, dann auf 45Hrc gehärtet... gibts in einigen Abmessungen, ist günstig und rostfrei.
Ungehärtete Federn kann ich mir gerade nicht vorstellen- evtl. gibts ja was exotisches, das ich nicht kenne- aber da ist dann wohl auch gehärteter 4034 die einfachere Wahl.

Ich hoffe, dir ein wenig geholfen zu haben, auch andere Meinungen würden mich sehr interessieren -ist ja für mich auch relativ neu, dieses Thema!
Viel Spaß mit deinem Projekt!

Lg
 

timr68

Mitglied
Danke für deine Antwort und Anregung,
am liebsten würde ich sofort bestellen und loslegen, bin mir aber noch unschlüssig
bei dem Material. Die Idee mit den gelöteten Backen finde ich gut, überlege ob ich das
aufgreife, zumal ich massive V2A Stücke für Backen vorrätig habe, würde mir dann 1,0mm
V2A Blech bestellen und könnte loslegen.
Eigendlich wollte ich die Griffschalen voll aus Wüsteneisenholz machen, da ich aber
noch einige Grenadill-Abschnitte habe, würde das dicke für mehrere Griffe ausreichen.
Silber und das dunkele Grenadill sehen bestimmt auch edel aus.
Mit Silberlot habe ich bisher kaum gearbeitet. Ich stelle mir das so vor, das du die
plangeschliffenen Backen direkt auf die Linerplatinen lötest und die Bohrung für die Achse
in der Platine dann einfach weiterbohrst duch die Backe. Ist das so?
Man sollte dann nach dem Finish keine Lötstellen oder Spalte zwischen Liner und Platine sehen?
Dazu werde ich mal eine Testlötung durchführen, um ein Gefühl dafür zu bekommen.
Naja, ich stecke erst noch in der Planungsphase und tüftel ehr weniger am Design als an der Mechanik
rum. Da ich bisher nur feststehende Messer gebaut habe, ist das was ganz neues für mich.
Danke und Gruß Tim
 

Mr.Hw35

Mitglied
Ja, Silberlot zwischen 2 Lagen V2A sieht man nicht, soweit man ordentlich plane Auflageflächen hat. Bei Messingbacken auf V2A sieht man jedoch auch nicht wirklich was vom Lotspalt, ordentliches Planschleifen vorausgesetzt... Wie das aktuelle Folder Projekt mit Mokume/V2A wird, weiß ich leider noch nicht, hoffe aber das beste!:irre:

Zum Löten bohre ich zuerst das Loch für die Achse durch Platine und Backe, da ich mir dadurch ein besseres Ergebnis beim Löten verspreche(Das Loch dient dann zur Positionierung sowie als Abzugskanal für Flussmittel/ entstehende Gase).
So bekomme ich dann auch die Backen auf beiden seiten gleich lang in Richtung Griffschalen, und erspare mir lästiges nachfeilen.


Lg