welchen Stahl besitzt mein Messer - wie härten?

Adrien

Mitglied
Hiho,
ich bin auf dem Gebiet noch ein absoulter Anfänger.

Ich habe vor Jahren mal ein Messer geschenkt bekommen. Mit 25HRC und angeschweißtem Griff war es eigentlich eher ein Krampf als ein Messer. Aber nichts für ungut. Wie könnte ich herausfinden, was es für ein Stahl ist bzw. gibt es vllt. sowas wie eine Allrounderkur, um einen Chromstahl >12% möglichst hart zu bekommen (wenn nichts weiter darüber bekannt ist)?

Funkenprobe schön und gut. Mir wird das allerdings nur sehr wenig sagen, zumal man dabei die Legierungselemente sowieso nicht herausfindet.
Die Klinge ist rostfrei, sollte m.M.n. also mehr als 12%Cr besitzen.
Habt ihr vllt. Ideen dazu oder könnt mir ein paar Tips geben?
Ich möchte das Messer nicht einfach auf den Schrott werfen, dafür ist es zu schade. Erst einmal wollte ich versuchen es zu härten.
MfG Adrien
 

no bird

Premium Mitglied
Hallo Adrien

ich bin kein Stahlexperte ,
aber ich denke eine Konservendose hat mehr 25 HRC ,wie kommst Du auf den Wehrt ?
Ich glaub das Härten vergisst Du besser .

Norbert
 

Eisenbrenner

Mitglied
Hallo Adrien,
die 25 Rockwell sehe ich einmal als Zahlendreher, auch 52 wären ein recht weiches Messer.

Funkenprobe würde ich keine machen. Ich habe festgestellt, die ist bei Rostfreien nicht so eindeutig zu bestimmen.
Ich habe das mal an rostfreien Pflugscharren ausprobiert, die ich beim Nachbarn abgestaubt habe. Keine Kohlenstoffexplosionen aber direkt nach dem Härten war damit Glas zu ritzen.

Außerdem: wo kannst du an dem Messer so etwas abschleifen, das es ordentlich funkt, ohne die Optik zu versauen?
Am Griff wohl kaum, der ist ja aus einem anderen Material und angeschweißt.
Zum nachbearbeiten kann ich nur raten: Lass es.
Das ist bei rostfreien relativ kompliziert, und ich denke nicht dass jemand einen brauchbaren rostfreien Stahl verbaut und dann derart bei der Wärmebehandlung versagt.

Ich würde eher versuchen wie sich die Klinge im Alltag schlägt.
Hält sie die schärfe etwas? Legt sich die Schneide um?
Ansonsten taugt sie evtl immer noch im Garten bei Arbeiten mit Erdkontakt ...
 

Adrien

Mitglied
Erstmal danke der Antworten.
Also 25 sind auf jeden Fall kein Zahlendreher. Kann sein, dass +-5HRC, weil keine soooo feste Auflage, aber immerhin viel zu niedrig. Frage mich auch, wer wie wieso dieses Messer angefertigt hat.
Stutzig bin ich geworden, als ich damals nen paar Äste durchschlagen wollte und plötzlich die Klinge verbeult war ( im Bild sichtbar).
Ich konnts einfach nicht lassen. Hab es mal probehalber bei 1050°C gehärtet und bei 200°C angelassen. Heraus kamen 49HRC, 2x gemessen an 2 Punkten (auf dem Bild sichtbar). Immer noch viel zu niedrig, aber immerhin fast das Doppelte, was es vorher hatte.
An der Färbung lässt sich hier gut erkennen, dass es zwei unterschiedliche zusammengeschweißte Stähle sind. Ich denke mal, die Klinge wird sehr viel Chrom haben, weil sie etwas goldig aussieht und für nach dem Härten viel zu viel glänzt.
Hättet ihr eine Idee, wie ich sowas noch hart bekomme? Wie gesagt, der hohe Chromanteil ist nur ne Vermutung. Bin da kein Experte. Und auch sonst bin ich eher unerfahren.
unknown_knife.jpg


Zur Härte nochmal an sich. Soweit ich weiß, sind KM2000 und KM4000 auch nicht viel härter als 52 oder 54HRC, werden aber überall im Einsatz verwendet. Wirklich schlecht können sie deswegen ja auch nicht sein!?

Edit: Was mir noch eingefallen ist:
Eine Schweißstelle ist ja i.d.R., wenn sie gut ausgeführt ist, eine sehr harte Stelle, an der das Werkstück so gut wie nicht mehr zerbrechen wird. Allerdings kann ich mir nicht vorstellen, dass sie was am Messer zu suchen hat, zumal ja der Faserverlauf schon dahin ist. Wenn doch, berichtigt mich bitte.
 
Zuletzt bearbeitet:

Morales

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Also ohne Gewähr: Das Messer sieht aus wie eins von Puma, möglicherweise ein White Hunter oder Automesser. Der Stahl wäre dann wohl der 1.4116, man möge mich aber berichtigen. Dein Messer hat durch Anschweißen einen neuen Erl bekommen...stellt sich mir die Frage, warum es den alten Erl verloren hat.

Gruß,
Carsten
 

Adrien

Mitglied
Ah, das bringt mich schonmal weiter, wenn dem wirklich so sein sollte! Dann probier ich die Prozedur nochmal mit Öl als Abschreckmittel. Wenns mirs dann zerhaut, hab ich was falsch gemacht, but who cares?
Also auf ein Neues. Vllt. komm ich noch über die 52HRC raus.
Danke erstmal soweit.
 

chamenos

Super Moderator
Also ohne Gewähr: Das Messer sieht aus wie eins von Puma, möglicherweise ein White Hunter oder Automesser.

Fast:D

Beim Puma ist die Beilschneide anders im Übergang zum Rücken.
Pumahunter hat einfach die schönsten Bilder:
http://www.pumahunter.de/page5.php

Wenn, dann könnte es das Pilotenmesser von Hirschkrone sein, - wenn da nicht der leichte Recurve in der Schneide fehlen würde, - auch spricht der Stempel "Stainless" in dieser Form eher gegen eine Fertigung in Solingen.
Hier mal mit anderer Prägung aber wenigstens dem fehlendem Recurve:
http://www.raeer.com/shopexd.asp?page=&id=20872?var=00000

Das Pilotenmesser gibt es aber als Kopie für ein paar Euronen aus Fernostfertigung, - da dann auch mit dieser Prägung.
Und das ein Messer aus einem Stahl jenseits des 420er nach dem wahrscheinlich unfachmänisch ausgeführten wieder Zusammenschweißen seine eh schon niedrige Härte dann komplett verliert ist sehr wahrscheinlich.

Gruß
chamenos
 

Adrien

Mitglied
Hehe, also wahrscheinlich doch nur ein billiger Nachbau. Also kaputt kann ja nicht mehr viel gehen. Ich versuchs einfach mal mit 1.4116 Spezifikationen zu härten und melde mich danach wieder.
Stimmt schon, das Puma sieht ja 10x eleganter aus. Und das hat sicherlich auch ne Hohlkehler an der Klinge, was dieses Messer hier, naja..., eigentlich nicht wirklich hat. Aber nach ein bisschen Schleifarbeit dürfte sich die Funktion verbessert und der Wert wahrscheinlich verhundertfacht haben :-D Vllt. kann ich aus dem Kaugummiautomatenmesser doch noch ein bisschen was rausholen.