Welchen Service erwartet ihr beim Kauf eines Customs?

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Thomas Spohr

Gast
Ich bin der Meinung, daß beim Kauf eines Custom, nicht nur eine Material- bzw. Funktionsgarantie gewährt werden sollte, sondern auch die Möglichkeit der Inanspruchnahme des Nachschärfens und/oder Ausbessern von Gebrauchsspuren (durch den Messermacher) selbstverständlich ist. Ob kostenlos hängt vom Kaufpreis ab.

Wie ist eure Meinung?

Um Mißverständnissen vorzubeugen, ich frage aus allgemeinem Interesse, nicht aufgrund einer konkreten Situation.

Thomas
 

pick-up

Mitglied
ich erwarte, das wenn es probleme geben sollte mit dem messer, der erbauer des messerssich in jeglicher form drum kümmert, diese probleme zu beseitigen. umsonst muß es ja net sein, sofern keine funktionsmängel dran sind. die solten schon umsonst beseitigt werden.
wenn er es umsonst schärfen sollte, um so besser, kann meinethalber aber auch 5 euro oder so kosten.
ich denke einfach, das der messerbauer sich halt der probleme egal was es ist annehmen sollte. und nicht hinterher nie zeit haben.
wenn er ein feedback über das messer bekommt, welches dann ja genutzt wird( sonst müßte es ja net geschärft werden oder so ) hilft es ihm ja auch weiter. denke ich.
ich kann aber auch verstehen, das bei einigen messermachern das messer als kunstobjekt hoch im kurs steht und er sagt: um es zu erhalten, tue ich alles, aber die schalen in andere wechselen oder so : nö mach ich net.
 

swissblade

Mitglied
Hier, der "Laberer":hehe:

Der angesprochene Service sollte bei einem Custom/Handmade selbstverstaendlich sein. Wenn es dem Macher nur um den Verkauf geht und nicht um Verkauf UND Service....was ist dann der Unterschied zu einem miesen 10 Euro-Messer (die kann man ja nicht mehr zum Hersteller zurueckschicken)!
 

exilant

Mitglied
Ich verstehe es wohl nicht richtig. Für mich ist das eine Frage der Absprache vorher.

Das der Messermacher für Mängel einstehen muss finde ich selbstverständlich. Ob er den Service des Nachschärfens liefern sollte, wofür? Jürgen macht mir grade eins. Der wohnt rund 200 km entfernt. 10 km entfernt wohnt auch ein Schneidwerkzeugmechaniker, der schärft es mir für ´nen euro. Das ist kein Witz, der nimmt 1 Euro.

Sprich: ich wäre nie auf die Idee eines Service gekommen.

Wenn ich an jemanden wie Daniel Renner denke, der das in der Freizeit macht, überlaste ich ihn wohlmöglich.

Fazit: Wer Service will, sollte sich vorher erkundigen bzw. wissen, was der MMacher denn überhaupt an Service bieten kann. Nachschärfen als konkrete Frage finde ich zu nebensächlich um es zu einem Auswahlkriterium zu machen.
 
T

Thomas Spohr

Gast
:rolleyes:

Hallo exilant,

daß man sich vor dem Kaufabschluss über ev. Serviceleistungen einigt (also einen Kaufvertrag aushandelt) ist selbstverständlich und hätte für den vernunftbegabten Leser nicht angeführt werden müssen.

Inwieweit man Service erwartet (oder auch nicht) kann Einfluß darauf haben ob man sich handelseinig wird oder ob man mit den ausgehandelten Konditionen zufrieden ist. Dies ist die Intention meiner Frage.

Thomas
 

Silkcut

Mitglied
Wenn es was an einem Messer zu meckern gibt sollte man dafür einstehen, OK.
Aber:
Das Finish einer Klinge nimmt einen erheblichen Zeitraum in Anspruch. Um Gebrauchsspuren zu Beseitigen (noch dazu an einer fertig montierten Klinge) gehen wieder Stunden in's Land. Ein Messer muss schon verdammt Teuer gewesen sein wenn die Zeit auf Lau im Service enthalten sein soll.
 

pick-up

Mitglied
ich denke mal, wenn ein messer ab 500€ gekauft wird, ist egal was gemacht werden soll, es beim maker am besten aufgehoben.
der weiß , wie er es zusammengebaut hat und wenn was in die hose geht, kann er es am besten beseitigen.
da ich mehrere teure user habe, und noch einige bei mir in der vitrine warten, tut es mir auch net weh, wenn ich auf ein messer, welches zur überholung weg ist, länger warten muß.
außerdem passt man bei einem solchem messer ein bißchen mehr auf, was man damit macht.:argw: :glgl:
 

Zakalwe

Mitglied
Hmm, ich bin da etwas zwiespältig.

Einerseits ist ja schon in der Regel so, dass man sich an den Hersteller wenden kann, wenn es um Wartung etc. geht, zumindest bei teureren Artikeln. Meine Uhr hat der Hersteller kürzlich auch repariert und aufgefrischt, obwohl das Modell seit den frühen Siebzigern nicht mehr gebaut wird. Und wenn es der Hersteller nicht machen würde, wer denn dann?

Andererseits ist ein Messermacher eine Einzelperson und kann solche Arbeiten nicht an andere Personen/Abteilungen weitervergeben wie eine grosse Firma. (Beziehungsweise: Er könnte wohl schon, aber will man das, und ist es dann noch ein Custom/Handgemachtes.)
Jemand, der noch recht neu im Geschäft ist, der kann sich vielleicht wirklich auch um die Wartung seiner Produkte kümmern. Aber ob ein Messermacher, der seit dreissig Jahren dabei ist, da noch nachkäme?


Björn
 

rfindigo

Mitglied
Auch ich sehe das ein wenig als Grauzone an.
Klar, wenn etwas nicht so ist, wie es sein sollte (und das kann bei der sorgfältigsten Absprache passieren), erwarte ich auch, das der Macher es in Ordnung bringt... Alles weitere, z.B. nachschärfen, Modifikationen und Reparaturen, das erst nach dem Gebrauch nötig geworden sind, würde ich mal als mein Problem ansehen (solange es kein von vornherein vorhandener Fehler war) und bin daher natürlich auch bereit, dafür angemessen zu bezahlen. Ist ja schließlich nicht mehr Bestandteil des eigentlichen Deals und ein gut beschäftigter Macher von Gebrauchscustoms hätte sonst wohl mit dem Service unter Umständen unverhältnismässig viel zu tun.
Allerdings würde ich es natürlich auch nicht gut finden, wenn ich dann auf einer halbjahres Warteliste lande...
Also, wie so oft, alles nicht schwarz oder weiß.

Grüße,
rfindigo
 

TimM.

Mitglied
Meine 0.02$:

wenn das Messer bei mir angekommen ist und ich mit dem Resultat zufrieden bin, ist IMO die Arbeit des Machers getan (außer man beschließt vorher etwas anderes).

Man kann doch nicht erwarten, dass man für selbst verursachte Gebrauchsspuren (wozu auch das Abstumpfen der Schneide gehört) den Messermacher in gewisser Weise verantwortlich macht.
Messer, die benutzt werden, müssen nun einmal ab und an nachgeschliffen werden (auch wenn die Klinge aus Talonite oder S30V besteht ;)), so wie bei einem Auto regelmäßig Reifenwechsel anstehen. Und für abgefahrene Pneus bietet auch kein Auto- bzw. Reifenhersteller kostenlos Ersatz, oder?

Wenn ein Messermacher kostenlos das Finish wiederherstellt oder die Klinge nachschärft, ist das ein freiwilliger Service, der vom Kunden evtl. auch mit dem Kauf weiterer Messer honoríert wird.

Bei klaren Verarbeitungsfehlern sieht's natürlich anders aus, da gebietet es IMO der Anstand, eine zeitlich unbeschränkte Garantie einzuräumen.
 
Ich glaube, das fast alle Messermacher bereit sind, ihre Messer später auch zu schärfen und zu überarbeiten-vielleicht verlangt der Eine etwas mehr dafür als der Andere, und es kann vielleicht auch mal etwas länger dauern, aber gemacht wird das sicherlich...das ist ja auch gute Werbung und führt vielleicht zu weiteren Aufträgen.

Jens.
 

Nidan

Mitglied
Also ich finde, daß der Sevice ja eigentlich schon losgeht bevor das messer überhaupt gebaut wird. Ich erwarte da Beratung, bezüglich Stahl, Finish, Griffmaterial und evntuell Design-Hilfe wenn ich mir was ganz neues bauen lassen will.

Schleifen finde ich nicht unbedingt nötig (ausser wenn es ein schwieriger Fall ist), würde das aber jederzeit für einen Kunden übernehmen. Ob`s was kostet käm dann auf den Zeitaufwand an.

Finish-Sachen hätt ich schon gerne gemacht, ich würd mich da bei einem teurem Custom nur ungern rantrauen. Natürlich würde ich da den Aufwand bezahlen.

Bei Messern die ich gemacht hab, würd ich auch das Finish wieder in Ordnung bringen, wobei ich eh darauf achte, kein zu empfindliches Finish zu nehmen :D Preis auch hier je nach Aufwand.
 

exilant

Mitglied
Nidan spricht da was Gutes an. Eben das finde ich wichtiger, dass ich als Kunde beraten werde, bzw. für meinen Verwendungszweck einen Stahl bzw. entsprechende WB - Beratung bekomme.

Allgemeiner: Service und Info vorher ist mir wichtiger als das danach, sprich :Kaufentscheidend. Der Messermacher soll nur für sein Werkstück haften und nicht für Folgen des Gebrauchs.

Thomas: Ja, mir war das nicht klar. Es hätte sein können, dass es um eine "stillschweigende" Geschichte geht. So, wie die Servierte, die man im Restaurant bekommt, ohne sie zu bestellen.
 

darkblue

Mitglied
Also ich denke, daß ich beim Service das verlange, was der Gesetzgeber an Garantie und Gewährleistung vorgibt.

Alles andere ist Verhandlungssache.

Sollte im Vorfeld was nicht stimmen, wird der Messermacher seine Ware eh nicht an mich los.

Ich habe zum Beispiel von Jürgen einen Folder bestellt und war absolut begeistert, wie sehr er sowohl telefonisch als auch per e-mail absolut detailiert auf meine Fragen eingegangen ist.

Ich habe mich so gut aufgehoben gefühlt, daß ich ein Messer bei ihm bestellt habe. Und ich denke, daß er sich auch bestimmt nicht weniger einsetzt, wenn das Messer mal repariert werden soll, oder ich es eventuell umgearbeitet haben möchte.

Ich glaube nicht, daß ich hier etwas umsonst verlangen kann, kommt natürlich immer darauf an, ob ich was kaputtgemacht habe, oder ob das Teil von minderer Qualität war.

Aber ich habe das Gefühl mich dort gut aufgehoben zu fühlen. Und das ist es, wo es mir drauf ankommt. Ein persönlicher Kontakt und ein gutes Gefühl.

Ob es nachher was umsonst gibt (was mich natürlich freuen würde), oder ob ich für von mir gewünschte spätere Leistungen (die nicht in minderer Qualität des Messers begründet sind) zahlen muß, ist für mich erst einmal nebensächlich.

regards
 

crashlander

Mitglied
Serviceleistungen sind Verhandlungssache, Reklamationen fallen unter Garantie/Gewährleistung. Wobei es bei den Machern da wohl schon unterschiede gibt. Der eine schickt einem kostenlos einen neuen Satz Schrauben zu, der andere gibt einem einen Tip wie man den rauhen Thumbstud selber feilen soll. Gut, ist ein bißchen Äpfel mit Birnen vergleichen, aber eine gewisse Grundtendenz kann ich bei diesen beiden Beispielen schon feststellen.
Ansonsten ist der persönliche Kontakt schon auch wichtig, ob man nach Wünschen gefragt wird usw. oder ob alles in ein, zwei Sätzen abgefertigt wird. Manchmal nimmt man dieses allerdings auch in Kauf. Die persönliche Chemie zwischen Käufer und Kunde ist allerdings wieder ein anderes Thema.
 

El Dirko

Mitglied
Ich schärfe selber, Gebrauchsspuren stärken den Karakter eines Messers und ein Umbau kommt IMHO nicht in Frage. So what? ;)

Service beginnt da wo der Macher Dir erklärt warum er dies lieber so und das lieber so machen würde.
Einem auch mal sagt wenn man eine sch.. Idee hat, Vorschläge bringt was man noch so machen könnte etc.
DAS ist IMHO unersetzbarer Service. :super:
Gruss
El