Welche(s) Gerät(e) zum Schneiden"aufbau" ?

luftauge

Mitglied
Welche Geräte/Vorrichtungen sind eigentlich empfehlenswert, um
- Klingenlängen über 200mm
- bauchige Klingen (z.B. Bolo oder Khukri)
- abgesetzte Schneiden (z.B. wie Spyderco Spot)
über die gesamte Klingenlänge mit einem annähernd gleichbleibendem Winkel (ca. +/- 2°) auszuarbeiten ?

Ich habe mich etwas umgeschaut, habe verschiedene Geräte (Lansky/Frost, Tormek, Shinko) mal "gedanklich" eingesetzt (Lansky auch praktisch) und musste leider feststellen, dass jedes Gerät wie üblich Vor- und Nachteile hat.

Das Eine geht besser nur für kurze gerade Klingen,
das Andere "nur" bis 200mm Länge auch hauptsächlich für gerade Klingen (ohne Modifikation),
das Nächste konnte ich nicht einwandfrei zuordnen (Dick-Shinko), ist wohl eher nur zum Nachschärfen - nicht zum eigentlichen Messerherstellen gedacht (die anderen zwar auch nicht, sind aber verwendbar).

Was mich stört
- ist das Umsetzen beim Lansky,
- die relativ kurze Führung beim Tormek,
- die recht kompakte kleine Nutzfläche beim Dick-Shinko

Welches Gerät (nicht Bandschleifer mit Auflage, weil zu ungenau)mit welchem Umbau wäre am geeignetsten ?
Augenblicklich tendiere ich zu einer Lansky-Modifikation mit einer verlängerten Winkelfixierung aus Lochblech, mit der ich die genannten Nachteile relativ gut ausgleichen kann.

Andere, bessere Vorschläge ?

Gruß Andreas
 

freagle

Mitglied
Du bist doch ein guter Feiler. Die Schneiden an meinen Messern arbeite ich mit ner Diamantfeile grob vor dann geh ich nach belieben an Banksteine oder den Sharpmaker.

freagle
 

HankEr

Super Moderator
Da möchte ich mal auf Wolfs Beitrag in Schärfen hinweisen.
Du hast mit deinen armen und händen eine 10 achsige cnc-maschine, bist jeder maschine weit überlegen bei viel geringerem technischen aufwand. Geht denn ohne vorrichtung und elektrizität überhaupt nichts mehr?
 

luftauge

Mitglied
@ Freagle:
War klar, das hatte ich von Dir nicht anders erwartet :D
Den S90V habe ich mit Lansky und Umsetzen vorgearbeitet, ist jetzt unterwegs zum Härten ;)

@ HankEr:
Den Beitrag kannte ich schon, dort ging es aber speziell ums Nachschärfen.

Wenn ich die Schneide erst habe, kann ich es von Hand - dazu bräuchte ich keine Vorrichtung,
nur das kleine Problemchen ist, dass die Schneide beim Anfertigen der Klinge und danach zu wenig Fläche bietet, um einen Winkelmesser zur Kontrolle anzusetzen, bzw. die handelsüblichen Universalwinkelmesser mit Lupe und Nonius einfach zu groß für solche kleinen Messflächen sind.
Die Angabe ca. +/- 2° ist IMO schon großzügig genug bemessen, im Werkzeugbau wär ein Teil mit dieser "galaktischen" Toleranz u.U. Schrott :cool:

Wenn ich eine Geometrievorgabe oder -empfehlung habe, und einhalten möchte, will ich diese über die gesamte Schneide, incl. aller "Bäuche", Absätze, Recurves, Wellen und gebogener Schneide vorn an der Spitze.
Ansonsten wäre es mir nicht gut genug, Lansky ist für sowas nur eine brauchbare "Krücke", mehr nicht.

Gruß Andreas
 

kababear

Mitglied
warum machst du es nicht mit diamantfeile, edding und messschieber?
so hab ich bis jetzt jedenfalls meine sabre-grind-meser messer angezeichnet.

die zu bearbeitende fläche grossflächig mit edding (vorzugsweise blau) anmalen, ausgehend von der materialstärke im schneidenbereich und der mathematik-formalsammlung die anschliffbreite festlegen und mittels messschieberspitzen anreissen. die ausarbeitung der schneide geht dann relativ schnell mittels diamantfeile. die nacharbeitung dann mit einer feinen bis sehr feinen feile oder bankstein.

hat bei mir jedenfalls immer problemlos geklappt :)
 

luftauge

Mitglied
@ Kababear:
Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter, und breche die scharfe Kante zwischen Flanke und künftiger Schneide innerhalb meiner Anrisse und Eddingmarkierungen vor dem Feilen
mit dem unbeliebten HM-Messerschärfer, nur um Feilen zu schonen, und einen schrägen Ansatz zu bekommen !

Die herkömmlichen Werkstattgrundtechniken habe ich alle durch, ich möchte ein Hilfsmittel (selbstverständlich standesgemäss auch als Eigenbau), mit dem ich einen gleichbleibenden Winkel über die gesamte Schneidenlänge erzeugen kann,

- zuverlässig mit einer relativ groben Toleranz von +/- 2°
- zeitsparend
- für verschiedene Klingenformen und Längen

Dazu hätte ich gern Ratschläge, Empfehlungen und vielleicht ein Bild - das ist Alles, was mich zur Zeit interessiert !

Vielleicht existiert hier in einer Forumianerwerkstatt so ein Teil.
Irgendwann sollte es mit der Improvisation auch gut gewesen sein, ich möchte gern dauerhaft etwas planmässiger arbeiten.
Noch exakter kann ich es beim besten Willen nicht umschreiben ;)

Gruß Andreas