Welche Rettungsmöglichkeiten für ein verzogenes Messer?

Floppi

Mitglied
Da mein Beitrag von vorgestern weg ist :mad: nochmal das ganze:
Ich habe Messer zu härten geschickt. 2 krumme sind zurückbekommen. Bei einem gebe ich alle meine Hoffnung auf. Aber ein Messer ist ausschließlich im Griffbereich verzogen. Die "Innenwölbung" bietet zu einer Griffschale (sollten aus Holz gemacht werden) etwa 2 zehntel Millimeter. Gibt's da 'ne Möglichkeit noch was zu retten, bzw. diesen Unterschied dauerhaft auszugleichen? Oder fällt das unter Lehrgeld/Ausschuß?

Dann noch 'ne Frage. Das eine Messer ist aus 1.2379. Ca. 7 cm Klinge. Alleine die Klinge ist vom Ricasso zur Spitze um etwa 1,5 mm verzogen. Der Schliff war eigentlich ziemlich symmetrisch und wurde per Baumarktbandschleifer erzeugt. Liegt so ein gravierender Verzug an meiner Bearbeitungskunst, bzw. -unfähigkeit oder eher an der Härterei? (Ich will hier keine Schuldzuweisungen, suche nur 'ne Erklärung um Ärger in Zukunft zu vermeiden.)
 

Guenter

MF Ehrenmitglied
Also versuche ich auch noch mal zu antworten:
Den Verzug im Griffbereich solltest Du durch einen "tapered tang" ganz gut kaschieren können.
Der Verzug allgemein kann an Beiden liegen: an Dir, daß Du die eine Seite heißer geschliffen hast und mehr Stress aufgebaut hast und möglicherweise nicht angegeben hast, daß die Klinge vorm Härten erst spannungsfrei geglüht werden sollte, oder an der Härterei, daß die Klinge so zwischen größeren Werkstücken gelegen oder gehangen hat, daß sie einseitig mehr erwärmt oder abgekühlt wurde. Das ist besonders bei 1.2379 nicht auszuschließen, weil aus dem Stahl öfter größere Partien gehärtet werden.
 

Haudegen

Mitglied
hi Floppi,

meine härteerfahrungen kommen von hauptsächlich markus balbach, ansonsten peter stienen u. claymore. jeweils einwandfrei. ich geh auch davon aus, dass ich von den dreien keine krumme klinge zurückbekommen würde. wenn die klinge aus dem ofen kommt, kann man sie notfalls noch richten, falls sie etwas verzogen sein sollte.
ich weiß nicht wo du härten lässt, bei großen härtereien ist das kontrollieren evtl. etwas schwierig.
der verzug kann durch die lagerung im ofen aber auch durch zu einseitiges bearbeiten einer seite des rohlings liegen. aber das sollen die cracks besser beantworten.

mich würd es jedenfalls nerven, deshalb bleib ich lieber auf der sicheren seite, und nutze die kompetenz meiner forumskollegen. :rolleyes:

grüsse,...
 

Floppi

Mitglied
Die Härterei ist Wallner in München. Bis jetzt hatte ich bei denen immer nur gute Erfahrungen gemacht und auch nur Gutes gehört. Nach eigener Auskunft werden dort nur kleinere Partien gehärtet. Es ist das erste Mal, daß ich verzoegene Klingen habe. Wie gesagt: eigene Bearbeitungsfehler kann ich nicht wirklich sicher ausschließen.