Welche Kohle zum Schmieden?

Goderich

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Feuerführung...


Ich habe mich jetzt mal an Fettnuss 4 versucht. Hitzemäßig kein Problem. Ich habe es ohne
Probleme geschafft das fertige Oberteil meiner Zange zu verbrennen :mad:

Meine Hauptprobleme bestanden darin, dass der Backkohlenpanzer beim einstecken des Werkstückes gerne etwas eingebrochen ist und ich deshalb die Glut des Eisens nicht beobachten konnte. Anfangs hat er super gehalten und später wurde er extrem brüchig. Verwendet habe ich die Kohle von Rheinbraun. Die ist hier recht leicht erhältlich und preislich liegt sie ganz gut. Ich habe zwar keinen Verlgeich, aber mein Eindruch war, dass nicht sehr viel Schrott im Sack war, dafür aber viel Schwefel in der Kohle. Ärger mit Schlacke hatte ich keinen, wobei meine noch untrainierten Arme die Sache auch nicht sehr auf die Probe gestellt haben.

Ich habe den Verdacht, dass mein Vorwerk Kobold zu viel Leistung bringt und deshalb die oberen Kohlen zu schnell anbrennen. Ich habe zwar einen Schieber eingebaut, der die Zuluft reguliert, der ist dem kleinen grünen Maschinchen aber vollkommen Wurst.
Wenn er gelaufen ist schlugen irgendwann die Flammen extrem durch die obere Kohlenschicht und diese fing an zu glühen.
Liegt es wirklich nur an der Luft? Mein Esseisen ist eine alte Bremstrommen. Ist die vielleicht zu niedrig (ca. 6cm)?

Oder liegt eurer Meinung nach menschliches Versagen vor? Das wäre toll, weils am billigsten auszubessern ist:cool:

Eine Frage hab ich zum Abschluss noch: Was macht ihr mit dem Feuer, wenn ihr das Schmieden beendet? Löscht ihr oder lasst ihr ausbrennen? Habe bisher nie gelesen, dass sich jemand mit der Außerbetriebnahme einer Esse beschäftigt hätte.
Ist Steinkohle eigentlich Umweltschädlich? Wie entsorgt ihr die Reste und die Schlacke?
 
G

gast

Gast
Hallo,

Zu dem Thema Esseisen, gibts hier ja reichlich zu lesen, zu der Frage des Schlackenentsorgung kann ich nur sagen dass die Gleisbetten der Eisenbahnen, bis heute noch nie in die Schlagzeilen geraten sind :cool: ,schmeiss sie also entweder in den Müll oder in den Garten.
Der entweichende Schwefelhaltige Qualm, hält sich in Grenzen wenn man die neue Kohle, nicht auf die bereits benutzte brennende Kohle aufgibt, sondern kontinuierlich an die Seiten des Feuers beigibt.
Abgesehen davon, wird dich niemand wegen Umweltverschmutzung anzeigen, wohl eher wegen Nachbarbelästigung wenn du s übertreibst:)

Dass der Muffel dir zusammengebrochen ist, liegt evtl.daran dass du ihn nicht angefeuchtet hast, oder ihn nicht vorsichtig von vorne mit einem dünnen Rundeisen oä. angestochen/aufgestochert hast?
Wenn du fertig bist mit schmieden ,breite die Kohle einfach aus, damit sie schnell abkühlen kann , Fertig.

Zu deinem Staubsauger.....tja ,wenn du keine ordendliche Drossel hast,Kugelventil oä. schneide das Rohr enweder bis zur hälfte quer ein,und passe ein rechteckiges Stück Blech ,mit an einer Seite einem halbkreis, passend zum Rohr welches du rein oder rausschiebst zur Luftregulierung.
Noch besser finde ich ,überhaupt keine Drossel,sondern, das Staubsauberrohr in einem gewissen Abstand, zu dem Eintrittsrohr Esse.
Die Luftregulierung geschieht einfach indem man das Gebläserohr entweder direkt auf das Esserohr richtet(max.Luftzufuhr), oder 90° weggdreht(min.Luftzufuhr).
Dafür brauchst du eigendlich nur eine Schelle,fürs Gebläserohr zu machen, und es drehbar vors Esserohr zu schrauben.

Nurmal um eine möglichst einfache und billige Variante zu Erwähnen.

unsel
 

sanjuro

Mitglied
....Ich habe mich jetzt mal an Fettnuss 4 versucht. Hitzemäßig kein Problem. Ich habe es ohne Probleme geschafft, das fertige Oberteil meiner Zange zu verbrennen....Ich habe den Verdacht, dass mein Vorwerk Kobold zu viel Leistung bringt und deshalb die oberen Kohlen zu schnell anbrennen. Ich habe zwar einen Schieber eingebaut, der die Zuluft reguliert, der ist dem kleinen grünen Maschinchen aber vollkommen Wurst.
Wenn er gelaufen ist, schlugen irgendwann die Flammen extrem durch die obere Kohlenschicht und diese fing an zu glühen. Liegt es wirklich nur an der Luft? Mein Esseisen ist eine alte Bremstrommen. Ist die vielleicht zu niedrig (ca. 6cm)?
.....Was macht ihr mit dem Feuer, wenn ihr das Schmieden beendet? Löscht ihr oder lasst ihr ausbrennen? Habe bisher nie gelesen, dass sich jemand mit der Außerbetriebnahme einer Esse beschäftigt hätte.....
Ich fange mal hinten an: was ist Schlacke? Das sind zusammengesinterte mineralische Rückstände aus der Kohle, also im Wesentlichen Gesteinsreste (wenn das noch im Bergwerk vorliegt, heißt es "taubes Gestein") und evtl. kleine Mengen unverbrannter Kohle. Das ist ökologisch unbedenklich und könnte ebenso eingesetzt werden wie Lava, die man ja für gärtnerische Zwecke kauft. Also untergraben oder als Wegbelag verwenden.

Wenn Du Deine Zange verbrennst, liegt das nur z.T. am Feuer. Das hat vor allem etwas mit der Aufmerksamkeit (und sicher auch etwas mit Erfahrung) zu tun. Aber wenn Dein KOBOLD zu stark bläst, dann empfehle ich Dir, auf der Druckseite der Luft (nicht auf der Ansaugseite!) eine ausblasende Klappe einzubauen - das ist nicht so schwer. So vermeidest Du, dass die Kühlung des Motors eingeschränkt wird. Eleganter noch ist eine elektronische Regelung durch einen "Leistungsregler für induktive Lasten", ein handelsüblicher Dimmer klappt meist nicht.

Nach dem Schmieden ziehe ich bei meiner Standard-Esse das Feuer heraus (auf ein VA-Blech) und lösche es ab. Die Esse läuft mit wenig Luft weiter, der Schlackedorn (den Du wohl nicht hast) wird etwas aufgemacht, damit er abkühlen kann. Lässt man die Glut in der Schüssel und stellt gleichzeitig die Luft ab, dann gibt es einen Wärmestau am Schlackedorn, der seine Lebensdauer vermindert, habe ich mal gelernt.

Allgemeine Anmerkung: der gelbe Qualm aus der frischen Schmiedekohle zeigt natürlich NICHT den Schwefelgehalt an! Das ist ausgetriebener Teer, der gasförmig entweicht. Schwefel ist ein Element, das sehr leicht Verbindungen eingeht (gehört zu den Chalkogenen, den Erzbildnern), daher gibt es ihn nicht ungebunden in der Natur. Die geringen Schwefelmengen in der Kohle liegen also auch gebunden vor und rauchen nicht elementar ab.

Gruß

sanjuro
 

Goderich

Mitglied
Vielen Dank für die schnellen Antworten!

Als Drossel habe ich ein Blech möglichst bündig an die Lufteintrittsstelle im Schlackekasten angebracht. Es ist durch schieben regulierbar, offenbar aber nicht dicht genug. Ich denke ich werde mir einen Leistungsregulierer zulegen und als Übergangslösung die Winkelvariante von Unsel versuchen.

Kuchen anstechen klingt sehr gut. Gelöscht habe ich zwar, aber ich war vermutlich nicht vorsichtig genug beim einlegen des Werkstücks.

Der Zangenbrand lag mit sicherheit in erster Linie an mangelnder Erfahrung und den damit verbundenen Fehlern. Bergland schreibt so schön über das Beobachten des Stahls und die Anzeichen für die richtige Temperatur. Wenn man aber nichts sehen kann, weil man vorher schon den Muffel zerstört hat...

Bleibt nur eins: Weiterüben!!!:super: