Welche Art von Gürtelschlaufe ?

luftauge

Mitglied
Ich mache mir schon seit Tagen Gedanken über die Art der Gürtelschlaufe, die ich für eines meiner nächsten Messer anfertigen will.

Es soll keine Köcherscheide werden, sondern eine zusammengesetzte, jetzt stehe ich vor der Frage, wie die Schlaufe am günstigsten und stabilsten machbar ist.
1. einen Gürtelschlitz in die Innenhälfte auf Höhe des Griffs, oder
2. etwas Kederähnliches - mehrere Lagen übereinander mit Durchschub für Gürtel, wie beim Pistolenholster für P6,
3. eine Schlaufe, bei der das schmale Stück von aussen (körperseitig) nach innen in den Messerschlitz eingenäht wird (hat schon jemand so herum gearbeitet ?)

Verfügbares Material ist 5mm dickes lohgares Sohlenleder, was teilweise wohl gehobelt werden muss (wie von H. Bergland gezeigt).

Gruß Andreas
 
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HankEr

Super Moderator
Wie war nochmal die Frage? :D Kann man alles machen muß man halt wissen was man will. Was spricht gegen Möglichkeit 3, aber herkömlich herum (Fleischseite bei der Schlaufe nach außen? Ist Millionenfach bewährt. Methode 2 kann man natürlich auch machen, damit zieht man bei normalem Körperbau i.d.R. den Griff stark an den Körper heran. Gut für verdeckte Tragweise, schlecht für bequemes zurückstecken. Nummer 1 kann ich mir jetzt gerade nicht so vorstellen.
 

Andreas

Mitglied
bei 1. und 2. bin ich mir nicht sicher was du meinst. hast du da vielleicht bilder als beispiel?
3. klappt, habe ich auch schon gebaut.
interessant wäre noch zu wissen, was für ein messer die lederscheide beherbergen soll.
 

HankEr

Super Moderator
Nr. 2 habe ich einfach mal so verstanden wie bei der Blackjack Pocketscheide (bei Pistolenholstern nennt man das Pancake). Beim nochmal durchlesen bin ich mir jetzt aber nicht mehr sicher ob das auch gemeint ist. :confused:
 

luftauge

Mitglied
Nach Bildern muss ich selbst in die Runde fragen :D - sonst wüsste ich, wie, bzw. "ob" es gut aussieht - wie es gemacht werden kann, ist mir eigentlich schon klar geworden.

1:
An der Hosenseite ist das Leder nach oben etwas länger und breiter, in der Mitte sind zwei Schlitze wie Knopflöcher, dort wird der Gürtel durchgezogen - simpel aber hinderlich beim Tragen.

2:
Auf der Hosenseite ist beim zweiteiligen P6 Holster eine Zwischenlage (~Keder)oben und unten, dazwischen 40 - 50mm Luft für den Gürtel, darauf kommt eine Lage, unter die der Gürtel geführt wird.

3:
Das Problem ist die Schlaufe so zu drehen, dass die Fleischseite innen liegt, was bedeutet, dass der Schlaufenansatz in der Hosenseite "eingesenkt" werden muss, ist bei zweiteiliger Scheide (Rays neuer Prügel) eigentlich hinzukriegen.
- 1. Hälfte Schlaufe umlegen, großflächig einsenken, festnähen
- 2. Hälfte draufnähen
- 3. Verschlussriemen entweder aufgenietet oder im Hosenseitenteil enthalten
Das Messer muss aber auch noch so reinpassen, dass die Schlaufe vom Griff nicht zu sehr weggedrückt wird, denn die Schlaufe stünde montagebedingt zum Griff und somit recht weit ab.
Ist gar nicht so einfach zu beschreiben ohne Bilder.

Ist es jetzt einfacher vorzustellen, woran ich denke ?
Vielleicht hat jemand im Forum verschiedene Möglichkeiten für Schlaufen zur Auswahl, und könnte sie im Detail hier zeigen.
In den meisten Anleitungen wird nur der "skandinavische Typ" gezeigt.

Das Messer:
Habe ich gestern von Wolf Borgers Härterei wiederbekommen, muss noch gefinnished und montiert werden, als was ich das Teil bezeichnen soll, weis ich auch noch nicht genau :rolleyes:

Gruß Andreas
 
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Andreas

Mitglied
die option 1 klingt nach "billiger" lederscheide vom schützenfest-grabbel-stand. damit ist meine meinung zu dieser variante auch schon kundgetan :)
die nummer 2 würde ich abhängig machen von dem messer-typ. für ein kleineres vielzweck-messer würde es aber passen, denke ich mal.
die variante 3 habe ich in der form bei günter böhlke auf der seite unter Beispiele -> Weitere Beispiele neuerer Messer gesehen, wenn ich mich nicht täusche.
kampf186.jpg

(bild von günter böhlke geliehen)
was du da großflächig versenken willst, leuchtet mir noch nicht ganz ein, wird aber schon passen.
den verschlußriemen würde ich aus einem weicheren leder bauen und vernieten, 5mm sohlenleder ist nicht gerade sonderlich flexibel (auch nicht, wenn man es ausschärft) ;)

ohne bilder oder skizzen läßt sich das aber auch alles blöde erklären!!! :)
 

darley

Mitglied
so ein sch...!
jetzt fehlen die ausgezeichneten und sehr aufschlussreichen bilder und texte von günther himself!!

vielleicht macht er sich ja die arbeit nochmal????

bittebittebitte!!

bernd
 

Guenter

MF Ehrenmitglied
Hier die versprochenen Bilder von den Gürtelschlaufen.

sch_dam1.jpg

sch_dam2.jpg


Dies ist eine an beiden Seiten genähte Scheide, besonders für beidseitig angeschliffene Messer
oder stark kontourierte Rückenlinien (z.B. Bowiemesser) geeignet. Diese art mache ich am liebsten.
Die deutlich sichtbaren Lederschichten sind, von oben nach unten:
1. das Deck- oder Rahmenleder (3mm)
2. die Scheidenvorderseite (5mm)
3. der Keder (5m)
4. der Keil zum Ausgleich der Parierstück-Stärke
5. die umgeklappte Gürtelschlaufe, auf voller Verklebungslänge ausgeschärft
6. die Scheidenrückseite (5mm)

sch_dam3.jpg


Hier sind die beider Einschnitte zum Umbiegen der Gürtelschlaufe zu sehen. Sie sind beim flachen
Leder U-förmig (halbrunder Querschnitt), ca. 2mm tief und 3mm auseinander.
Man kann sie naß biegen und nach dem Trocknen in Form verkleben; ich mache es nicht.
Das verbleibende 3mm starke Leder ist stärker als die meisten Fabrikscheiden und hat noch
nie Anzeichen von einreißen o.ä. gezeigt.

sch_dam4.jpg

sch_dam5.jpg


Die Sicherungsschlaufe ist hinten mit einem Hohlniet vernietet, aber nur so fest, dass man sie
noch bewegen kann. Das ist besonders wichtig, wenn man sie nicht wie hier bei einer zweiseitigen
Parierstange am Rücken des Messers entlang führen kann, sondern auf der Schneidenseite angebracht ist.
Beim Gebrauch kann man sie hinter die Scheide schwenken und läuft nicht in Gefahr, sie mit dem
Messer zu beschädigen.

sch_pra1.jpg

sch_pra2.jpg


Dies ist eine andere Art für Scheiden mit nur einseitiger Naht. Die Gürtelschlaufe wird nur
hinter die Rückseite der Scheide genäht. Durch den Abstand der oberen Naht vom Scheidenmund kann
sich die Scheide beliebig breiten Griffen anpassen.
Durch noch stärkeres Ausschärfen des äußeren Schlaufenteils kann man den Absatz noch verringern.
 

luftauge

Mitglied
Danke dass Du sie nach dem Absturz nochmal reingestellt hast !
Die Bilder sind wie für ein Lehrbuch gemacht, da kann man sich etwas drunter vorstellen.

Wie war es nochmal mit dem Aufarbeiten von altem steinharten Leder ?
Heute per Zufall ca. 3m² Lederhäute ausfindig gemacht, ca. 30 - 40 Jahre alt, 3 - 4mm dick und stellenweise angeschimmelt (stockig), sind z.Zt noch achtlos an eine Mauer angenagelt.

edit:
Habe den thread gerade gefunden, war noch nicht so weit zurück ;)
Könnten die verschimmelten Stellen auch nach dem Aufarbeiten wieder durchschlagen, oder bekommt man die nur mit Fett oder evtl. Wasserstoffperoxid weg ? (bei Holz funzt es).

Gruß Andreas
 
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