Weidmannsheil mit Damastklinge

torel

Mitglied
Ein Sportmesser mit grünen Knochenschalen:

6200907tlj.jpg


und ein Doctors's Knife mit Spachtel und Beschalung aus "schwarzem" Perlmutt:

6200908pkp.jpg
 
Hallo,

der Damst in beiden Messern stammt von uns.
320 Lagen kleine Rosen, 1.2842/1.2767.

Ich hatte auch ein Exemplar vom unteren Messer gehabt und es war gut verarbeitet.

MfG
Markus Balbach
 

torel

Mitglied
Ich hatte auch ein Exemplar vom unteren Messer gehabt und es war gut verarbeitet.

MfG
Markus Balbach

Beide Exemplare sind sehr gut verarbeitet. Nur der Abzug lässt zu wünschen übrig, aber das bin ich gewöhnt.

Wo bekommst Du nur immer diese Kostbarkeiten her?
Danke fürs Zeigen.
Gruß Ingo

Zeit und Geduld beim Stöbern in den elektronischen Weiten und das nötige Kleingeld, insbesondere bei solch schönen Stücken wie den oben gezeigten. Wobei sie immer noch weit unter dem liegen, was z. B. inzwischen für das Victorinox Damast verlangt wird. Genauso rar dürften sie auf jeden Fall sein, zumindest von dem Hersteller.

Konkret stammt das obere aus den USA, über ein elektronisches Auktionshaus erworben, das untere aus dem Fundus der Messerscheune a la Schickser.

Beide kamen sie in Schachteln mit u.a. der Aufschrift "Weidmannsheil 100 Years", mglw. eine Jubiläumsedition. Bezugnehmend auf das Gründungsdatum der Firma Weltersbach 1882 müssten sie dann aus Anfang der achtziger Jahre stammen.
 

Dizzy

Mitglied
Ich finde beide Messer ausserordendlich gut gemacht. Grüne Knochenschalen sehen sehr gut aus und trifft man auch nicht an jeder Ecke und so ein Doctor's Knife - Messer steht auch bei mir was den "Haben wollen" - Faktor angeht ganz hoch im Kurs.

Dizzy
 

cut

Premium Mitglied
Wirklich schöne Messer und die Ausführung der Damaszenerstahlklingen von Markus Balbach empfinde ich als wahrlich meisterhaft!

... rar dürften sie auf jeden Fall sein, zumindest von dem Hersteller. ...

@ torel:
Welchem Hersteller ordnest Du diese beiden Messer mit der offensichtlich per Laserverfahren aufgebrachten Markierungen "WEIDMANNSHEIL" zu?

... Beide kamen sie in Schachteln mit u.a. der Aufschrift "Weidmannsheil 100 Years", mglw. eine Jubiläumsedition.
...

Ein Foto der Jubiläumsschachteln würde mich auch sehr interessieren:
ich kenne Informationen dazu bisher nur aus vagen Beschreibungen von US-Messersammlern.

Grüße
cut
 
Werden die klassischen Jagdmesser mit dem WEIDMANNSHEIL-Logo
heutzutage - zumindestens in Deutschland - nicht von der Firma Diefenthal aus Solingen vertrieben ??
 

WeißAuchNet

Premium Mitglied
Hallo,

der Damst in beiden Messern stammt von uns.
320 Lagen kleine Rosen, 1.2842/1.2767.
...

...
Beide kamen sie in Schachteln mit u.a. der Aufschrift "Weidmannsheil 100 Years", mglw. eine Jubiläumsedition. Bezugnehmend auf das Gründungsdatum der Firma Weltersbach 1882 müssten sie dann aus Anfang der achtziger Jahre stammen.

Ich dachte Markus Balbach hätte sich erst Anfang der 90iger Jahre selbstständig gemacht?

Claus
 
Hallo,

die Messer wurden über die Firma Olbertz vertrieben(USA).
Gefertigt hat diese Messer Firma Friedrich Hartkopf.
Geliefert wurde Damaststahl an die Firma Olbertz zwischen glaube ich 2002 und 2006.
Messer könnten allerdings auch vorher schon über die Firma Fr. Hartkopf für Olbertz ab 1992 aus unserem Damaststahl gefertigt worden sein.


MfG
Markus Balbach
 
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cut

Premium Mitglied
Vintage Knives - Weidmannsheil mit Damastklinge

Messerforum Vintage Knives
„ … Klassiker des 20.Jahrhunderts (bis circa 1980).“

Wirklich schöne Messer – aber in diesem Forum leider keine „Vintage Knives“.

In US-Messerforen wird bereits seit einiger Zeit über „Weidmannsheil-Fakes“ diskutiert, die in den letzten Jahren verstärkt (u.a. über das einschlägige Auktionshaus unter „silverladdie“) von Jim Parker und in der Nachfolge von seinem Sohn mit dubiosen, nicht zutreffenden Beschreibungen vermarktet werden.

In dieses Bild passt exakt torels Information
…Beide kamen sie in Schachteln mit u.a. der Aufschrift "Weidmannsheil 100 Years", ...
aus der naheliegend sein Rückschluss erfolgt:
… Bezugnehmend auf das Gründungsdatum der Firma Weltersbach 1882 müssten sie dann aus Anfang der achtziger Jahre stammen.

Dem Hersteller oder den an diesem Deal involvierten Firmen ist jedoch ein fataler Fehler unterlaufen, der diese Messer neben der Aufklärung durch Markus Balbach (und anderen Details) als Fakes entlarvt:
WEIDMANNSHEIL“ wurde vom Patent- & Markenamt erstmalig am 15.09.1934 als Marke für die Solinger Firma Wilhelm Weltersbach registriert – diese Marke existiert somit noch längst keine 100 Jahre.
Von 1882 bis 1934 hat die Solinger Firma Weltersbach ihre Messer nur mit dem Firmennamen und anderen bereits registrierten Marken angeboten, die Marke WEIDMANNSHEIL wurde offenbar erst nach dem 2. Weltkrieg verwendet.

Grüße
cut
 

fshamburg

Premium Mitglied
Kleine Korrektur:
Das Doctor´s Knife verfügt über eine Spatel, einem Instrument zum Herunterdrücken der Zunge zur besseren Betrachtung des Rachenraumes des Patienten.
Trotz allem, zwei schöne Messer.
Gruß Frank
 
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torel

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@Markus Balbach
Danke für die Infos. Und, ich muss auch sagen, ein wirklich schöner Damast:super:

@cut
Vielen Dank für deine Hinweise. Als "Fakes" würde ich sie jedoch nicht direkt ansehen, da Markenrechte wohl nicht verletzt wurden.

Ob die Schachteln tatsächlich zu den Messern gehören oder mit ihnen ein missverständliche Bezugnahme auf Weltersbach beabsichtigt war, ist nicht sicher.

Es handelt sich auch nicht um eine billige China-Kopie oder etwas ähnliches, sondern um ein hochwertiges Taschenmesser eines Solinger Herstellers, der wohl (hoffentlich) auch die Rechte an der Marke "Weidmannsheil" besitzt.

Ich habe den Kauf auch nicht in erster Linie wegen des Logos getätigt, sondern wegen des schönen, seltenen Messers, das zu einem fairen Preis angeboten wurde. Ich finde es schade, dass Hartkopf oder Olbertz solche Messer hier in Deutschland offensichtlich nicht anbieten. In Amerika ist aber wohl der Markt für Liebhaber klassischer Taschenmesser einfach wesentlich größer.

@fshamburg
Ja, Spatel meinte ich eigentlich auch. Als ich vom Spachtel geschrieben habe, habe ich wohl gerade wieder mein Essen dabei gespachtelt:irre: und mich nicht richtig konzentriert.

Noch ein paar Bilder:

6230354rpl.jpg


6230356rji.jpg


6230358tux.jpg


6230359xrv.jpg


6230451lig.jpg
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo torel,
beide Messer haben was, das Sportmesser mit den grünen Schalen sieht klasse aus und scheint auch recht gut verarbeitet zu sein.

Gerade eben habe ich dieses Messer mit der rotbraunen "100 years Weidmannsheil" Box in USA in der Auktion entdeckt, dafür muß man sich aber in ....com einloggen, nicht ...de, werden nur in US angeboten, warum auch immer, vermutlich aus Lizenzgründen. :rolleyes:

Es werden dort relativ viele Weidmannsheil-Messer angeboten, dürfte wohl aktuelle Solingen-Produktion sein.

Die Frage ist, was man unter einem Fake versteht.
Über Jim Parker wird in einschlägigen US-Foren kontrovers diskutiert, manche nennen ihn einen "Horsetrader".
Er ist zumindest eine der schillernsten Figuren in der US-Messerszene und versteht es meisterhaft, Leuten Assoziationen zu verkaufen.

Man braucht gar nicht so weit über´n Teich zu schauen - diese Masche läuft auch schon seit längerem bei uns mit "Othello" und "Wingen".

Ich sehe die Messer nicht als Fakes, eher als geschicktes Spiel mit bekannten Marken und damit verbundenen Assoziationen. Sollte man alte Weltersbach-Messer suchen ist Jim Parker aber sicher nicht der richtige Ansprechpartner.

Nichtsdestotrotz finde ich Deine Messer klasse, freu Dich daran. :)

Rastenkratzer
 

cut

Premium Mitglied
Ich bin von den Messern sehr beeindruckt, torel, und es freut mich für Dich, dass du dich nicht gelinkt fühlst.
Allerdings überzeugt mich nicht, dass du dem Verkäufer unterstellst, er habe die „wundersamen“ Verpackungen – sie führten immerhin zu Deiner zeitlichen Einordnung
…müssten … aus Anfang der achtziger Jahre stammen.
in Unkenntnis der tatsächlichen Sachlage verwendet. Die Regelmäßigkeit der Verwendung (nach Aussagen aus US-Messerforen seit ca. 2 Jahren) stets mit aktuell gefertigten Taschenmesser-Modellen die nie im Fertigungsprogramm von Wilhelm Weltersbach aufgetaucht sind (und wohl auch nicht im Programm von Diefenthal gefertigt werden), spricht Bände. Bei mir erwecken sie zumindest den Eindruck des auch bei amerikanischen Sammlern benutzten Begriffs „fake“.

… Als "Fakes" würde ich sie jedoch nicht direkt ansehen, da Markenrechte wohl nicht verletzt wurden. …

„willy grey eyes“ hat bereits auf die Solinger Firma Diefenthal als möglichen Markeninhaber verwiesen und dieser Briefkopf , den mir ein Sammler aus den USA übermittelt hat, weist dies offenbar auch aus:

Diefenthal.jpg


Klarheit könntest du sicherlich durch diese Solinger Firma erhalten.

... Sollte man alte Weltersbach-Messer suchen …

ist wohl diese Griffeinlage in tief geprägter Ausführung ein Hinweis …
LogoWeidmannsheilSchildgeprgt.jpg


Grüße
cut
 

torel

Mitglied
Hallo Cut,

wie immer vielen Dank für die aufschlussreichen Informationen und Bilder. Aber was immer die Intentionen des Vertreibers dieser Messer sind, der Begriff "Fake" wird ihnen nicht gerecht. Er erweckt, finde ich, den Eindruck von etwas Minderwertig(er)em, das sind die Messer aber wirklich nicht.
 

WeißAuchNet

Premium Mitglied
Vielleicht noch eine kleine Ergänzung:
In einem großen amerikanischen Internet-Auktionshaus gibt Silverladdy (James Parker) das Produktionsjahr mit 2006 an, er verwendet allerdings auch die "100 years Jagdmesser Solingen" Verpackung.
Sein Kollege Sportcolbs ist weniger dezent und gibt in seiner Auktion den Hinweis, dass 1991 das aus für Weidmannsheil erfolgte und versucht es somit mehr oder weniger direkt als ein Weltersbach zu verkaufen.

Die Messer gefallen mir beide gut (besonders das Sportmesser), nur das "Spielen mit alten Marken" stört mich; Würde Olbertz oder Hartkopf darauf stehen würde ich sie auch kaufen.

Claus.