Was ist 'stock removal'?

Was genau ist denn der 'stock removal method' und wofür wird Kobalt in Messerstähle benützt?

Alan

p.s. Sorry, habe erst nach dem Post gemerkt, dass ich in den falschen Bereicht gepostet habe.
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[Dieser Beitrag wurde von Charon am 31.01.2001 editiert.]
 

Wolfgang Dell

Mitglied
Hi Charon, "stock removal" würde ich wie folgt umschreiben = die klinge nicht schmieden, sondern aus einem stück flachmaterial herausarbeiten (ganz speziell den schliff) = schleifen, sägen, feilen, etc.. Gilt analog auch für die integrale bauweise, da kommt dann noch vorher das fräsen dazu. Alles klar?
Gruß Wolfgang
P.S. ich arbeite ausschließlich nach der "stock removal method"
 
Jep, Danke sehr : )
Aber was ist denn der Vorteil wenn man nach dieser Methode arbeitet? Und die integral Bauweise, sprichst Du da von Folders?

Danke,

Alan
 

Claymore

Mitglied
Hi Charon,

von vorteilen einer bestimmten methode zu sprechen hängt immer ein wenig von standpunkt des betrachters ab.
Beim stock removal greifst du auf im handel verfügbare abmessungen zurück und schleifst, fräst etc. die Klingenform direkt aus dem 'flachmaterial' raus.
Ein eindeutiger Vorteil dieser methode, du mußt dir keine Schmiedewerkzeuge, wie Esse Amboss, Hämmer zangen etc. zulegen.

DEr Nachteil, du bist an die verfügbaren Stahlabmessungen gebunden und hats nicht die möglichkeit einen beispielsweise nur als Rundmaterial verfügbaren stahl umzuschmieden und zu nutzen.

Integrale Bauweise bedeutet, das Messer wurde aus einem Block herausgearbeitet.
Klinge und Beschläge, Handschutz etc. bestehen aus einem Stück, es wird nichts aufgesetzt.
gemeint sind wohl feststehende Messer.


gruß

Peter
 

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Wolfgang Dell

Mitglied
Hi Peter, dem ist nichts hinzuzufügen (ich meinte feststehende messer), außer, daß es auch integrale bauweise bei foldern gibt.
Tscau bis demnächst
Wolfgang
 

Claymore

Mitglied
hi Wolfgang,

danke für deine zustimmung
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Was ich dem aus persönlicher Ansicht noch hinzufügen will.
Der Vorteil beim Schmieden, es macht mir mehr spass als das 'nur schleifen' eines Messers.

Der Nachteil, man kommt erheblich mehr ins schwitzen und muß öfter mal duschen, nicht nur alle 3 wochen
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ohne witz, die Lärmbelästigung anderer mitbewohner ist erheblich höher.
Stock Removal kann ich zur not im Arbeitszimmer einer Mietwohnung auführen.
HankER hat das ja eindrucksvoll demonstriert.

Versuch das mal mit dem Schmieden eines Messers
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Peter
 

Armin II

Mitglied
Das mit dem "stock removal" ist ganz einfach: Man nimmt ein Stück handelsüblichen Flachstahl (=stock) und entfernt (=remove) alles was nicht nach Messer aussieht...
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Claymore

Mitglied
eins noch,

Kobalt hemmt das kornwachstum, bei höheren temperaturen.
Ebenfalls sorgt es für eine bessere Anlassbeständigkeit, sowie eine höhere Warmfestigkeit.
Gut für Warmarbeitsstähle, bzw. Schnellarbeitsstähle

Peter
 

Wolfgang Dell

Mitglied
Hi Claymore, wenn ich meine Messer auch noch schmieden müsste, dann würde ich vermutlich nur eines pro Jahr fertigstellen!!!!
ICH KANN DAS NICHT (ich schieb das jetzt einfach mal auf meine Bandscheiben!!!)
Ich schau aber gerne zu, wenn mein Freund Gerald Schedel schmiedet (heute abend zum Beispiel, so um 20:00!) Oder ich verwende gerne seinen Stahl, heute ein Interframe fertiggestellt, sieht geil aus.
Auch wenn Andreas Schweikert den Hammer schwingt fasziniert mich das, aber wie gesagt, keine Kraft, keine Räumlichkeiten usw..
Noch was, zu stock removal, während meiner Anfänge hieß es nach dieser Methode häufig - nachdem ich mich verschliffen hatte - a new knife is born!!! Manchmal war wirklich alles removeld was nach Messer ausgschaut hat.
Bis dann
Wolfgang
 

DeadlyEdge

Mitglied
<BLOCKQUOTE><font size="1" face="Verdana, Arial">Zitat:</font><HR>Original erstellt von Claymore:
und wenn man dann feststellt,

das man auch (zuviel) material entfernt hat was eigentlich nach messer aussieht...


tja, dann hat mann's versaut
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Peter
[/quote]

Oh , ja ; ein Feilenstrich an der falschen Stelle ist zu viel
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, dabei sind 100 Feilenstriche an der richtigen Stelle zu wenig
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... Na ja , nicht alle machen es mit der Feile , aber analoge Regeln sind auch für Bandschleifer , Schmiergel , Fräse usw gültig , oder ?
Werden eigentlich durch Schmieden hergestellte Klingen gar nicht geschliffen (Formgebung , Schneide , ebene Oberflächen) , oder wird das Material nur flach gemacht und dann stock removal-mässig weiterbearbeitet ? Oder macht das jeder Meister unterschiedlich ?
Grüsse ,
Martin
 

Claymore

Mitglied
und wenn man dann feststellt,

das man auch (zuviel) material entfernt hat was eigentlich nach messer aussieht...
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tja, dann hat mann's versaut
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Peter
 

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Armin II

Mitglied
Tja Martin, um deine Frage zu beantworten, es gibt da bei den Schmieden so eine Regel: "forge thick, grind thin..."
also meistens werden die Klingen nach dem Schmieden schon noch geschliffen oder gefeilt um die endgültige Form herauszuarbeiten.
 

Guenter

MF Ehrenmitglied
Bei Monostahl-Klingen nach der Regel: soviel schmieden wie möglich, soviel schleifen wie nötig (ich selbst schmiede nicht) :D .
Bei Damastklingen entwickelt sich das Muster schöner, wenn das Material nur für "stock removal" vorgeschmiedet wird, da sonst zu wenig Schichten angeschliffen werden.

Gruß
Guenter
 

Mex

Mitglied
Original erstellt von
:
Das mit dem "stock removal" ist ganz einfach: Man nimmt ein Stück handelsüblichen Flachstahl (=stock) und entfernt (=remove) alles was nicht nach Messer aussieht...
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Kurz und bündig, so hab ich's gern!!

Danke, Mex
;)
 

Claymore

Mitglied
hallo Zusammen,


Wolfgang,
jeder nach seiner Fasson ;).


Was das Schmieden betrifft hat Günter recht, beim Monostahl soweit wie möglich in Form schmieden um so wenig wie möglich schleifen zu müssen.
Gilt wie gesagt nicht für Damast, denn dabei werden evtl. gwollte Muster so in die Klingenform gequetscht, das sie hinüber sind.

Ich mach beides Schmieden und stock removal.
Wenn ich ein Rundmaterial habe, muss es erst mal in Form gebracht werden (flach), dann kann ich auch gleich die Form aus schmieden.

Ein Flachmaterial ( Präzisionsflachstahl ) zu schmieden wäre unnötig, der stahl hat schon die gewünschte dicke und die Form holt man dann leichter per schleifen raus.
SChmieden würde hier nur unnötig Arbeit produzieren.

Peter
 

Georg

Mitglied
hallo,

mit dem schleifen beim damast stimme ich nicht ganz ueberein. zwar ist generell richtig, dass einige muster mehr schleifen erfordern als andere (z.b. torsionsmuster), aber die muster koennen auch durch entsprechende schliffe (z.b. hohlschliff) stark verzerrt werden.

meiner meinung nach treten stempelmuster klarer zu tage, wenn bis nahe auf endform geschmiedet wird. bei langgestreckten mustern, z.b. wellendamast ist dies sicher nicht so wichtig, pyramidendamast tritt jedoch deutlicher bei weniger schleifen zu tage.

natuerlich ist zu beachten, dass eingebrachte muster durch weiteres schmieden verzerrt werden. ich stemple daher erst, wenn ich schon fast auf form geschmiedet habe, ueberschleife die flaechen und ziehe dann die endform aus.

gruesse georg
 

Guenter

MF Ehrenmitglied
Das ist zutreffend, wenn die Stempelmuster nicht über die Mitte der Klingendicke hinausgehen. Der Damast, wie Markus Balbach ihn schmiedet, ist mit gegeneinander versetzten, sogenannten kämmenden Stempeln gemacht und ist über die gesamte Klingendicke gleich. Dadurch kann man aus dem Flachmaterial jede Schliffart machen, ohne das Muster zu zerstören. Anders wäre es auch nicht sinnvoll, wenn man professionell Damaststücke verkaufen will.

Übrigens, Georg, wie ist denn damals das Klappmesser geworden? Zeig doch mal ein Bild!

Gruß
Guenter
 

Georg

Mitglied
nun, alles bestens, inzwischen ist es schon ein wenig abgenutzt, ein weiteres folgte letztes jahr. inzwischen bin ich aber mehr am schmieden als am fertigstellen.

leider habe ich keine aufnahmen von dem ganzen stueck, sondern immer nur von den kningen. werde in den naechsten tagen mal eins posten, auf dem man den griff auch sehen kann.

vorab mal der vordere teil des neuen.


deckschichten_lagentechnik.gif


gruesse georg
 

Haudegen

Mitglied
servus,

na, da sind ja die ganzen fachleute auf einem haufen.
da das thema in richtung damast läuft, hätte ich doch glatt auch ein paar fragen.
es gibt offensichtlich damaste die besser zum "feilen" geeignet scheinen als andere. könnte die vielleicht mal jemand zusammenfassen?
was sind: torsions-stempelmuster, pyramidendamast?
kann man bei euch "hammerschwinger" auch damast bestellen?
trägt sich einer von euch mit dem gedanken mal nen workshop anzubieden?

kann einer von euch stempel anfertigen?

und, wie währe eure buchempfehlung/damast für den einstieg?

ufff,- habe fertig

georg, nach betrachten deines fotos hoffe ich doch stark, dass du deine homepage ausbaust. :D

grüsse,....................