Was ist ein "Nested Liner"? [und wie sieht´s mit der Stabilität aus?]

Meik

Mitglied
Was ist ein "Nested Liner"?

Moin Moin!

Habe gerade hier den im Design-thread gelinkten Military-bericht gelesen und bin dort auf den Ausdruck "nested liner" gestossen.
Ich kann mir darunter nicht wirklich was vorstellen (trotz der Bilderchen im Military-Bericht) und die Suchfunktion brachte auch nix zutage also stell ich die Frage, worum es sich dabei handelt, hier in die Runde.

Vielleicht kann ja auch einer unserer Experten sagen, warum der stärker ist als ein "normaler" Liner bzw. ob er das wirklich ist!

cu
Meik.

:)

[HankEr: Titel erweitert]
 

freagle

Mitglied
Ich denk mal da ist der eingelegte Liner gemeint, soviel ich weis hat das Military auf der Linerseite keine durchgehende Platine, sondern der Liner sitzt in einer Ausfräsung der Griffschale.

freagle
 

Meik

Mitglied
Dann kommt es mir aber sehr seltsam vor, dass das stabiler sein soll!

Eine angefräste, angebohrte G-10-Griffschale soll stabiler sein als ein durchgehender Liner mit aufliegender Griffschale? :confused: :confused:

Meik (etwas verwirrt)

:)
 

HankEr

Super Moderator
Meik, die Dimensionen mußt Du schon auch beachten. Klar ist eine 4mm G10-Schale + 1,5mm Liner stabiler als ein 4mm G10 Schale bei der der Liner eingelegt ist, aber dicker ist der Griff im ersten Fall halt auch:hmpf:

Vergleichen müsste man dann schon 4mm G10 mit eingelegtem 1,5mm Liner (und einem dafür ausgefrästem Teil) und die Sandwich-Variante mit 2,5mm G10 und 1,5mm Liner.
 

Meik

Mitglied
Von gleicher Gesamtdicke war ich schon ausgegangen! :)

Wenn ich aber davon ausgehe, dass Stahl um einiges stabiler ist als G10, müsste doch aber trotzdem 2,5mm G10 + 1,5mm Stahl (wenn sie vernünftig verschraubt sind und sich nicht "gegeneinander bewegen") stabiler sein als 4mm "pures" G10.

Erschwerend kommt hinzu (hab ich in einem anderen thread gelesen, ich weiss leider nicht mehr wo), dass ein Stück Metall oder was auch immer nur so stark ist wie seine schwächste bzw. dünnste Stelle.

Ausserdem ist es z.B. beim Fahrradteile-Bau (z.B. Vorbauten) so, dass gefräste Teile weit bruchanfälliger sind. Wobei ich nicht weiss, ob dieser Vergleich speziell bei G10 hinkt...

Was stimmt denn jetzt? :confused:

Meik.

:)
 

HankEr

Super Moderator
Tja, da muß sich wohl mal ein Materialfachmann dazu äußern:rolleyes:. Nicht nur die Maße, sondern auch die Masse sollten natürlch für einen sinnvollen Vergleich identisch sein. Also was ist unter diesen Vorraussetztungen bei welchen Belastungen stabiler?
 

freagle

Mitglied
Also ich bin auch der Meinung, dass ein durchgehender Liner stabiler ist als ein eingelegter, bei gleicher Materialstärker, zudem besteht ein durchgehender Liner aus einem Stück, der Eingelegte ist meist verschraubt, oft kleine Schraube seh ich auch wieder als Schwachpunkt an. Das Einlegen hat wohl mehr optische Gründe, bei der durchgehenden Platine bildet sich im geöffneten Zustand zwischen Backen und Griffschalen ein unansehlicher Spalt, die Griffschalen können in dem Bereich auch etwas nachgeben.

Ich glaub die höher Stabilität des Verschlusses beim Military soll durch den im Bericht angegebenen SecureLock zustande kommen. Da hat die Rampe wo der Liner sich an der Klinge abstütz keine ebene Fläche, sondern einen leichten Hohlschliff, das sorgt richtig ausgeführt dafür, dass der Liner bei Belastung in den Hohlschliff hineingedrückt wird (das Messer verriegelt noch stärker) anstatt den Liner nach außen zu drücken wodurch sich der Lock lösen könnte.

freagle
 

Meik

Mitglied
@ HankEr: Wie wäre es, das Thema umzubenennen auf "Sind "nested liners" stabiler?" oder so, um die Fachmänner, die nach eigenen Angaben und verständlicherweise nicht jeden "Newbie-thread" anklicken, auf dieses Thema aufmerksam zu machen?


Ich habe in www.bladeforums.com auch noch einen interessanten thread gefunden, der dasselbe Thema hat. Da äussert sich sogar Mr. Spyderco Sal Glesser persönlich dazu...
Ich hab' dort aber beim Überfliegen aber auch keine wirklichen Argumente gesehen... :mad: Und in diesem thread auch nicht...

Bis denne...

Meik.

:)
 

freagle

Mitglied
Mit Sicherheit ist es auch nicht aufwendiger einen Liner in die Schalen einzulegen , da wird ja nur eine Aussparung ins G10 gefräst, bei zwei Linern ist der Fertigungsaufwand höher find ich.

Und Overkill gibts ja wohl bei einem Heavy User oder bei Tacticalliners nicht, da kann man Stabilität wohl gut brauchen.

freagle
 

pitter

Forumsbetreiber
Teammitglied
Es gibt aber auch Messer mit Titan Rahmenteilen und eingelegten Liner. mein Pointguard z.B. Das finde ich - als nicht Messermacher :) - schon aufwendiger als z.b. ein Integral. Kommen ja weitere Arbeitsschritte/Passungen dazu.
Nachteil, der Liner ist dünner, Vorteil, der Griff sieht IMO hübscher aus und man kann den Liner mal tauschen. Die Befestigung, in dem Fall drei Schrauben ins Titan, find ich nicht kritisch. Beim Schrauben in G10 oder noch schlimmer, wenn die Liner eingegossen sind, ist das anders.

Gruesse
Pitter
 

freagle

Mitglied
Bei zwei Linern müssen halt die Platinen ausgeschnitten werden, der Liner muss geschlitz werden, Gewinde usw.

Mit ner Fräsmaschine ist so eine Fertiefung schnell gefräst, aber gut hat schon auch Vorteile, das mit dem Austauschen z.B. wirkt halt auch etwas wertiger, Messer baut schlanker, da kann man sich quasi aussuchen was einem lieber ist.

Wenn man Routine hat, geht wohl beides schnell, ich kenn da ein paar Macher die aufwendigere Folder mit Backen und eigelegtem Liner locker in 20 STD machen, aber das ist ein anderes Thema.

freagle
 

Meik

Mitglied
Mir ist gerade eingefallen, dass ich ja ein Messer mit "nested Liner" besitze:
Das "Gigand Spectrum LT" Design Fred Carter.

Und DAS Messer ist ein Beispiel für ein Messer, bei dem das "Versenken" des Liners absolut unangebracht ist und eigentlich schon einen Konstruktionsfehler darstellt:

Griffmaterial ist 2,5 mm Aluminium, dass bis fast zum Ende des Griffs 1 mm tief ausgefräst ist. Dort ist der Liner (entsprechend natürlich 1 mm "stark") zwischen den beiden hinteren Spacern (oder wie heissen die Teile, in die die Griffschrauben verschraubt sind?)und dem Griff befestigt, also ohne extra Schrauben.

Das Problem, dass sich hier auftut ist natürlich folgendes: Es bleiben nur noch 1,5 mm Aluminium (an den beiden hinteren Griffschrauben wegen der Ausfräsung für den Schraubenkopf noch weniger) über!

Das ist erstens nicht sehr stabil und zweitens sind 2 der 3 Mini-Schrauben, die den Clip fixieren, direkt in dem 1,5 mm dünnen Aluminium verschraubt!! Die beiden Gewinde waren dann auch nach ein paar Wochen in der Hosentasche Tragen hinüber...
Dieses Messer ist wegen der Konstruktion mit dem versenkten Liner eindeutig NUR für die Vitrine geeignet!

Alles in allem ein Beispiel dafür, wann ein "nested liner" ganz bestimmt nicht sinnvoll ist!

Bis denne...

Meik.

:)
 

mactheknife

Mitglied
Also ich finde einen sauber gepassten nested Liner besser als eien mit durchgehender Platine, sprich split Liner.
Man darf halt nicht nur Negativ-Beispiele betrachten.
Die Spydies mit nested Liner wie Lun Chinese oder Military sind keine guten Beispiele, weil an den Platinen, in denen der Liner eingelegt wird, nur sehr wenig Materialstärke stehen bleibt.
Gute Beispiele sind die Messer von MOD und MT Socom etc. Hier ist der Liner sauber eingepasst, satt dick und aufgrund einer sauberen Passung bombensicher.
Beim vor kurzem von mir besprochenen Harley Davidson HD 42 ist ein 2mm starker liner 2-fach verschraubt in eine 4mm starke Ti-Platine mit Pressfit in die Fräsung gepasst. Absolut stabil.
Und natürlich service-freundlich: hat man einen geeigneten Messertüftler an der Hand, so kann man bei Verschleissproblemen den Liner ja neu bauen lassen. Und das mit vergleichsweise weniger Aufwand als beim durchgehenden Split Liner.
Ist halt alles eine Sache der Ausführung und Qualität.