Was für ein Haumesser aus 2842?

Tierlieb

Mitglied
Hallo Freunde!
Auf Grund einer Jugendsünde habe ich noch ein Stück 2842 von Recknagel in den Maßen [richtig lang] x 5cm x 6mm. Ist viel zu stark für die kleinen Messer, die ich bevorzuge und ich habe außerdem Lust auf ein Haumesser.
Nun frage ich mich, ob das Zeug ein gutes Haumesser abgibt...

Romans Kennblatt zeigt gute Schockbelastbarkeit und Qualität im Druckschneidebereich, außerdem sind die Werte grundsätzlich ähnlich dem c75w, den Roman in seinem Anwendungsbeispiel empfielt.

Nur, daß das Drecksding halt rostet (ja, der c75w auch, aber Roman hat halt bei allen Messern ganz bestimmte Prioritäten).
Muß ich in Kauf nehmen, klar. Aber optimal finde ich es noch nicht...
Nun frage ich mich: Welche Qualitäten des Stahles sollte ich betonen?
Wenn es schon rostet, dann isses eben empfindlicher. Sollte ich dann wohl die Schärfe betonen und doch eher in Richtung allgemeines Messer gehen, wie Busse das immer tut (obwohl ich es nicht verstehe, aber toll isses schon?
Sollte ich das Messer differentiell härten, um noch mehr Bruchstabilität zu gewährleisten?
Voller Flachschliff (finde ich bei 6mm Stärke zu verantworten) und Schärfe betonen (hoch härten und passender Anschliff)?
Oder lieber balliger Schliff und Brecheisen-Qualität (dann auf jeden Fall differentiell härten)?

Was würdet Ihr an meiner Stelle tun?

MfG, Tierlieb
 

zorro_43

Mitglied
Tja Tierlieb,
ich hab gerade das gleiche Problem.
Ich hab angefangen so ein richtig grosses Haumesser aus 2842 zu machen.(500mm lang)
Dann hab ich romans Buch gelesen, in dem 2842 als abschreckendes Beispiel für falsche Stahlwahl genannt wird...

Um das Messer nicht wegschmeissen zu müssen werde ich wohl auf einen recht derben Schliff und differentielle Härtung setzen.

Zorro
 

roman

MF Ehrenmitglied
Also wenn ich ein solches haumesser machen möchte käme es mir darauf an das es leicht ist leicht zu schärfen und Billig und zähart.

Deshalb würde ich eine 3 lagenkonstruktion machen mit ggf einem sehr nickelhaltigem stahl der nicht oder nur wenig härtbar ist aussen und c75 in der mitte.
das ganze hat ausgewalzt nicht mehr als 2,5mm blattstärke weil ich leicht und gut schneiden will und hat nach eine korrekten härtung ca. 56-58 Hrc als ersten zielwert für den einsatz.
Schaut euch mal die messer an die z.b in asien oder afrika jeden tag im einsatz sind das zeug ist zumeist nicht mal gehärtet und funtioniert super.
 

Claymore

Mitglied
ganz verkehrt seit ihr mit dem 1.2842 nicht.

differentiell gehärtet und etwas länger (nicht unbedingt höher angelassen und die rückwärme aus dem Klingenrücken nutzen um die ansprunghärte etwas zu mindern und es passt schon ganz gut.
Man verschenkt halt etwas von den Stahlqualitäten.

Und mal ehrlich die 2,5 mm die Roman propagiert die reichen völlig. !!
Ich für meinen teil leg dann aber links und rechts noch mal 2,5 mm drauf.:D

Nickelhaltiger Stahl kann ein heftig zähes Zeug sein das kann ich nur bestätigen.

peter
 

Seb

Mitglied
wie 2842 falsche Stahlwahl? ich hab mir grad ein Haumesser (30 cm in etwa) aufgemalt, aber noch nicht mit dem aussägen begonnen.... ich hab gedacht, der wär recht zäh?
Seb
 

roman

MF Ehrenmitglied
Nun ich glube ich muss da mal was richtig stellen.

Das beispiel ist das ich in meinem Buch gebracht habe soll nur das thema "Potential eines stahles" darstellen. der 2842 kann sehr wohl wie auch Clay sagte dafür genommen werden nur der c75 ist halt prädestiniert dafür.
Die wahl ist allemal bessr als einen hochlegierten stahl zu benutzen, denn dann ist man noch weiter von dem eigentlichen Anwendungsfocus entfernt. Eine solche potential betrachtung schliesst auch immer ein das man nicht nur den stahl als solches betrachtet sondern auch geometrie abmessung, anwerderverhalten...

Wenn ich zB einen CPM 420 einsetze dann muss ich eben mit deutlich mehr material und geringerer Härte arbeiten als ein c75 braucht um die gleiche schocklast ohne ausbruch zu überstehen, was sich wiederum negativ auf meinen schneidwinkel meine materialstärke und mein gewicht der klinge auswirkt und damit die gebrauchsfähikeit hinsichtlich der optimalen schneideigenschaften zum teil drastisch vermindert.
Das ganze ist also ein system das man sich anschauen muss und nicht einfach eine größe die die man betrachtet und damit eine generelle aussage bekommt ob sich ein stahl eignet oder nicht
 

roman

MF Ehrenmitglied
Seb kannst ruhig weiter machen mit deinem stück. ich würde es aber dann selektiv härten dann kannst du damit schon so 56 HRC für die Schneide fahren.
Zum vergleich ein C75 wäre bei der gleichen Anwendung vielleicht mit 20-30% weniger material ausgekommen also Leichter
und ca 4 - 6 HRC mehr bei "gleicher" zähigkeit oder bei gleicher härte einen um 5°-8° kleineren schneidenwinkel was dann zu mehr schneidfähigkeit und schneidhaltigkeit fürht.

Also wieder das system gilt es sich anzusehen alles ist miteinander verbunden und wirk zum teil gegenteilig.