Was erzählt man Jägern über Messer?

effect100

Mitglied
Hallo,

bin von einem Bekannten dazu animiert worden, einen Vortrag bei einer Jägerveranstaltung zu halten.

Er hat gemeint, über 80% haben ein Herbertz mit Anschaffungspreis unter Eur 20.- (was nicht schlimm sein muß)

Wo soll ich da anfangen?

Einführung Messerstähle?
Allgemeine Geschichte des Jagdmessers?

Wer kann mir da weiterhelfen, was einen Jäger so über Messer interessieren könnte?

Besten Dank
 

HankEr

Super Moderator
Naja Aufklärungsbedarf besteht sicher beim Thema Legierungen, Härte und Schliffarten und -winkel; bei der Ergonomie und Pflegeleichtigkeit eher nicht.
 

exilant

Mitglied
Schau mal, das Buch "Das Messer, Waffe und Werkzeug". Der Autor ist Jäger und hat von da aus schön beschrieben, worum es ihm geht. Er beschreibt auch, wie Jäger kein Verständnis für teure Messer haben und so weiter.

Er legt Wert auf die Beschreibung der Funktion von Schneidenform (Bauch) etc.
 

beagleboy

Premium Mitglied
Ich würde vor allem auch ein paar Muster mitnehmen, um mal ein paar Dinge über Klingengang, Klingenspiel, Bedienkomfort etc. anschaulich demonstrieren zu können.

Ansonsten stimme ich HankEr zwar prinzipiell zu, habe aber selbst schon genug Stories (mein Kollege ist Jäger und wird von mir mit Messern versorgt) aus dem jagdlichen Bereich gehört, um auch das Thema Ergonomie nochmal anzusprechen!

Die allgemeine Geschichte des Jagdmessers würde ich eher außen vor lassen, da dies, wenn auch interessant, wenig aktuellen Bezug hat.
 

HankEr

Super Moderator
... es ist aber auch für jeden schwer, der noch nie im dunklen Wald bei -25°C mit blutbesudelten und halb erfrorenen Händen ein Stück Wild aufgebrochen hat, Jägern etwas über Messer zu erzählen.

Andererseits, zerlegt wird heutzutage i.d.R. im gut ausgestatten Keller wo von diversen Messern, über Beile, Sägen und Schleifmaschinen alles aufgeboten wird.

Geschichte von Jagdmessern ist sicher für die meisten uninteressant.
 

heiko häß

Mitglied
Sowas habe ich schon hinter mir

Vor zwei Jahren habe ich mal ein Vortrag bei einem Lehrgang für angehende Jäger gehalten. Die Jungs hatten mich ein bißchen seltsam angeschaut nachdem ich eine Weile über Metallurgie und Legierungselemente gequatscht habe.:irre:
Mein Tip:
Erzähl den Jungs was über die Verschiedenen Stähle,
Erklär ihnen das z.B. 440er Stahl nicht unbedingt 440C sein muß
und geh intensiv aufs schärfen von Messer ein.
Und schmeiß nicht mit zuviel Fachausdrücke um Dich :D
Gruß Heiko
 

pick-up

Mitglied
ich würde mir mehrere optionen offen halten. soll heißen, sehr viel material dabei haben und wissen.
ein bißchen über messer im allgemeinen erzählen, und dann mal fragen, in welche richtung denn das interesse geht.

viel spass dabei:glgl:
 
Zuletzt bearbeitet:

HankEr

Super Moderator
Ich gehe mal davon aus, daß es sich um Leute handelt die bereits jagdlich aktiv sind. Angehende Jungjäger sind großteils wie andere Schüler auch, d.h. von Interesse ist nur, was prüfungsrelevant ist. Angehenden Jägern kann man natürlich schon was von Ergonomie und Pflegeleichtheit erzählen.
 

effect100

Mitglied
Vielen Dank für die zahlreichen Anregungen.

Der Hintergrund ist der, dass mein Bekannter (ein Polizist) mich im Frühjahr zur Angler und Jagdausstellung genommen hat.

Toll, dachte ich , das gibts sicher haufenweise Messer.

Waren aber größtenteils Firmen mit Schießprügeln oder Angelruten. Dann ein paar Messermacher, einsam an ihrem Stand (und latürnich Böker).

An den Gewehrständen haben sie sich fast zu tode gequetscht und ich war der einzige, der sich die Schneidlinge angeschaut hat.

2 Monate später, als ich dies ansprach, wurde ich verpflichtet, über dieses Thema zu referieren.

Anschauungsmaterial nehm ich natürlich reichlich mit. Es sollen ja alle Sinne angesprochen werden.
 

pitter

Forumsbetreiber
Teammitglied
Ich wuerde, neben der ganzen Technik-/Qualitätsgeschichte, auch auf die Stilfrage eingehen. Mal ehrlich, wenn der Schliff und die Ergonomie passt, kannste mit jedem Messer ein Tier zerlegen. Meine Onkels in Sardinien haben sicher mehr Viecher zerlegt als irgendein Jäger hier, das sind eher Zahlen, die man bei Metzgern antrifft. Und die Messer von denen sind Plastedinger aus dem Supermarkt oder ein wackeliges Handmade fuer 20 EUR ;)

Aber das richtige Messer ist doch auch eine Stilfrage. Wie sieht dass den aus, den teuren Zwirn an, an der Büchse fuer 1000EUR Gravur und dann ein Billigding in der Hand. Das ist wie Rehbraten mit Pfanniknödel.

Gruesse
peter
 

luftauge

Mitglied
Die sicherste Methode wäre, dass Du Dich bei den Jägern (oder einem der Jäger) erkundigst, was sie bisher noch nicht wussten, aber gern erfahren würden.
So könntest Du Dich vorbereiten, und eine Blamage ist so eine Vorrausanfrage garantiert nicht, im Gegenteil. Ist zwar etwas umständlich, aber sicher.

Gruß Andreas
 

Matthias

Mitglied
Ich glaube, den geschätzten "Grünröcken" geht es hauptsächlich um die Funktion. Allerdings gibt es auch unter den Jägern Messerliebhaber, wir haben ja einige hier unter uns.

In dem oben zit. Buch "Das Messer....." spricht der Autor dieses Thema an. (Gewehr für zig-tausend Lappen und Blechmesser für zei-fuffzig).

Ich sprach vor vielen Jahren mit einem pass. Angler und befragte ihn ob seiner Schneidewerkzeuge. Ich erwartete nun einen Vortrag über Puma-Anglermesser mit Waage, über Filetiermesser nordischer Herkunft, über schwimmfähige Messer mit Korkgriff und so weiter.

Seine Antwort war: "Awa, do kannscht a`jedes Küchamesser nemma´".

Ich glaube, daß viele Jäger in eben diese Richtung denken, Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel.

Grüße,
Matthias.
 

Noob

Mitglied
Für den Jäger ist ein Messer primär ein Werkzeug. Die Herren die ich kenne interessiern sich hauptsächlich für Schneidhaltigkeit und Nachschärfbarkeit, sowie für eine geeignete Klingenform bezüglich des Aufbrechens. Pflegeleicht sollte es auch noch sein.
 

Bene686

Mitglied
das was ich so mitbekomme (vater jäger) is , wichtig is vor allem
die ergonomie da oft mit viel kraft gearbeitet wird , das heist das messer mus auch falschrum anzufassen sein also mit der klinge nach oben , zum decke aufschärfen , man solte hinten drauf hauen können mit dem hand ballen , zum schloß aufbrechen , ohne das es weh tut oder das esser abrutscht . also der punkt wo die spitze aufkommt möglist in eienr linie mit dem knauf is . nicht zu schmal das mann es noch zum aus der decke schlagen (abhäuten) benutzen kann ohne löcher zuz stechen . verschleisfest , und leicht nachzuschärfen , und es gibt natürlich grad unter jägern eien menge die sich gern ein bischen luxus leisten . wer sich für 1500 euronen eine glas kauft und nen mercedes m fährt möchte kein billig messer haben .
 

Bene686

Mitglied
das Buck Vanguards Jagdmesser

is zb von der form her ziehmlich optimal auch wens nicht so doll aus sieht erfüllt es die ergonomie recht gut . das desigen ein bischen verbesser und ein ordentliocher stahl und mann is dem optimalem jagd messer recht nah . meine meinung .

zb hier zu sehen

http://www.roedter-messer.de/buck.htm
 

Malamute

Mitglied
Ich denke, es wär ganz wichtig, die Leute in Deinen Vortrag einzubeziehen.

Ich würde sie z.B. fragen, was für Messer sie benutzen und welche Erfahrung sie damit haben.
Oder frag sie, wie für sie das ideale Messer aussehen müßte.
Wenn es eine Tafel oder so etwas gibt, könntest Du das mit denen regelrecht erarbeiten.

Dann kommt nicht so leicht das Gefühl auf, dass sie sich als gstandene Jägersleut von einem Nichtjäger belehren lassen sollen. Außerdem erfährst Du auch, was ihnen wirklich wichtig ist und kannst besser darauf eingehen.

Und Du solltest auf jede Frage vorbereitet sein.

Gruß Heinz
 

xtorsten

Premium Mitglied
zu viel einbeziehen ist meist nicht gut, das erwartet keiner, der zu einem vortrag geht. oft endet so etwas mit allgemeiner ratlosigkeit. führungsqualität ist da schon gefragt, auch struktur, wo es hingehen soll.
mein vorschlag:
keine bla-bla bzgl. messer, jahrtausend altes werkzeug (das haben alle schon x-mal gehört)
hol ein gutes custom raus und erklär, wo der unterschied zum serienmesser 20€ liegt.
auch mit rein muß: übersicht griffmaterialien und eigenschaften (gut ist ein kleines blatt mit ein bißchen info zum mit nach hause nehmen).
ebenso stähle: 440er (+unterschiede zwischen a,b,c), pm-stähle und warum sie in einer anderen liga spielen, karbonstähle wenn nur am rande der vollständigkeit halber. für stahl auch so ein kleiner flugi zum mitnehmen.
qualitätskriterien messer - auch eine idee. (verzug, spalten etc.)
form und ergonomie brauchst einem anwender wohl nicht zu erläutern.
vielleicht noch eine link- und custommakerliste machen.
und natürlich der hinweis aufs forum, was??
pflegebedürftigkeit kann auch thema sein (440 c neigt wesentlich weniger zu korrosion als ats 34 z.B. und warum ist das so?).
so das als anregung bitte, ist keine fertig geschliffenen struktur.
ich habe mal den fehler gemacht, die leute zu sehr einbeziehen zu wollen und habe entscheidungsmöglichkeiten gelassen. die erwarten von dir als "fachkraft" aber, daß du die struktur vorgibst, weil du die ahnung hast.
auch nicht gut: zuviel details auf wissenschaftlich korrekt. von der sprachwahl steht man dann ganz schnell als unwissender fachidiot da. es muß sich deutlich vom straßenproll unterscheiden, darf aber durchaus auch ein wenig umgangssprachlich bleiben.

gruß und viel erfolg,
xtorsten
 

pick-up

Mitglied
hi armin

wenn du deine rede gehalten hast, gib mal bescheid, ob du mit tomaten beworfen wurdest, oder mit beifall bedacht ;)