Warnung ! Selbstenzündung bei Giesharz !

Nidan

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Also mir ist gerade eben was ganz unerfreuliches passiert : Ich hab ne Klinge in einen Griff eingeklebt und dabei dünnflüssiges Gießharz benutzt. Ich war grad beim Einkleben, als ich stechenden Rauch bemerkt hab und wie ich aufschau, seh ich daß der Plastikbecher mit dem Harz drin gequalmt hat wie die Sau. Ich habs dann gleich ins Freie gebracht, und Wasser drüber gekippt. Es hat dann auch das Qualmen aufgehört, das Harz war danach hart.

Also paßt nur auf mit dem Zeug !! Ich vermute das Harz hat in Verbindung mit dem Plastikbecher zu einer exothermen (ich hoff man nennt das so) Reaktion geführt.
 

Moppekopp

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Hi NIdan!

Was hast du für Gießharz? Kannst du die Inhaltsstoffe angeben? hab mir nämlich auch welches gekauft und will beim Werkeln damit nicht meinem Vater die Werkstatt abfackeln!

Gruß Moppekopp
 

Nidan

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Hi Moppekopp, die Inhaltstoffe kenn ich net, ich hab es beim Wolf Borger gekauft, der Plastik-Becher war von der Marke Müller (da war mal so ein Erdbeerzeugs namens "Floop" drin)
 

Nidan

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Ähmmm, ich würd das Zeug aber trotzdem lieber in Glas anmischen, vielleicht ist das Harz nicht sooo wählerisch mit was es reagiert :D
 

Moppekopp

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Ich wollte eigendlich was in Richtung Micarta machen. Nicht das mir die Pesse in Flammen aufgeht.....:angst: !

Nach deiner Erfahrung werd ich die Versuche wohl ander frischen Luft machen.

Gruß Moppekopp
 

Nidan

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Also ich denk nicht, daß da große Gefahr besteht, Stoff ist ja was ganz andres als Plastik.

Übrigens der Becher war aus PP stand zumindest auf dem Boden eingeprägt.
 

pick-up

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also ich bin werkzeugmacher und arbeite teilweise auch als kunststoffwerker bei VW. zu den harzen kann ich euch sagebn das es meistens 2komponenten harze sind. harz und härter. wenn man das mischungsverhältnis nicht richtig einhält: zuviel härter nimmt, kann es sein das die mischung anfängt zu brennen, weil der harz zu schnell aushärtet. ist auf der arbeit öfters passiert. die dämpfe die dabei entstehen sind meist extrem krebserregend.

also vorsicht dabei :cool:
 

Nidan

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Also zuviel Härter hab ich net genommen, ausserdem hat sich das Harz das im Griff drin ist sich ja auch nicht entzündet, nur das im Becher hat gequalmt :cool:
 

pick-up

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Original geschrieben von Nidan
Also zuviel Härter hab ich net genommen, ausserdem hat sich das Harz das im Griff drin ist sich ja auch nicht entzündet, nur das im Becher hat gequalmt :cool:

ja weil die menge größer war und es heißer geworden ist.
kleiner tip immer nur so viel zubereiten wie man braucht. (soll nicht klugscheißerisch sein) ;)
 
Hallo Nidan

Mir ist auch so etwas ähnilches passiert.

Ich wollte einen Baumschwamm mit dünnflüssigen Epoxyd Harz stabilisieren. Hab ca. 300ml angerührt und alles zusammen in einen Kunststoffsack gegeben. Den Versuch habe ich auf meinem Schreibtisch bei mir im Zimmer kurz vorm schlafengehen gemacht. Nach ca. 30min als ich schon im Bett lag hört ich es auf meinem Tisch knistern und blubbern:waaah: . Dann sah ich dass der Kunststoffsack geschmolzen und das Harz ausgerunnen ist(zum Gluck hab ich eine Korkplatte untergelegt).
Um ein Haar hätte es mir den Schreibtisch stabilisiert oder verbrannt.
Das Teufelszeug habe ich am Balkon über nacht auskühlen lassen.

An was das gelegen ist weis ich immer noch nicht, ist aber nie wieder passiert.

pick-up: Habe schon öfters sollche Mengen auf einmal verwendet, ist aber noch nie besonders heiß geworden.

grüße Richard
 

pick-up

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Original geschrieben von richknive
Hallo Nidan



pick-up: Habe schon öfters sollche Mengen auf einmal verwendet, ist aber noch nie besonders heiß geworden.

grüße Richard

wie gesagt auf der arbeit wenn es mal schnell eghen muß macht man schon mál mehr härter rein absaugung drüber und gut. wenns zu viel war , war nichts mit schnell dann muß man noch mal ran. es kann auch sein wenns zu viel härter war das der harz brüchig wird weil er zu schnell gehärtet ist. weil ein 2 komponenten kleber ( harz +härter ist nichts anderes ) nie ganz aushärtet. das verfahren geht immer weiter, auch nach monaten noch. deshalb stinkt mancher kunststoff auch, weil er immer noch am ausgasen ist. ist zwar echt nützlich, allerrdings auch ein teufelszeug. am wiederlichsten finde ich das man auf der arbeit oft jahrelang mit dem kram gearbeitet hat und auf einmal gibt es den kram nicht mehr , mit der begründung stark krebsgefährdent. aber nehmt mal das hie . das ist besser. 5 jahre später die gleiche prozedur. da bekommt man echt ne knolle wie mit meinem leben gepielt wird. bin ich nicht mehr da weil krank kommt halt der nächste. sind ja 4 millionen andere da die nen job wollen.

ich weiß fast alles OT mußte aber mal raus

fazit seit vorsichtig mit dem kram verwendet ihn am besten im freien dann kann am wenigsten passieren. und achtet auf das mischungsverhältnis

viel spass weiterhin beim selbstbauen. mal sehen wann ich mein erstes anfang?????????
 
Zuletzt bearbeitet:

Gerber

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Das Problem der Sebstentzündung solcher Kleber kannst Du durch das Benutzen eines grösseren Mischbehälters in den Griff bekommen. Weil: exotherme Reaktion in der Flüssigkeit, Temp. steigt. Ist das Verhältnis von Oberfläche der Flüssigkeit zum Volumen ungünstig (wenig Oberfläche, viel Volumen wie in Deinem Fall)kann die Flüssigkeit weniger Wärme über ihre Oberfläche abgeben als in ihrem Inneren erzeugt wird. Die Temperatur steigt dann evtl. bis zur Sebstentzündung. Deswegen grösseren Behälter nehmen, und nur den Boden auffüllen.
 

Leonardo75

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Hallo Kleberfans!

Was Gerber sagt ist richtig. Je größer die spezifische Oberfläche ist, desto besser kann die exotherme Härtereaktion die Wärme nach außen abgeben. Also entweder kleine Mengen oder große Mengen mit großer Oberfläche anrühren. Oder einfach Harz und Härter vor dem Verarbeiten in den Kühlschrank, dort geben Sie auch mehr Wärme ab, bzw. reagieren kaum noch weiter, wenn die Temparatur zu niedrig ist. Dann kann man auch größere Mengen anrühren und diese dann langsamer verbrauchen.

In unserer Vorlesungsreihe Kunststoffverarbeitung I haben wir unter anderem auch in einer Übung mit einem Polyurethanschaum gearbeitet und da wurde die Mischung auch gut warm. Wenn man das dann noch als PU Kleber verarbeitet, dann könnte das schon zu Problemem führen.

Oder einfach langsamer reagierende Kleber einsetzen mit 24 Stunden Aushärtezeit, die ergeben meist mehr Festigkeit und entwickeln weniger Wärme beim Reagieren, da sie langsamer reagieren und die Wärme mehr Zeit zum entweichen hat.

Dass der Kleber unter den Griffschalen nicht verbrannt ist ist ja auch klar, da er einfach eine zu große Oberfläche hatte und die Temperatur gut durch die Wärmeleitung an das Metall und die Griffschale abgeben konnte.

Viele Grüße sendet Euch der Leo.
 

pick-up

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Original geschrieben von Leonardo75
Hallo Kleberfans!

Oder einfach Harz und Härter vor dem Verarbeiten in den Kühlschrank, dort geben Sie auch mehr Wärme ab, bzw. reagieren kaum noch weiter, wenn die Temparatur zu niedrig ist. Dann kann man auch größere Mengen anrühren und diese dann langsamer verbrauchen.



hammerhart man leo das zeug ist giftig und das nicht wenig
 

Leonardo75

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Hallo pick-up!

Stellt sich nur die Frage, wie das Zeug wirkt, ist es lungengängig, so würde ich es ruhig in den Kühlschrank stellen, Asbest ist ja auch nur giftig, wenn man es als Faser einatmet und nicht wenn man es zum Beispiel ißt (zumindest kann ich mich daran aus dem Chemieunterricht erinnern, man verbessere mich bitte, wenn ich mich hier täusche).

Hast aber schon recht mit Deinem Hinweis, vielleicht ist es besser es in einer Kühltasche mit Kühlakkus aufzuheben, um die Verarbeitungsdauer zu strecken.

Aber was bestimmt nicht allzu gefährlich ist, ist es das Zeug VOR dem Verarbeiten in den Kühlschrank zu stellen, also eigentlich die beiden Tuben, oder wie das Zeug angeliefert wird. Dabei dürfte eigentlich nicht allzu viel austreten.

Dann reagiert es auch langsamer, vor allen Dingen, wenn man es auch einer gekühlten Unterlage anmischt.
 

pick-up

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@ Leonardo75

soviel ich weiß sind die dämpfe am giftigsten. am schlimmsten wenn es in der aushärtephase ist. die geschlossenen tuben in den kühlschrank zu legen ist ja ok. aber ich bezweifel das es was bringt.

ok es wird langsamer aushärten weil die masse an sich kälter ist aber das gemisch braucht eine bestimmte temperatur um auszuhärten. ist diese nicht gegeben dann dauert es urlange bis der aushärtevorgang beendet ist. und ob es hinterher so gut hält ist fraglich. da bei den heutigen klebern und harzen nur ein perimeter verändert werden muß und schon sind alle ausgangsvoraussetzungen anders.

die erfahrung hat gezeigt das man sich am besten genau an die vorschriften hält und nur die menge anrührt die man auch brauch. und das ganze am besten draußen oder in einem gut gelüfteten raum. dann ist man immer auf der richtigen seite

........und dann klappts auch mit dem nachbarn :p
 

Leonardo75

Mitglied
Hallo pick-up!

Wenn die Dämpfe das gefährliche sind, dann ist wohl auch eher das Einatmen gefährlich, weil die Dämpfe wohl lungengängig sind. Daher halte ich das Aufbewahren im Kühlschrank auch im angerührten Zustand nicht für sehr gefährlich. Aber hier sollte eher jemand aus der Kleberindustrie oder aus dem Gesundheitswesen was zu sagen, als ein kleine Messerfreund wie ich.

Zu den Temperaturen noch folgendes: ich meinte die Temperaturen während des Verarbeitens, nicht während des Aushärtens. Wenn ich mich recht erinnere, dann war bei jb-weld auch eine Temperaturmodifikation vorgeschlagen worden, damit bei unterschiedlichen Umgebungstemperaturen eine passende Klebstoffviskosität einzustellen ist.

Nachdem der Klebstoff ausreichend aufgetragen ist, sollte man die Temperatur natürlich wieder auf die bringen, die notwendig ist um die höchste Festigkeit der Klebeverbindung zu bringen, die man abhängig vom Klingenstahl (Anlasstemperatur, etc.) und vom Griffmaterial (Holz reisst gerne im Ofen) erreichen kann.

Viele Grüße und viel Spaß mit Eurer besseren Hälfte bei Klebstoffsauereien wünscht Euch der Leo.
 

Odin

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@Leonardo:
Die meisten giftigen stoffe im epoxydharz werden von der haut absorbiert.
Das kann zu reizungen und allergischen reaktionen führen.
Die Dämpfeführen zu schwindelgefühlen erbrechen etc.
musst mal Google bemühen, da findet man ne menge zu epoxydharzen und den entsprechenden gefahren
 

Nidan

Mitglied
Also danke für die Tipps, ich werd auf jeden Fall beim nächsten Mall aufpassen wie noch was :angst: