WaffG Novelle in D -- was kann man tun?

HankEr

Super Moderator
Der gesamte Entwurf zum neuen Waffengesetzt in D welchen das Bundeskabinett ins Gesetzgebungsverfahren einbringen will steht im Netz als PDF-Datei zur Verfügung: Entwurf zur Neuregelung des Waffenrechts

Dem Waffenrecht welches Legislaturperiode für Legislaturperiode in der Vergangenheit immer mal wieder in Angriff genommen wurde scheint nun tatsächlich nicht mehr all´ zu lange vor einer Verschärfung zu stehen. Leider läßt scheinbar der Widerstand dagegen in der Feuerwaffen Fraktion --- bezogen auf deren Anzahl --- sehr zu wünschen übrig. Da auch auf die Freunde der scharfen Klinge Verschärfungen hinzukommen würden (falls das Gesetz so wie im Entwurf umgesetzt werden sollte) würde ich mir auch aus diesen Reihen noch einmal ein Aufbäumen wünschen. So sollen z.B. alle Springmesser bei denen die Klinge nicht seitlich herauskommt (OTFs), Springmesser deren Klingenhöhe nicht mind. 20% der Länge beträgt, Wurfsterne, Butterfly-Messer und Faustmesser verboten werden. (Wer der Messer- und der Schußwaffenfraktion angehört, kann in D evtl. schon bald weil ein Butterfly Messer in seinem Keller liegt seine waffenrechtliche Zuverlässigkeit verlieren!!!)

Auch wer keinen dieser Gegenstände sein Eigen nennt sollte die Ärmel hochkrempeln und Druck auf die sog. Entscheidungsträger im Gesetzbildungsverfahren machen. Zum einen aus Solidarität mit den davon Betroffenen und zum anderen um ein erodieren der Rechte in diesem Bereich zu verhindern. War im letzten Entwurf noch die Rede von einem Verbot von Springmessern mit einer Klingenlänge > 6.5cm die Rede so ist davon hier keine Rede mehr. Anscheinend konnte z.B. Böker anhand der Verkaufszahlen des SpeedLock dem Gesetzgeber klar machen wie viele Bürger/Wähler von so einem Verbot betroffen werden; und dieser hat daraufhin wieder einen Schritt zurückgemacht. Nur wenn den hand(nicht)hebenden Damen und Herren klar gemacht werden kann, daß die oben angesprochenen Gegenstände nicht nur bei Straßengangs beliebt sind, sondern auch von ganz normalen Bürgern wert darauf gelegt wird diese erwerben bzw. behalten zu dürfen, dann kann hier evtl. noch zu unserem Wohle eingegriffen werden.

Beim Bundestag kann jeder sich die Kontaktinformationen (auch EMail) seiner Wahlkreisabgeordneten heraussuchen; zumindest diesen sollte meiner Ansicht nach jeder hier einen Brief schreiben in dem er klar macht, daß er klar gegen diese Einschränkungen ist und nachfragt wo der Sinn eines solchen Verbotes liegen soll und warum man seinen Wählern nicht traut. Man muß den Damen und Herren klar machen, daß sie damit nicht ein Signal gegen Kriminelle setzten sondern, daß sie damit auf den Füßen rechtschaffender Bürger (=Wähler) herumtrampeln. Zusätzlich sollte man IMO auch noch einen Brief an des Bundesministerium des Inneren, an das Innenministerium und den Ministerpräsidenten seines Bundeslandes schreiben.

Was kann sonst noch getan werden? (Bitte keine Antworten im Sinne von "Das hat doch eh´ alles keinen Sinn, die machen doch eh´ mit uns was sie wollen", nichts getan wurde lange genug)
 

pitter

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HankEr: Es hat keinen Sinn <IMG SRC="smilies/cwm36.gif" border="0"> , aber nicht, weil die eh mit uns (wer ist uns?) machen, was sie wollen, weil in der Regel halt nach der sogenannten Volkesmeinung Politik gemacht wird. Binsenweisheit, ich weiss. Und da IMO die ueberwiegende Mehrzahl der Wahlberechtigten eh deppert ist und sich jeden Scheiss erklären lässt, sich Millionen ihre Bildung aus der BILD Zeitung holen und Waffen, Messern etc. sowieso ablehnend gegenübersteht, wird das halt so entschieden. Die paar Schützenhanseln und Messersammler gehen statistisch einfach unter.

Die Idioten unter den Schützen/Waffensammlern gehen zwar statisch auch unter, aber an denen hängt man sich halt immer auf - so ist das halt. Da musste schon die Berichterstattung in den Medien ändern.

Dass eine Einschränkung legaler Waffen die Anzahl der illegalen nicht verringert, und dass keiner sich ein 500Mark Messer zum Killen kauft, wenns bei der Bilka 30cm Kochmesser fuer Fuenf Mark gibt, sollte zwar jedem normal denkenden Menschen klar sein - nur leider ist das mit dem Denken halt ein Problem.

IMO gibt es, wenn man wirklich effektiv etwas gegen schwachsinnige Gesetze/Politik machen will nur zwei Möglichkeiten. Auf dem Rechtsweg klagen oder in die Politik gehen.


Sorry und Gruesse
Pitter

[ 13-07-2001: Nachricht editiert von: pitter ]
 

HankEr

Super Moderator
Ich finde trotzdem, daß es nicht schaden kann etwas Laut zu geben. Der angesprochene Punkt mit der Springmesser Klingenbeschränkung auf < 6.5cm, welcher jetzt vom Tisch zu sein scheint ist ja sicher auch nicht durch Nichtstun verschwunden, sondern dadurch, daß vermittelt werden konnte, daß so ein Verbot eine nicht geringe Zahl rechtschaffender Bürger treffen würde. (Wer das vermittelt hat lasse ich einmal dahingestellt (Böker, FWR, Einzelpersonen, der Sohn eines Ausschußmitgliedes der ein M-UDT hat, ...) Die Enschränkungen bei Einzelladern für Sportschützen, welche angedacht waren sind vom Tisch, warum? Weil alle Betroffenen brav ruhig waren wohl kaum. Der generelle befristete Erteilung von WBKs schein vom Tisch, warum? Weil sich jeder gesagt hat "es wird eh´ nach geBILDeter Volksmeinung Politik gemacht, was soll ich da sagen?"? Wohl kaum.

Neben den Wahlkreisabgeordneten, dem BMI und den Landesregierungen würde ich auch noch die Mitglieder des Innenausschusses und des Rechtsausschusses des Bundestags mit entsprechenden Schreiben bedenken. Was hat man denn schon zu verlieren? Jetzt komme mir bitte keiner mit "Ich denke zu 95%, daß alles nix bringt, deshalb sind mir die 5min Aufwand meinen Wahlkreisabgeordneten zu schreiben zu viel". 5min mal nicht mit einem Messer spielen <IMG SRC="smilies/wink.gif" border="0"> oder auf den Schießstand gehen, sondern diese Zeit darin investieren, daß die Wahrscheinlichkeit steigt, daß man auch morgen noch seinem Hobby frönen kann. Wer jetzt seinen Mund nicht aufbringt soll bitte hinterher auch nicht lamentieren!

Die Mehrheit hat vom dt. Waffengesetzt keine Ahnung, auch ist momentan nichts passiert was für eine negative Meinung in Bezug auf Waffen in der "Masse der Bevölkerung" sorgen könnte. Deshalb ist das erhöhte Engagement der direkt Betroffenen und der mit ihnen Solidarischen gefragt. Wenn ein Abgeordneter 3 Schreiben bekommt, die ihn fragen warum man sein Hobby vermießen will und nur ein Schreiben in dem jemand fordert "dieses Teufelzeug gehört verboten", dann wird er sich doch seine Teil (auch wenn das nicht repräsentativ ist) zu der Stimmung in seinem Wahlkreis denken. Bekommt er nur ein Schreiben "dieses Teufelszeug gehört verboten" und die die anderer Meinung sind vegitieren in ihrer Resignation vor sich hin und halten den Mund, dann hat das wohl auch einen Einfluß auf die Grundstimmung des --- potentiell auf Wiederwahl hoffenden --- Berufspolitiker.

Ich bin nicht naiv und vermutlich wird auch in diesem Punkt fraktionsgeschlossen abgestimmt und der jeweilige Abgeordnete hebt brav die Hand mit seinen Sitznachbarn und trotzdem sollte man versuchen Personen und damit vielleicht ja auch als Zünglein an der Waage eine ganze Fraktion auf seine Seite zu ziehen. Zu verlieren gibt es nicht, außer ein paar Minuten seiner Zeit.
 

Seal_6

Mitglied
Hi zusammen!

HankEr, ich kann Dir da grundsätzlich nur zustimmen!

Wer als "Betroffener" hier in unserem lieben Ländle noch immer nicht gemerkt hat in welche Richtung das Ganze geht, dem ist nachher halt auch nicht mehr zu helfen.

Für alle, die wenig Zeit haben um sich die passenden Argumente fürs Schriftliche auszudenken:
www.waffen-online.de

Hier gibts auf Grund der aktuellen Lage Vorlagen und Argumente zum (Ab-)schreiben und ergänzen. Na, wie wär´s??

Ich empfehle JEDEM Waffenbesitzer nicht nur das FORUM WAFFENRECHT sondern insbesondere eine entsprechende Versicherung in Bezug auf waffenrechtliche Absicherung in Prozeßfällen etc. abzuschließen. Die kostest z.B. übers FWR
so gerade 80,00 DM im Jahr!

Aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen: Ich bin froh, daß ich sie jetzt habe. Denn dann wären in der Vergangenheit einige Sachen anders abgelaufen.

Es wird einfach mal Zeit, daß ALLE Verbände, Interessenten und Betroffenen eine Linie einschlagen.
Sonst geht´s uns wirklich bald wie den Engländern, Australiern etc..etc..etc.

Ich habe auch nicht ständig Lust, irgendwelchen oder ganz speziellen Abgeordneten, Delegierten usw. Briefe zu schreiben.
Aber Fazit ist doch: Wenn auch nur ein paar von denen das begreifen was richtig ist und dieses dann auch entsprechend
weitergeben, vertreten etc. - DANN HABEN WIR DOCH SCHON ETWAS GEWONNEN, oder nicht?
Oftmals hilft doch das "Zünglein an der Waage".

Ich hab nämlich keinen Bock meine Waffen (egal welche) abzugeben, nur weil irgendwer ohne Ahnung meint, ich sei gemeingefährlich!

In diesem Sinne...

Micha