Verzug/Stahl

bert

Mitglied
Welche Erfahrungen habt ihr mit Härteverzug bei verschiedenen Stahlsorten gemacht.

Bzw anders rum, welcher Stahl neigt am wenigsten dazu sich zu verziehen?

Gruß
bert.
 

freagle

Mitglied
Hallo Bert,

bei mir sind schätz ich mal 70% des Härteguts verzogen, jedoch so dass es sich meist leicht per Richthammer wieder richten lässt. Da ich nach dem Härten eh noch weiterschleife, sind die Hammerspuren kein Problem die sind schnell weggeschliffen.

Speziell der RWL34 ist bei mir eigentlich immer etwas verzogen, mag aber auch Zufall sein, soviele Klingen, vielleicht 5 oder 6 hab ich daraus ja noch nicht gemacht. Ich hab mir schon gedacht, dass der Verzug bei mir durch Verspannungen vom Bearbeiten kommt, vielleicht schleif ich nicht gleichmäßig genug.

Was mir aber aufgefallen ist, geb ich die Klingen aus Damast (kauf ich meist bei Stienen) zu Peter Stienen, oder Carbonklingen zu Claymore, wo praktisch jede Klinge einzeln in der Esse gehärtet werden hab ich mit Verzug keine Probleme.

Grüße freagle
 

Claymore

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Hallo Bert,

Pauschal gesagt:
bei Monostähle bemerke ich weniger Verzug beim Härten.
Bei Damaststhählen gibt es meistens einen gewissen Verzug, wahrscheinlich auch aufgrund der unterschiedlichen Stähle die auf die Erwärmung so kommt es mir vor teilwiese wie ein Bi-metall reagieren können.
Bei Gleichmäßiger Erwärmung zeigt sich dann aber wieder eine gewisse 'Begradidung'.
Verzug nach dem Abschrecken lässt sich aber meistens direkt nacch dem abschrecken und vor dem Anlsssen beseitigen.

Bei D2 Klingen in einer Härterei gehärtet war eine von 2 Klingen verzogen.
Testweise selbst gehärtete Klingen (mit Tiefkühlen) hatten keinen Verzug.
Wichtig ist eine Gleichmäßige erwärmung der Klinge .
Die Klinge sollte nicht auf der Seite Liegen oder neben einem Massiven Bauteil zu liegen kommen oder nicht zu nahe und einseitig an einem Heizelement etc.
Alles Sachen auf die man beim Härten in einer Härterei meist wenig bis keinen Einfluß hat.
Wenn man es selbst machen kann schon.

GRuß
Peter
 

Tierlieb

Mitglied
@freagle
Richthammer? Wie sieht ein Richthammer aus? Was kann der mehr als ein normaler Hammer?

MfG, Tierlieb
 

freagle

Mitglied
@Tierlieb

ich selbst hab keinen eigenen Richthammer, Wolf Borger war bisher immer so freundlich mir die Klingen nach dem Härten zu richten.

Der Richthammer von ihm, hat vorne ab der Finne eine schmale Einlage aus Hartmetall, beim Richten werden damit nur ganz sachte Schläge gemacht aber viele, die Einkerbungen die der Richthammer hinterlässt, sind so ca 4 - 5mm lang und etwa 1-2 Zehntel tief, lassen sich wieder sehr leicht mit einem 320er Band entfernen. Die kleinen Kerben sorgen dafür dass sich der Stahl auf die gewünschete Seite streckt, die Klinge wird gerade.

freagle
 

bert

Mitglied
Hi freagle!

Mit RML 34 habe ich auch die Erfahrung gemacht.
Auch der D2-Stahl neigt stark zum Verzug.

Kohlenstoffstahl und Damast härte ich selber und ist in der Regel kein Problem. Da selber machen ja fast immer beser ist/wäre.

Die Frage ist wie weit liegt es am Stahl und deren Zusammensetzung?

Diese Woche sind mir zwei Klingen beim richten gebrochen.
......und das geht mir ziemlich auf den Sack.


@Tierlieb.
Hier wird das Prinzip des Richthammers gezeigt.
http://www.visier.de/artikelbeitrag/artikelbeitrag_763.html

Gruß
bert.
 

Tierlieb

Mitglied
Aha. Macken reinschlagen und damit strecken. Ic habe das bisher immer mit der spitzen Hammerseite (wie auch immer das heißt) gemacht. Aber ist es bequemer, weil man rechtwinkling zum Werkstück arbeiten kann.

Danke freagle und bert!

MfG, Tierlieb