Vertragsgestaltung Custom Messer

Paulus

Mitglied
Hallo Messermacher,

wie gestaltet Ihr Eure Verträge mit den Kunden? Wenn einer ein Messer haben will müssen doch irgendwo die Wünsche festgehalten werden. Gibt es Zeichnungen oder nur Beschreibungen, wird ein Vertrag gemacht oder alles mündlich ausgehandelt?
Wenn es Verträge gibt: Wie müssen die aussehen?

Viele Grüße
Paulus
 

HankEr

Super Moderator
Das ist sicher das Problem für manche Mißverständnisse, daß i.d.R. das meiste mündlich läuft und eine Skizze schon das höchste an Spezifikation ist.
 

HankEr

Super Moderator
Ja, wäre mal ein Projekt, einen Mustervertrag für Messeraufträge zu entwerfen und bereit zu stellen. In dem dann alle generellen Punkte aufgezählt sind. Eine Beispielvorgabe von mir kann man inkl. Tippfehlern und zahlreichen Ungenauigkeiten z.B. hier sehen. Bei weitem nicht perfekt, aber es könnte schon mal eine grobe Richtschnur sein.
 
F

filosofem

Gast
Original geschrieben von HankEr
Das ist sicher das Problem für manche Mißverständnisse, daß i.d.R. das meiste mündlich läuft und eine Skizze schon das höchste an Spezifikation ist.

Um auf den aktuellen Fall zurückzukommen. Der Messermacher bekam von mir folgendes:

- genaue Zeichnung
- genaues Pappmodell
- genaue Beschreibung als Text

Sowas würde ich jedem raten.
 

HankEr

Super Moderator
War jetzt nicht auf einen konkreten Fall bezogen. Ein Mustervertrag wäre aber doch keine schlechte Idee, vor allem für die die noch nie ein Custom bestellt haben, oder?
 

mark23

Mitglied
Dazu wäre allerdings auch ein detailiertes und genaues Lexikon mit allen (möglichst vielen) Fachbegriffen zum Thema "Messer" nötig. Ergänzend zu den FAQ hier im Forum. Auf Günter Böhlkes Homepage ist z.B. ein recht umfangreiches "Glossar" mit "Erläuterungen am Beispiel".

Gruß

Mark23
 

HankEr

Super Moderator
Gibt es evtl. sogar schon einen Mustervertrag, z.B. von der dt. Messermacher Gilde?

Naja, die Infos müssen ja nicht unbedingt auf's Pflichtenheft mit hinauf, aber halt die nötigen Stichworte. Wenn ich ein IT-Pflichtenheft verfasse und dabei schreibe "RAM-Bedarf max. 1GB", dann erläutere ich RAM und GB auch nicht im Anhang, sondern erwarte, daß der Empfänger das versteht oder sich entsprehend Schlau macht. Genauso, wenn ein Auftraggeber mir dem Wort Ricasso im Mustervertrag nichts anfangen kann, dann macht er sich schlau oder schreibt halt nichts dazu, weil er sich evtl. sowieso keine Gedanken darüber gemacht hat.

Mustervertrag halt nicht "idiotensicher" für beide Seiten, sondern als Merkstütze, damit nicht wichtige Angaben vergessen, oder als selbstverständlich angenommen werden werden. Es muß ja nicht alles auch im konkreten Fall spezifiziert werden. Viele haben Messer eher als Kunstobjekt und da kommt es halt auf die Silhouette und die Lage der grind line an, aber nicht darauf ob die Klinge jetzt hohl oder flach geschliffen ist. Der eine will einen Griff mit einer ganz bestimmten Micartatönung und schreibt das dann auch, ob Papier-, Leinen-, oder Sonstwasmicarta ist ihm egal. Der andere schreibt halt nur "dunkles Linenmicarta", ob das jetzt schwart, dunkelgrau, oder -grün ist ist ihm wurst. Klar ist auch "dunkeles" keine eindeutige Angabe, aber praxistauglich ist sie allemal.
 

bigbore

Mitglied
Sorry,
aber ich sehe nicht den "Absolutrechts/idiotensicheren Vertrag" als Problem,
aber welcher Messermacher wird sich denn auf sowas einlassen?

Ein Feilstrich zuviel oder zuwenig ... :(


Wie viele Messermacher arbeiten denn bereits nach dem Motto:
"Ich mache was ich will, Du kaufst, oder lässt es bleiben."



:rolleyes:
 

Paulus

Mitglied
Mir ging es weniger um "idiotensicher" sondern mehr um üblich oder zweckmäßig. Sicher würde ich mich hüten als Macher jeden Feilstrich zu vereinbaren. Praktikabel soll es natürlich auch sein. Die Maserung am fertigen Griff oder der mm genaue Anschliff ist sicher nicht praktisch. Aber zumindest die grundlegenden Daten wie Klingenform, Griffmaterial, Schliff, Ausführung sollten schon gemeinsam festgehalten werden. Nenn es von mir aus Vereinbarung, aber irgendwo möchte ich doch wissen was ich arbeiten soll. Die Auflistung von HankEr ist doch schon mal ein Anfang. Ich muß doch nun nicht das Fahrrad neu erfinden, wenn solche Mustervereinbarungen schon im Umlauf sind.
 

exilant

Mitglied
Im Hinblick auf aktuelle andere Threads ist diese Frage nach einem Mustervertrag negativ belastet.

Persönlich sehe ich in einem schriftlichen Vertrag aber nicht das Ende der Rechtschaffenheit und Unschuld, sondern ein brauchbares Mittel um möglichen Missverständnissen vorzubeugen. Soll heißen: Durch einen, wie auch immer formulierten Mustervertrag wird ein Grundproblem nicht gelöst: Man kann an einander vorbeireden, das selbe Wort aussprechen und verschiedenes meinen. Gerade für den Laien oder Neuling ist under "Idiom" nicht zwingend verständlich.

Ein anderes Grundproblem ist auch: Man sucht sich ja nicht einen Schleifsklaven, sondern will seinen Entwurf unter Ausnutzung des Fachverstandes des Machers in ein vernünftiges Messer verwandeln. Daraus folgt: Die Möglichkeiten des Machers von der Vorgabe abzuweichen und auch, unter welchem Gesichtspunkt abgewichen werden darf, müssen diskutiert werden.

Also finde ich, ohne ein gutes Gespräch, in dem der Kunde seinen Wunsch so genau wie möglich darstellt, wird auch ein schriftl. Vertrag nicht die Lösung sein.

Wenn dieser aber am Ende eines solchen Gespräches steht schon. Es scheint mir dann aber besser, freies deutsch zu verwenden, da man sich doch im Gespräch auf gemeinsame Definitionen von Begriffen verständigt hat.

Ich muss dazu aber sagen, dass mir Leistungsbeschreibungen z. B. aus dem Baugewerbe nicht fremd sind. Wenn das einen interessiert, schicke ich gerne mal meine Leistungsbeschreibung zu dem guten Stück da links.
 

HankEr

Super Moderator
Ja, idiotensicher eben nicht, aber ein Leitfaden für alle wichtigen Punkte. Wenn jemandem ein bestimmter Aspekt nicht wichig ist, trifft er halt keine Festlegung dazu. Das dann aber bewußt und nicht "ich dachte das wäre sowieso klar" oder "da haben wir doch vor 17 Wochen beim Bier darüber gesprochen".

Wie viele Messermacher arbeiten denn bereits nach dem Motto:
"Ich mache was ich will, Du kaufst, oder lässt es bleiben."
Ich hoffe mal der Handwerker im Messermacherbereich wird nicht gänzlich durch den Künstler verdrängt. Wenn es nämlich erst mal nur noch Diven in diesem Bereich gibt, dann kann man sich genauso auf Fabrikmesser beschränken und statt dessen Picassos sammeln, die haben die sicherere Wertsteigerung :eek:
 

Kevin Wilkins

Moderator Forum Kevin Wilkins
Ich habe vor langen Zeiten mit einer schriftlichen Bestellformular angefangen. Für mich ist eine Bestellung erst eingegangen, wenn die Formular unterschrieben von Kunde ist. Dadrin werden die wichtigste Punkte festgehalten, hauptsächlich um meinem Gedächtniss zu helfen :).

Meine Formular ist aber nicht so Folder orientiert und ich muss es überarbeiten.... noch was zu tun!

Ich denke ein *Vertrag* oder AGBs ist für die meisten Fälle aber übertrieben. Vielleicht wenn man eine GmbH hat?

Wie einige Leute hier schon gesagt haben, *keine Messermacher* kann für mehr als Sachwert haften. Und wenn er/sie das Messer zurück nimmt und das Geld erstattet oder zur Kundenzufriedenheit ausbessert oder für versäute Kundeneigentum bezahlt, ist die Sache erledigt. Zusätzliche Schadensersatz für Ärger, Entäuschung oder sonst was, ist für mich ausgeschlossen. Jeder kann Pech haben, mehr als dafür gerade stehen kann keiner.
 

HankEr

Super Moderator
Sowas wie Vertragsstrafen etc. meine ich ja gar nicht, wenn ich von Mustervertrag spreche. Nur ein Formular für die Spezifikation und vielleicht noch den vereinbarten Preis und eine grobe Lieferzeit. Mehr nicht. Halt so wie im oben verlinkten Beispiel.

Gewissermaßen als Gedächtnisstütze für beide Seiten und um Mißverständnisse zu vermeiden.
 

Beisser

Mitglied
HankEr,
genauso würd ich es auch machen.
-Vertragsparteien
-Preis
-Lieferzeit
-evtl. BGB erwähnen
-Objekt des Vertrags (Messer)
-Spezifizierung gem. Zeichnung und/oder Beschreibung, evtl. Foto o.ä.

fertig:super:

gruß
Arne
 

micknives

Mitglied
wer sich ein custom machen lässt, hat oft schon selbst genaue
vorstellungen wie sein messer aussehen sollte. im gespräch mit
dem messermacher wird dann genau das machbare für seinen entwurf
besprochen oder ggf. veränderungen getroffen.
ist alles besprochen, gibt es eine ganz normale schriftliche auftragsbestätigung in der das Messer genau spezifiziert, ca.lieferzeit, höhe der Anzahlung, Restzahlung etc.
das sollte eigentlich reichen.

gruss
mic
 
Zuletzt bearbeitet:
Vertrag

Hi zusammen,

auch auf die Gefahr hin mich sehr unbeliebt zu machen - Leut´das kann doch wohl nicht euer ernst sein - einen schriftlichen Vertrag für ein Custom made. Wer nicht in der Lage ist sich so zu artikulieren das er von einem zweiten verstanden wird der möchte sich doch diesen Grundsatz zu eigen machen - kommunikation ist das was der andere versteht- da hilft auch kein Vertrag. Was da helfen könnte wäre eine Zeichnung.Aber die zu lesen geschweige denn zu erstellen dürfte wohl auch den einen oder anderen überfordern. Auf den Punkt - Wenn mir jemand mit einen Vertrag kommt den schmeiß ich achtkantig aus der Bude!!!!!! Und wer mir nicht einmal den Funken Vertrauen entgegen bringt, das ich etwas vom Messermachen verstehen könnte, mir weiterhin unterstellt das ich nicht die Absicht habe ihn bestens zu bedienen -denn genau das tut er mit einem solchen Vetrag - auf den verzichte ich mit Vergnügen. Im übrigen sollte man sich über den Ruf desjenigen informieren den man mit einer Auftragsarbeit betraut. Klugschei... und Besserwisser kriegen von mir nicht mal nen feuchten Händedruck geschweige denn ein Messer.

Gruß
Markus Antonius
 

Beisser

Mitglied
hi markus antonius,
da bin ich aber mal gespannt wie du an dein geld kommen willst wenn der kunde mal nicht so kommunikativ ist wie du.

Hanker: recht hast du.

gruß
Arne