Verartzten von schnittwunden

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dcjs

Mitglied
hiho,
aus aktuellem anlass möchte ich hier mal die korrekte behandlung der "standard-schnittverletzungen" ansprechen. also alles, was noch gerade so kein medizinisches fachpersonal erfordert ;)
ich hatte bis jetzt erst einen schnitt, der genäht werden musste, alles andere habe ich immer selbst geflickt. praktischerweise schneidet man sich ja eh immer in die linke hand, und die braucht man schliesslich nicht wirklich. :glgl:
erstmal ist da die sache mit dem pflaster: ich nehme meist einen streifen von dem pflaster ohne "saugfähige einlage", weil die immer von der seite her verschmutzt oder die wunde sogar freiliegt, wenn sich das pflaaster in dem bereich verschiebt.
stattdessen nehme ich normales heftpflaster und lege in der mitte ein stück gefaltetes taschentuch drunter.
gibt es viellicht in der apotheke geeignetere pflaster fertig zu kaufen? also nicht die "am laufenden meter", sondern einzeln verpackt mit einem kleinen unterfütterten bereich, der aber nicht bis zu den seiten reicht.
die zweite sache ist die, wann und wie viel "frischluft" die verletzung bekommt, bei kleinen kratzern und oberflächlichen verletzungen tue ich nach möglichkeit gar kein pflaster drauf, damit die wunde schnell trocknet. an der luft heilt sie halt schneller. bei tieferen schnitten darf aber erstens kein schmutz rein kommen und zweitens möchte man die wundränder zusammenhalten. also pflaster drauf. das ist aber wegen duschen, händewaschen, der feuchtigkeit der wunde und transpitration immer nass, die wunde verschorft also nicht, so lange das pflaster drauf ist.
ich habe jetzt sehr gute erfahrungen damit gemacht, erst ein pflaster draufzumachen und es dann, wenn der schnitt "in der tiefe" verheilt ist, zu entfernen. dann braucht man aber eine halbe bis eine stunden zum "trocknen", sonst reisst bei belastung alles wieder auf.
ein ziemlich tiefer schnitt (so zum aufklappen und anatomie angucken...) auf der oberseite des ringfingers, stammend vom samstag abend (von meiner battle rat:glgl: ) ist auf diese weise heute schon wieder zu&belastbar! ich habe den sofort mit pflaster zusammen geklebt, so dass gar keine zeit zum übermäßigen bluten war. dann jeden tag das pflaster gewechselt und heute "luftgetrocknet".
wie sieht das eigentlich mit desinfektionsmitteln aus? habe ich noch nie benutzt und ist immer gut gegangen, aber bei (echten) rattenbissen oder ähnlich hässlichem wäre mir das schon lieber.
was gibt es da frei verkäufliches in der apotheke?

äh, nein, ich habe nicht vor mich in nächster zukunft zu schneiden, aber das thema tritt halt leider immer wieder auf und ein gewisser erfahrungsaustausch täte glaube ich nicht schaden;)

[HankEr: Hat was mit Überleben zu tun, also darf´s nach "Wildnis und Überleben"]
 

HankEr

Super Moderator
Ja, das mit den Pflastern ist so eine Sache (die meisten einzeln abgepackten Pflaster haben übrigens kein Polster an der Seite (->hier<-, z.B.)). Je nach Größe neige ich ja zu Sekundenkleber oder nähe.
 

Cato

Mitglied
Mit Hansaplast AquaProtect habe ich die besten Erfahrungen gemacht- das mit "wasserdicht & atmungsaktiv" scheint wirklich zu stimmen. In punkto Desinfektion habe ich mir in den USA eine 10% Polyvidon-Jodlösung (hierzulande: Betaisodona) zugelegt, würde aber im Zweifelsfall immer den Profi ranlassen.

MfG

Cato
 

Yun

Mitglied
Hallo djcs

Kleinere Wunden desinfiziere ich, nach 5-10 min. trocknen. Danach sollte die Wunde geschlossen sein und bedarf keines Pflasters.

Größere Schnitte: Trocknen, desinfizieren und Pflaster mit Wundauflage. Nach einem Tag: Pflaster runter und medizinsches Tape drüber (natürlich mit einem Stück Taschentuch als Wundauflage).
Damit kann man dann auch locker mal duschen. Nach 2-3 Tagen: Tape runter, Salbe drauf und Luft dranlassen.

Wirklich große Schnitte: Schnell zum Doktor...

Ganz große und tiefe Schnitte: R.I.P.

So heilen Schnittverletzungen bei mir am schnellsten.
Das Desinfektionsmittel ist eigentlich egal. Ich nehme was gerade greifbar ist. Wenn ich die Wahl habe: Irgendetwas Jodhaltiges (z.B. Merfen) oder Sepso. Die brennen meiner Meinung nach nicht so. Spiritus, guter Whiskey oder sonstiger Alkohol taugen auch.

Yun

P.S.: Dezinfizieren solltest du schon. Das Risiko sonst (gerade bei Schnittverletzungen) ist zu groß.
 

HankEr

Super Moderator
Desinfiziert habe ich Wunden noch nie? :glgl: Soll jetzt aber nicht als Empfehlung verstanden werden. :rolleyes:
 

Paco

Mitglied
Desinfizieren

Desinfizieren ist wichtig! Bitte aber Wunden nicht mit Wasser auswaschen etc. sondern mit einem Mittel aus der Apotheke behandeln (z.B. mit Softasept habe ich gute Erfahrungen gemacht) andere Mittel sind aber auch brauchbar.

Was man auch bei kleinen Wunden / Verletzungen auf keinen Fall vergessen sollte: Tetanus-Impfung!!!

Also Impfschutz unbedingt überprüfen, gegebenenfalls dringend Arzt aufsuchen nachimpfen lassen!

Übrigens: auch bei scheinbar kleineren Verletzungen am Finger, empfiehlt sich der Besuch eines Arztes und gegebenenfalls eine fachmännische Behandlung / Naht: Vernarbungen an den Fingern/ Händen können sonst viele Jahre (oder Lebenslang) bei der Arbeit stören.

Gruß Paco
 

heiko häß

Mitglied
Ich hatte früher immer ein Tütchen mit Blutwurzpulver bei der Arbeit dabei.Bei einer Schnittwunde das Pulver aufstreuen,einige Sekunden warten und dann das übrige Pulver wegpusten.Blutwurz bildet in verbindung mit Blut sehr schnell eine Kruste auf der Wunde die eine weitere Blutung verhindert. Heilt besser ab als mit Pflaster und funzt auch bei stark blutenden Wunden.Blutwurz hilft auch noch gegen verschiedene andere Dinge wie Rachenentzündung u.s.w.
Gruß Heiko
 

aqua

Mitglied
Für tiefere Wunden hab ich mir von Hansaplast sog. Leukastripes besorgt. Sind kleine Klammerpflaster mit 4 x 38 mm. Gewebeband mit ziemlich starkem Kleber. Mit sowas ähnlichem bin ich auch mal in der Klinik wieder zusammengemacht worden. Und beim nächsten Unfall hab ich mir die Dinger selber draufgeklebt. Geht wirklich gut. Trotzdem sollte man bei wirklichs stark blutenden richtigen Fleischwunden doch besser ins Krankenhaus zum Nähen. Aber für "Standard-Messerschnitte" sind sie prima (aber auch schweineteuer, 2 EUR für 8 kleine Stripes)
 

Sam Hain

Mitglied
Von Baiersdorf gibts "Hansamed Desinfektions-Spray" angeblich speziell für Schnitt- und Schürfwunden. Es kommt im praktischen kleinen "Flachmann", paßt also gut in die Jackentasche. Und es brennt kaum.
Bei nicht zu großen Schnitten bin ich bis jetzt auch immer gut gefahren mit Cyan-Acrylat-Sekundenkleber. Wundränder sauber zusammendrücken und dann drauf das Zeug. Trocknet blitzschnell auf der Haut. Nach einigen Tagen fällt es eh wieder ab.
Notfallmäßig kann man sich auch auf Wunden pinkeln zur Desinfektion. Den Rat gabs hier im Forum auch schonmal. Ich würds aber wahrscheinlich nicht tun *g*.

CU
sam
 

Nidan

Mitglied
Also das mit dem Desinifizieren ist so ne Sache. Schaden kann es nie, wenn´s aber richtig schön blutet, dann paßt das auch, solange es sich nicht um Bißwunden handelt. Besonders schlimm sind übrigens Bißwunden von Menschen, so blöd es klingt. Ich kenn einen Polizisten der dadurch fast eine Hand verlorenn hätte :staun: Im Prinzip sollte man mit Bißwunden aber eh immer zum Arzt.

Und auf jeden Fall sollte man Wunden, auch kleine, desinifizieren wenn man in heißen Ländern unterwegs ist. Auch Bakterien und so Zeugs stehn auf Sonne ;)

Das Hansamed Desinfektionszeug hab ich auch schon ein paar mal benutzt, ich kann es nur empfehlen.

Was ich nicht ganz kapier ist das mit dem Sekundenkleber. Haut den wirklich jemand in die offene Wunde rein, das muß doch ne üble Infektion geben, bei dem Zeug das da drin ist :confused:
 

bastler

Mitglied
Vor ein paar Monaten hab ich mir den linken Handballen böse aufgeschlitzt.War aber kein Messer sondern ein Karton mit einer losen Metallklammer.Erst in die Hand rein beim hochheben dann AAA und fallen lassen.Hab mir einen Druckverband angelegt und bin zum Nähen in die Unfallklinik gefahren. Bei kleinen Verletzungen nehm ich Beta isadona zum Desinfizieren.Ist so ein rotes Jod haltiges Zeug.
Grüße
Stefan
 

Floppi

Mitglied
Desinfektion

Bzgl. Desinfizieren:

Wie Nidan schon richtig bemerkt hat, werden stark blutende Wunden durch das Blut sehr gut gereinigt. Wundränder sollten gesäubert und desinfiziert werden, es sollte aber niemals Desinfektionsmittel (bei größeren/tiefen Wunden) direkt in die Wunde gegeben werden!
Biß- und Kratzwunden sollten unbedingt einen Arzt gezeigt werden. In der Wunde steckenden Gegenstände (Messer :eek:) sollten nur vom Spezialisten entfernt werden (sprich: Krankenhaus), da sonst in nicht unerheblichen Maße insbesondere weitere Blutgefäße und Nerven verletzt werden können. Mögliche Folgen: massiver Blutverlust und Lähmungen.
Die Tetanus-Impfung sollte so oder so eigentlich Pflicht sein. Und dran denken: alle 10 Jahre auffrischen. (Bei den oben angesprochenen Bisswunden wird übrigens im Normalfall profilaktisch gleich geimpft.
:super: )

Ach ja: Sehr beliebt ist es ja auch z.B. einen blutenden Finger in den Mund zu nehmen. Das ist nicht wirklich zu empfehlen, da der Speichel reichlich mit Bakterien belastet ist. Ist zwar nicht ganz so problematisch wie "Fremdspeichel" (Bisswunden), kann aber trotzdem zu zusätzlichen Infektionen führen. Also einfach bluten lassen.
Bevor mir aber jetzt jemand wegen "einfach bluten lassen" wegstirbt: Bei allen tiefen Wunden, allen stark bluteden oder sehr lange blutenden Wunden, bei allen Wunden, aus denen pulsierend Blut austritt -> umgehend zum Arzt/ins Krankenhaus. Tiefe Schnittverletztungen und insbesondere Stichwunden sind meist schwerer als sie auf den ersten Blick aussehen.
 

Sam Hain

Mitglied
Original geschrieben von Nidan
Was ich nicht ganz kapier ist das mit dem Sekundenkleber. Haut den wirklich jemand in die offene Wunde rein, das muß doch ne üble Infektion geben, bei dem Zeug das da drin ist :confused:

nene! Nicht in die OFFENE Wunde. Desinfizieren und dann Wundränder ZUSAMMENPRESSEN (siehe oben). Dann kommt nix in die Wunde von dem Kram und wenn desinfiziert wurde, bzw. die Blutung die Wunde schon gut ausgespült hat, kann mans damit "dichtmachen".
Der Wundkleber der oft bei Operationen verwendet wird, ist meines Wissens auch auf Cyan-Acrylat-Basis.


CU
sam
 

Floppi

Mitglied
Original geschrieben von Sam Hain
Der Wundkleber der oft bei Operationen verwendet wird, ist meines Wissens auch auf Cyan-Acrylat-Basis.
Ist korrekt. Soweit mir bekannt ist, wird allerdings da mit anderen Lösungsmitteln und Lösemittelkonzentrationen gearbeitet.
 

Sam Hain

Mitglied
Oder meinst Du im mit dem "Zeug da drin" die Inhaltsstoffe des Klebers? Ich denke bei dem Gehalt an Lösungsmitteln dürfte der relativ keimfrei sein. Infektion von der Quelle her würd ich ausschließen.

CU
sam
 

Nidan

Mitglied
Jo, ich meinte die Inhaltstoffe des Klebers. So wie du es beschreibst Sam Hain leuchtet es mir aber schon eher ein :D
 

tiborius

Mitglied
N Kumpel von mir isch Elektriker und der klebt sich Schnittwunden immer mit Sekundenkleber oder Isolierband zu, fand ich füher immer lustig, aber wenn ich hier lese das des garned so abwegig isch werd ichs au mal bei gelegenheit (die sicher kommen wird) ausprobieren.Hab auch grad beim Lesen hier mein Impfbüchle raus geholt, war bissle geschockt, ich habe 2002 die Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie und Polio verpasst (gleich n Termin machen) und obwohl ich im Jahr mindestens 2 Zecken hab (hab n Hund und treib mich oft im Unterholz rum) bin ich seit 2000 nemme geimpft...Naja ich leb noch und lass mich bald mal Impfen, daenk dieses Threats sonst hätt ichs vielleicht noch ewig vergessen.
 

cheez

Mitglied
als ich in mexico surfen war, hatten wir eine art sprühkleber mitgenommen. draufsprühen, trocknen lassen. bildet eine gelbliche feste schicht. wunderbare sache, allerdings hat das zeug schlimmmer gebrannt als ALLES war ich bisher kannte. und nicht nur was desinfektionsmittel angeht. war aber sehr hilfreich, da wir über einem riff surfen waren, und beim rein- und rausgehen und beim fallen war das riff immer gleich da. meine beine sehen noch heute sehr lustig aus, und bei meinen füssen haben sich einige gewundert das ich noch gelaufen bin. wie dem auch sei, hat jemand so'n zeugs auch schon mal hier in deutschland gesehen ?

cheez
 
Zuletzt bearbeitet:

Sam Hain

Mitglied
@ cheez

nicht nur gesehen...:D

es gibt auch bei uns Sprühpflaster. Glaub auch von Hansaplast. Und das Zeug brennt wirklich wie die Hölle. Ich verwende es nicht mehr.

CU
sam
 

Mike

Mitglied
Wie schon Paco geschrieben hat, bei Verletzungen der Finger ist es durchaus geraten einen Arzt aufzusuchen. (Kann ich nur bestätigen.)
Ansonsten einfach mal in der Apotheke nach fragen, wenn die merken das Geld zu verdienen ist, sind die wie alle "Kaufleute" sehr freundlich.

Ich hab mit "Luft dran lassen" eigentlich gute Erfahrungen, solange die Wunde gut geschlossen ist und kein Dreck rein kommt.

Mfg, Mike
 
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