Unterschiedliche Schärfbarkeit verschiedener Stähle mit dem Spyderco Sharpmaker

darkblue

Mitglied
Ich bin ja eigentlich ziemlich begeistert von meinem Spyderco Sharpmaker, obwohl ich bislang nur die Basisversion mit den grauen und weißen Rods habe.

Meine Messer mit C 30 V- und BG 42-Klingen kriege ich damit auch so scharf, daß ich verdammt vorsichtig sein muß, mich nicht zu verletzen. Gleiches trifft auch auf meine CM154-Klingen von Benchmade zu.

Meine CPM 440 V-Klinge und komischerweise auch die CM154-Klinge eines Camillus CUDA EDC kriege ich zwar auch so scharf, daß ich mir damit Haare abrasieren kann (es reißt aber mehr), aber ich kann trotz alledem ziemlich drauf rumdrücken, ohne das es in den Finger geht.

Kann mir hier jemand einen Tipp geben, warum CM154 bei den Benchmades erheblich schärfer wird wie beim Camillus? Hat das evtl. etwas mit der Härtung zu tun?

Bei dem CPM 440 V (Kershaw Boa) denke ich, daß ich wohl kaum um die Diamond-Rods herumkommen werde.

regards
 

eisbaer

Premium Mitglied
Kann Dir leider keinen Tip geben, woran das liegt. Habe aber schon ähnliche Erfahrungen gemacht. Mein Emerson CQC 7 (noch aus ATS 34) krieg ich sauscharf, aber beim Benchmade Pinnacle (auch ATS 34) will´s nicht so richtig klappen.
 

darkblue

Mitglied
Hmmm, diese Phänomen verwirrt mich immer mehr.

Nachdem es mir bei den ersten Schleifvorgängen nicht gelungen ist bei dem Camillus auch nur annähernd die Schärfe meiner Benchmades mit gleichem Stahl zu erreichen, ist es nun, nachdem ich bei meinem Alltagsuser so ca. 1 mm der Klinge durch öfteres Schleifen abgetragen habe, kein Problem mehr die Benchmades, die ich seltener nutze und bei denen ich insgesamt viele weniger Material abgetragen habe, in der Schärfe zu übertreffen.

Daher mal eine Frage an die Stahlfreaks hier:

Ist die Klinge des Camillus vielleicht an der Schneide wesentlich härter wie etwas höher an der Klinge, oder hat sie dort aus anderen Gründen eine andere Materialeigenschaft?

regards
 

Andreas

Mitglied
könnte evtl. am veränderten gefüge im bereich der schneide liegen. wird die klinge nach der wärmebehandlung z.b. "zu heiß" geschliffen, kommt es imho zu gefügeänderungen an der schneide. schleift man dann die schneide "herunter" kommt man wieder in den bereich des "normalen" gefüges.
ähnliches hat Herbert im Messermagazin auch über das Gefüge beim INFI-Stahl von Busse geschrieben.
Ed Fowler läßt bei seinen klingen etwas mehr material "stehen" bevor er sie härtet. Nach dem härten schleift er die klingen dann erst auf das "endgültige" maß. er hat, bevor er diese methode verwendet hat, festgestellt, dass seine klingen ihr wahres potential erst entwickelt haben, nach dem er sie einige male nachgeschliffen hat.
 

darkblue

Mitglied
Nach meinen Erfahrungen (allerdings weiß ich ja nicht wie Camillus die Klingen behandelt) könntest Du mit Deiner Erklärung ziemlich ins Schwarze getroffen haben (und somit dieses Mystherium aufgeklärt haben).

Vielen Dank für diese Auskunft.

regards
 
Zuletzt bearbeitet:

pitter

Forumsbetreiber
Teammitglied
Ich behaupte mal frech, es hat nichts mit dem Stahl zu tun, sondern die Schliffwinkel aller Messer unterscheiden sich vom Winkel der Stäbe.

Beim Camillus, das als User viel öfters geschärft wurde, ist mehr Material abgetragen worden, der Schliffwinkel nähert sich immer mehr den Stäben an, also bekommt man es scharf.

Wenn man die Schärffähigkeit des Sharpmakers bei verschiedenen Stählen testen wollte, müssten vorher alle auf den Winkel des Sharpmakers geschliffen werden, sind sie ja in der Regel nicht. Manchmal kommts recht gut hin, dann schleifft sichs leicht, manchmal eben nicht, dann wird das Schärfen erst dann klappen, wenn genung Material abgetragen ist. Kann recht lange dauern ohne die Diamant Dinger. Bei meinem Benchmade 710 mit ATS gingen da einige Spielfilme ins Land ;)

Gruesse
Pitter
 

darkblue

Mitglied
Hallo Pitter

Tendentiell finde ich Deine Argumentation logisch. Was meiner Ansicht nach dagegen und eher in Richtung der Erklärung von Andreas spricht ist die Tatsache, daß sich diese Schärfe erst nach einem Materialabtrag von mindestens einem Millimeter realisieren ließ.

Ich glaube nicht, daß einzig allein das Anpassen des Schleißwinkels eines derartig großen Materialabtrages bedurft hätte.

Aber ich mag mich natürlich irren, da ich zugegebener Maßen hier eher als Laie schreibe.

regards
 

exilant

Mitglied
Verschiedene Schliffwinkel können eine Rolle spielen, die Härte, aber auch das Material in seiner Zusammensettzung/ Mischung.

Ich bin jetzt nicht das Tier in Erfahrung, weiss nur, dass eins meiner Messer mit 52100 Stahl (100Cr6) erstens schnell und zweitens sehr scharf wird. Man kann trotzdem über die Schneide fahren, ohne dass die Haut einreisst. Beim Rasieren mäht es alles runter, ohne ziepen oder reissen.

Roman weist in seinem Buch auf die Bedeutung der Karbidgröße, Verteilung und Menge hin. Möglich, dass Du bei Deinem Cuda mit Karbiden zu kämpfen hattest.