Umgebungstemperatur und Bruchfestigkeit

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Tinolito

Gast
Hallo,
mich würde interessieren, ob es irgendeine Korrelation zwischen der Umgebungstemperatur und der Bruchfestigkeit von Stählen gibt.
Meine Frage zielt dahin: Hat eine Klinge bei -25°C eine andere Bruchfestigkeit als bei +30°C, oder ist das vollkommen irrelevant?
Grüsse,
Tinolito
 

aqua

Mitglied
Ich denke, dass die Klinge sehr wohl eine andere Bruchfestigkeit hat, wenn die Temperatur niedriger ist. Allerdings ist die Frage, ob Du, bei normalem Gebrauch (Schneiden, leichtes Hebeln oder Graben und Hacken) bei -25°C so viel davon schon merkst. Wenn Du zwei Klingen jedoch in einen Schraubstock spannst und biegst wird sich bei +30 bzw. -25 schon ein Unterschied bemerkbar machen, aber Imo ist wie gesagt fraglich, ob das praxisrelevant ist.
 

Camig

Mitglied
Es gab mal ein Visier-Sonderhaft, da wurden Messer auf -30° gekühlt und dann auf einen Betonboden fallen lassen und auf einen Holzpfock gehauen. Da gab es schon einige Überraschungen. Der Boden war wohl als Test für den Griff, der Pflock für die Klinge gedacht.

Wenn das garnix ausmachen würde, hätten die sich wohl nicht die Mühe gemacht.
 

Bene686

Mitglied
die temperaturabhängige bruchfestigkeit wird beim kerbschlagbiege versuch ermittelt, dabei liegt der relevante bereich bei dem sich überhaubt etwas tut bei -30 und +60 grad ,drüber unt drunter . wie das bei gehärteten stählen ist weiß ich auch nicht , aber bei +60 grad hast du bestimmt kein bock mehr dein messer zu quälen .
 

herbert

MF Ehrenmitglied
Im Kerbschlagbiegeversuch wird (DIN 50115) zum einen die Kerbschlagarbeit ermittelt, zum anderen die Kerbschlagzähigkeit (Kerbschlagarbeit dividiert durch den Prüfquerschnitt. Die Beanspruchung ist schlagartig, man unterscheidet nach tiefen und hohen Temperaturen. Reine Werkstoffe, bzw. Eisensorten, besitzen eine eingeprägte Hoch- und Tieflage sowie einen schmalen Übergangsbereich. Legierte Werkstoffe einen sehr unscharfen Übergangsbereich und ein wesentlich niedrigeres Gesamtniveau. Im Gehärteten Zustand sieht man fast nix, nur relativ niedrige Werte. Es kommt immer drauf an, in welchem Temp bereich man arbeitet. Dieser Versuch sagt was über den Werkstoff aus, nicht über das Bauteil. Je nach Bauteilkonfiguration hälts der gewählten Belastung stand, oder auch nicht. Interessant für Messeranwender sind tiefe Temperaturen und schlagartige Beanspruchung. Da wirds manchmal schon haarig. Die Fällknivenleute legieren Co zu, um möglichst feines Korn zu behalten. Das ist auch günstig im Hinblick auf solche Beanspruchungen. Generell sind solche Werkstoffe aber im Tieftemperaturbereich nicht gutmütig.