Übergang Ricasso & Zunderrückstände im Griffbereich

hippi

Mitglied
Hallo zusammen,

nachdem ich mein erstes Messer in einem Messerschmiedekurs schmieden/bauen durfte, habe ich nun genug Mut, mich an ein Stock-Removal-Messer zuhause zu wagen.
Hierfür stehen mir verschiedene Feilen, Schleifleinen sowie eine Flex und einen Tischbohrmaschine zu Verfügung.

Das erste Messer soll ein Küchen-/Frühstücksmesser werden. Hierfür habe ich mir ein Stück SB1 (2 mm Stärke) gekauft. Die Konturen und die Schneide habe ich - für mich zufriedenstellend - hinbekommen.

Nun gibt es gleich zwei Punkte, an denen ich nicht recht weiß, wie ich es anstellen könnte

1. Im ersten Schritt wurde beim Feilen der Klinge der Übergang zum Ricasso mit einer Feile (Hieb 2) erstellt. Danach wollte ich mit Schleifleinen (80er Korn) die Klinge längs (von Ricasso bis Messerspitze) schleifen bis keine Riefen vom Feilen mehr sichtbar sind (wurde im Forum so empfohlen). Das hat auch fast komplett funktioniert... nur im Übergang zum Ricasso nicht. Habe dann versucht, Schleifleinen um eine dünne Spachtel zu falten, um besser in "die Ecke" zu kommen. Hat aber auch nicht wirklich geholfen.
Gibt es einen Trick? Soll ich einfach die Riefen belassen und hoffen, dass sie später beim "feineren" Schleifen von Messerrücken nach Schneide nicht auffallen? Oder vielleicht ist die Klinge mit 2 mm zu dünn für ein (sichtbares) Ricasso und ich sollte liebe einen sanften Übergang feilen?

2. Der SB1 Stahl war komplett mit einer dünnen schwarzen Schicht überzogen. Ich vermute, das ist Zunder von der Herstellung. Im Klingenbereich wird dieser ja problemlos gefeilt und die Klinge blank. Im Griffbereich habe ich nun versucht, die Schicht mit Schleifleinen zu entfernen. Um die Kanten nicht abzurunden habe ich mich eines Tipps aus dem Form bedient, die Schmirgelleine auf einer harten Platte befestigt und den Rohling "drübergeschoben". Nach einer gefühlten Ewigkeit ist der Griff fast blank. Bei genauem Hinschauen sieht man aber, dass er noch mit "schwarzen Punkten" überzogen ist.
Müssen diese komplett verschwinden, es kommen später ja sowieso noch Griffschalen darüber? Falls ja, gibt es eine effektivere Methode das Griffstück blank zu bekommen, ohne die Kanten dabei abzurunden?

Herzlichen Dank fürs Lesen ... ich weiß, es war viel!

Grüße
Hippi
 
Am Ricasso kannst du auch mal quer zur eigentlichen Schleifrichtung schleifen. Diese Schleifspuren musst du dann aber auch wieder entfernen. Der Griff unter den Griffschalen muss nicht perfekt sein, sieht man ja hinterher eh nicht. Ich schleife dort bis K80, Dann ist die Oberfläche auch rau und der Epoxy-Kleber benetzt die Oberfläche besser. Das kann aber auch Aberglaube sein. Für mich hat es allerdings bisher ausreichend gut funktioniert.


Viele Grüße,

Stefan
 

haasi

Mitglied
Kann mich nur anschließen: Am Flachehrl gar nicht zu fein schleifen. Hauptsache plan, denn wenn man leicht ballig wird durch das feine Genudel, wird der Klebespalt merklich breiter - und das fällt dann wirklich auf.

Ricasso macht immer Arbeit. Das Schleifleinen stramm um eine scharfe 90°-Kante (oder spitzer) zu legen, ist schon richtig. Eine Spachtel ist aber zu flexibel. Ein Flach- oder Vierkantmaterial geht besser. Und man merkt deutlich die Qualität des Schleifleinens dabei...

Gruß,
Daniel