Tuareg-Dolch aus Nordafrika

Zum ersten Mal in meiner Urlaubslaufbahn gedenke ich, meinen Urlaub in Marokko oder Tunesien in irgendeiner Urlaubsanlage zu verbringen.
(Mit zunehmendem Alter wird man eben träge und phantasielos !:hmpf: )

Um ein bisschen Salz in die Urlaubssuppe zu bekommen, würde ich mir gerne einen Tuareg-Dolch kaufen. Nicht so ein Touristensouvenir, sondern die echte Waffe eines Kriegers, die vom Vater auf den Sohn vererbt wird und sehr gut für Blutrache, Nahkämpfe gegen Fremdenlegionäre etc. geeignet ist. Was richtig Nettes eben für meine Sammlung !:super:

Hat jemand von euch so ein Teil schon mal erworben und kann mir da ein paar sachdienliche Tips geben ?
 

ingelred

Mitglied
Hallo,

wenn Du Dir eine Marokkanische Jambija (heißt dort Koumija) zulegen willst, würde ich sehr gut aufpassen. Zum einen sind das sowieso nur Prunkwaffen und daher nicht scharf gescchliffen, zum anderen ist es sehr schwer, eine gute Jambija von Touristenware zu unterscheiden. Die meisten haben Scheiden und Griffe, die mit dünnen, getriebenem Messing- oder Neusilberblech versehen sind. Schau ab und zu mal bei *** Gelöscht. Hinweise auf Internet-Auktions-Plattformen sind im Messerforum nicht erwünscht. *** rein, da kreigst Du die Dinger zum Teil nachgeschmissen.
Gute alte marokkanische Jambijas haben Scheiden und Griffe aus dickem, graviertem Silber. Bei diesen ist jedes Teil aus Silber für sich mit einem Widderkopfstempel versehen, als Herkunftsbezeichnung für die Königsstadt Feys (richtig geschrieben?). Nur sind diese in Marokko selbst sehr selten und werden dort so hoch gehandelt, dass Du wohl kaum eine Möglichkeit haben wirst, eine günstig zu erwerben.
 
Vielen Dank für die Antwort, aber was für Messer tragen denn dann die traditionellen Stammeskrieger für "unerfreuliche Anlässe" und irgendwelche sonstigen Arbeiten bei sich ? Mit reinen Prunkdolchen und seltenen, alten Sammlerstücken wird das schließlich nichts !
 

zorro_43

Mitglied
Tja, die werden sich wohl ´n altes AK47 Bayonett schnappen.
Oder wenns traditionell sein soll ein Französisches von 1900.
Oder eben einfach ein französisches Exportmesser.
Ich kann mir nicht vorstellen, das in den afrikanischen Mittelmeerländern in den letzten 200 Jahren irgendjemand noch ernsthaft mit der europäischen Massenware konkuriert hat.
Jedenfalls nicht wenn es um billige Messer für den rauhen Gebrauch geht.

Zorro
 
Schluchz, heul (....)
:(

Und wieder geht ein alter Traum aus meinen Jugendjahren dahin !
Wenigstens die Tuareg könnten noch etwas Sinn für alte Werte, Kriegerstolz und selbstgeschmiedete Dolche besitzen !
 

luftauge

Mitglied
Hallo Sgian !

Also wenn Du so ein erlesenes Teil mit authentischer Geschichte suchst, wirst Du bei den Tuareg wohl kaum Glück haben !

Ein ehemaliger Fachlehrer, der schon überall war, sagte mal, dass dieser Stamm normalerweise Fremde (besonders Europäer) verachtet, wenn man Glück hat, kann man sich vielleicht mit ihnen unterhalten (Französischkenntnisse vorrausgesetzt), aber so ein Familienstück, was bei denen noch viel viel mehr bedeutet als bei uns vielleicht Opas Grabendolch,
wird man vielleicht nur bekommen können, falls der Besitzer völlig verarmt ist und seinen letzten Funken Stolz verloren hat.


Gruß Andreas/L
 
Es würde mir schon genügen, ein authentisch gemachtes Stück von einem einheimischen Schmied als Neuware auf einem Basar zu erwerben. :super:
Und dem verarmten Krieger würde ich schon aus Mitgefühl etwas Geld schenken, damit er seine schöne Klinge behalten kann. Soviel Elend könnte ich nicht mit ansehen .:(