Tosa oder Kuro Ochi?

cihag

Mitglied
Hallo...

Ich habe kürzlich einem Freund ein Tosa Funayuki 165 geschenkt. Problem nur: Ich hatte es vor der "Übergabe" auch mal kurz in der Hand und was soll ich sagen: Jetzt will ich auch ein japanisches Kochmesser... :)

Ich bin hier im Forum allerdings auch auf Messer von Kuro Ochi gestoßen, die wohl auch eine anständige Figur machen...

Vor allem das Santoku hier wirkt interessant:
http://www.mehr-als-werkzeug.de/product/719251/Kuro-Ochi-Hocho-Santoku-Allzweckmesser/detail.jsf

Meine Frage nun:
Sind Tosa und Kuro Ochi vergleichbar? Hat jemand schon mit beiden gearbeitet? Wo sind die Unteschiede?
Das Kuro Ochi ist zwar knapp 25€ teurer, aber dafür scheint es optisch feiner gearbeitet, hat keine Kunststoff-Zwinge und ist immer noch 20€ günstiger als das Zakuri von Tosa...

Danke schonmal für eure Hinweise!

Gruß
Cihag
 

Ookami

Mitglied
"Kuro Ochi" ist kein Hersteller sondern ein Schreibfehler. Eigentlich heißt es kuro uchi und das wiederum heißt, dass die Schmiedehaut nicht entfernt wurde.

Die Messer sind ebenfalls aus Tosa.


Ookami
 

cihag

Mitglied
Danke für den Hinweis...

Wenn das Messer aber auch aus Tosa ist, und auch hier, wie bei denen von Stefan Okamura ("Tosa Hocho") die Schmiedehaut auf den Messern bleibt, verstehe ich es dann richtig, dass es keinen nennenswerten Unterschied zwischen den Messern gibt?

Pendelt sich das verlinkte Messer dann eher richtung Zakuri oder Standard-Messer ein? (Etwa vom verwendeten Material...)
 
G

gast

Gast
Ich verwende u.a. ein Kuro Uchi Hocho, Ajikiri in der Küche und kann bezüglich dieses Messers Gutes berichten.

http://www.mehr-als-werkzeug.de/product/719250/Kuro-Ochi-Hocho-Ajikiri/detail.jsf;jsessionid=B92D667471A8E4BCD9513303ADEDF838

Die Verarbeitung ist ordentlich aber nicht makellos, der beidseitige Schliff gut, die Klinge aus blauem Papierstahl bis jetzt standhaltig. Es ist allerdings erst wenige Wochen im Gebrauch. Eine Maserung kann ich an der Büffelhorn-Zwinge nicht entdecken, aber immerhin ist es überhaupt Naturmaterial und nicht Kunststoff.

Durch die Klingendicke von immerhin 3mm (das Santuko hat sogar 3,5) ist das Messer kopflastig und vermittelt trotz der nur 12cm Klingenlänge einen gewissen Eindruck von Massivität. Das gefällt mir persönlich durchaus, gerade auch in der Handlage. Das Ajikiri bietet sich dadurch als Allrounder an, das insbesondere auch bei Druckschnitten und bei leichteren Zerteilarbeiten (eher Hartkäse als Knochen) einen guten Eindruck macht.

Für reine Zugschnitte (z.B zum Schneiden von hauchdünnen Scheiben) wähle ich allerdings jeweils ein anderes Messer. Momentan ist ein kleines Gyuto von Jürgen Schanz aus SB1 bei mir erste Wahl, gefolgt von einem Gyuto von Watanabe.

Aufgefallen ist mir auch, das der blaue Papierstahl des Ajikiris bei Pflege mit Kamelienöl etwas unempfindlicher ist gegen das Anlaufen (nach dem Schneiden von Tomaten und Zwiebeln) als z.B der Aogami 2 des Watanabes, der sofort anläuft.

Insgesamt ist das Kuro Uchi Hocho Ajikiri ein wirklich gutes Messer mit einem m.E. hervorragenden Preis-Leistungsverhältnis.

Zu einem Zakuris kann ich leider nichts sagen, da ich noch keines besitze, aber das können sicher andere. Da man auch über die Zakuris nur Gutes hhört, kannst du bei der Wahl sicher nichts falsch machen.

Gruß
Michael
 
Zuletzt bearbeitet:

Ookami

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Tosa ist der alte Name einer Region, die heutzutage Kôchi-Präfektur heißt. In dem Sinne also keine Firma, sondern eher eine Ortsbezeichnung, wie Solingen oder Sheffield. Dort gibt es mehrere Schmiede, die unter diesem Namen produzieren.

Aber wenn das ajikiri gut ist, werden die anderen beiden Messer auch nicht schlecht sein. Ein ajikiri ist übrigens ein Messer speziell für Rossmakrelen, ich weiß nicht, warum Dick das immer als Kräutermesser bzw. Putzmesser anpreist.


Ookami
 

cihag

Mitglied
Ja, dass beide von unterschiedlichen Schmieden aus Tosa sind, hatte ich mitbekommen...

Ich hatte mich nur gefragt, ob es qualitativ, also in Sachen Stahl, eher beim Zakuri einzuordnen ist, oder eher bei der Standard Serie von Stefan Okamura... (Beide berwenden ja einen blauen papierstahl, aber eben unterschiedlicher Güte... Laut Stefan)

Aber ich glaube, ich bestell jetzt einfach das Messer bei Dick.biz...
Ich schaue mir das an, und wenn es meinen subjektiven Vergleich mit dem Tosa-Hocho nicht übersteht, wird es eben zurückgeschickt und das Funayuki bestellt... (Widerrufsrecht sei Dank, und bei über 40 € hab ich ja auch kein Versandkostenrisiko...)

Werde berichten (aus meiner Laienperspektive! :) )

Danke für eure Mühe.
Gruß
Cihag
 
G

gast

Gast
Tosa ist der alte Name einer Region, die heutzutage Kôchi-Präfektur heißt. In dem Sinne also keine Firma, sondern eher eine Ortsbezeichnung, wie Solingen oder Sheffield. Dort gibt es mehrere Schmiede, die unter diesem Namen produzieren. [...]

Ein ajikiri ist übrigens ein Messer speziell für Rossmakrelen, ich weiß nicht, warum Dick das immer als Kräutermesser bzw. Putzmesser anpreist.

Also ein Messer für das Zerteilen von Pferden und Fischen und putzen kann es auch noch - ein wahres Universalgerät. Staubsaugen bringe ich ihm dann noch bei:D

Dick bietet das Ajikiri und das Santuko zusammengefasst in einer 4er-Produktgruppe an unter der Überschrift "Aus der Meisterwerkstatt" (ein dehnbarer Begriff sicherlich) und als vom "Meister" signiert. Ich bin dadurch davon ausgegangen, dass das Ajikiri und das oben verlinkte und angefragte Santuko zumindest aus einer Werkstatt kommen und nicht nur aus der gleichen Region. Sollte das nicht der Fall sein, hat das Dick auf der Website zumindest geschickt insinuiert...

Die Signatur das "Meisters" auf der Klingenflanke kann ich aufgrund fehlender Sprachkenntnisse nicht entziffern. Man könnte am Vergleich der Signaturen ja immerhin sehen, ob in der Schmiede ein oder mehrere Schmiede am Werk sind.

Sollte Dick unter der Regions- und Herstellungsbezeichnung "Kuro Ochi Hocho" Messer aus verschiedenen Schmieden der Region vertreiben, sollten sie das auf ihrer Webseite zumindest erwähnen. Die Messer werden dadurch nicht besser und nicht schlechter, aber es würde mehr Transparenz geschaffen.

Gruß
Michael
 
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Ookami

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Deine heuristische Herangehensweise hat in diesem Fall funktioniert:
Ich dachte das wäre in meinem Beitrag rausgekommen, aber JA, die Messer aus der "Kuro Ochi Hocho" Serie haben alle die gleiche Inschrift (die Fotos sind lustigerweise spiegelverkehrt:lechz:). Somit sollte die Erfahrung mit dem Ajikiri auf das Santoku und die anderen anwendbar sein.


Ookami
 

cihag

Mitglied
Und darum nochmal ein herzliches Dankeschön an Michael, der seine Erfahrungen mit uns geteilt hat. :super: