Tordierter Damast

roge

Mitglied
Schönen guten Abend

Ich möchte zwei ca. 100 lagige Stäbe gegenläufig tordieren und dann wieder wieder feuerverschweissen. Auf welchen Durchmesser schmiedet man die Stäbe bevor man sie tordiert? Wenn ich z.B. auf 15mm gehe, die Stäbe tordiere, dann erneut überschmiede (natürlich ohne Überfaltungen ;-) ) auf einen quadratischen Querschnitt sagen wir mal 12mm und diese beiden Pakete dann verschweisse habe ich immer noch ein ziemlich dickes Ausgangsmaterial. Recke ich das Paket dann bis auf 5mm aus, hat sich die Steigung ganz schön in die Länge gezogen und sieht nicht mehr gut aus.

Schleift man nach dem letzten verschweißen nur noch (schade um das gute Material) um die Steigung nicht unnötig in die Länge zu ziehen oder schmiedet man auf erheblich kleinere Dimensionen herunter bevor man die beiden Stäbe verschweisst? Oder gibt es noch einen anderen Trick?

Ich hoffe es ist einigermassen klar was ich sagen will.

Danke

Rob
 

Badger1875

Mitglied
Um die Stäbe zu tordieren, sollte der Querschnitt so groß sein, daß Du die Torsion noch hinkriegst. 15 mm sind Ok, auch 20 mm oder mehr, wenn Du sie sauber tordiert bekommst.

Ausschmieden nach dem Tordieren? Dazu kann man nur sagen, das "richtige" Torsionsmuster, also die Sternchen, bekommst Du nur zu Gesicht, wenn Du in die Tiefe des Stabes vordringst. Je 1 Drittel von den Klingenflächen wegschleifen bringt das Muster dan zum Vorschein. Du kannst Aber auch den Stab der Länge nach halbieren und mit den vorherigen Aussenseiten dann wieder verschweißen.

Klar, durch das Flachschmieden der beiden zusammengeschweißten Stäbe strecht sich auch das Muster wieder, in der Länge, aber auch in der Breite. Nach dem Schweißen würde ich da nur noch die Form schmieden und nicht mehr viel Strecken oder flacher schmieden.

Du solltest Dir aber auch im klaren sein, dass bei den hundert Lagen schon ein sehr feines Muster entsteht, welches sich dann nach dem Ätzen schon ziemlich verwaschen darstellen kann, besonders wenn die verwendeten Materialien sich in den Legierungsbestandteilen sehr ähnlich sind.

Alles in allem ist die Mustergebung Im Damaszenerstahl, hier meine ich nicht den Mosaikdamast, durch
  • Torsion mit nachfolgendem Überschleifen,
  • Einkerben im warmen Material und nachfolgendem Überschleifen, oder durch
  • Einbohren, -fräsen bzw. -schleifen der Muster und nachfolgendem Überschmieden
immer eine Sache mit maximalen Verlust. 50 und mehr Prozent sind da ruckzuck weg! Das ist auch mit einer der Gründe, warum diese Arten von Damaszenerstahl immer etwas teurer sind: das nicht mehr vorhandene Material hat ja auch mal Geld gekostet.

Freddie
 

roge

Mitglied
Hallo Freddie

Vielen Dank für die detailierte Info, dann werd ich mein Glück mal versuchen!

Gruß
Rob