Titan-Keramik Verbundwerkstoffe für Messerklinge

HankEr

Super Moderator
Wüsste nicht welchen Vorteil das gegenüber Stahl haben sollte. Sonderanforderungen gibt es immer wie absolute Korrosionsbeständigkeit, kein Magnetismus oder unsichtbarkeit bai Sicherheitsschleusen, aber für meine Anwendungen hat sowas nur Nachteile.
 

pitter

Forumsbetreiber
Teammitglied
Nix, wie schon im anderen thread geschrieben.
Der Punkt ist, warum will man was anderes als Stahl. Die Eigenschaften/Verarbeitung von Stahl ist bekannt, das Material relativ preiswert, und von hart bis zäh, rostend und rostträge kann man alles haben, je nach Anwendung.
Verbundwerkstoffe - bin kein Materialwissenschaftler, aber da gibts sicher tausende für zehntausend Anwendungen. Ich wüsste jetzt nix, was für eine Messerklinge sinnvoll verwendbar wäre. Die Verarbeitung/Preis mal ganz aussen vor.

Du hast im anderen thread geschrieben, Du möchtest einfach was besonderes. Dann lass Dir halt ein Talonite/Stellite Messer basteln, das gibts und ist ist teuer genug ;) Ist weicher wie Stahl, rostet aber nie.

Sprich, bei mir stellt sich die Frage nicht, was gibts fuer Materialien, aus denen man Klingen basteln kann, sondern andersrum, was soll das Ding und mit welchem Material/Bearbeitung/Design funktioniert das. Schliesslich soill bei mir ein Messer, Artknife und Exclusivität hin oder her, immer auch als Messer was taugen.

Gruesse
Pitter

Gruesse
Pitter
 

raccoon

Mitglied
...also machbar wäre es, reine titan klingen sowie keramik klingen kommen häufig bei küchenmessern zum einsatz. bei titan verbund, wird das titan gesintert und mit karbiden versehen, bevor es zu einer klinge verarbeitet wird.
bei reinen keramik messer spricht man von technischem keramik. irgend ein träger für den verbund kommt da noch hinzu, aber den weiss ich noch nicht. das keramik wird gesintert eingebracht.
die kombination titan/keramik ist also auch machbar, boeker hat da auch ein küchenmesser.
titan steht für die elstizität des messers und keramik für die härte, ein dritter stoff bildet den verbund.

raccoon
 
Zuletzt bearbeitet:

kababear

Mitglied
es gibt einen amerikanischen messermacher der titan mit kohlefaser laminiert und daraus messer herstellt. was die schneidfreudigkeit anbelangt, werden diese messer wohl nicht so weit oben auf der leiter stehen.
wenn man ein solches laminat mit keramik an stelle von titan herstellen würde käme vermutlich DAS geheimdienstmesser :D raus.
die kombination titan-keramik halte ich hingegen für relativ nutzlos
 

El Dirko

Mitglied
Leicht, unmagnetisch, nicht leitend, schwer durch Röntkengeräte zu detektieren, schnitthaltig, Stabiel genug für Stiche.

Das meinte er, denke ich. :)

Gruss
El
 

Eukalypt

Mitglied
Er meint ein Messer, das vom Metalldetektor nicht erfast werden kann.
hab mal einen versuch gemacht, ein 1mm Keramik in je 2mm Carbonkevlargeflecht zu packen, die verklebung hat gut gehalten, aber beim ersten hieb auf ein Buchenscheitel ist der Klingenkern "zerbröselt, und die ganze arbeit war umsonst.
Die schneideigenschaften waren aber hervorragend.
Da were der ideale Werkstoff warscheinlich ein Zirkoniumkeramiklaminat? (Hatte für meinen Versuch nur Halbleiterkeramik zur verfügung.) Aber wo bekommt man Zirkoniumkeramik? Böker will jedenfals keine Herausrücken, und die Messer nur vollständig verkaufen.

David
 

kababear

Mitglied
@el: genau das meinte ich...

@eukalypt: zirkonkeramik bekommste als rohmaterial warscheinlich nicht. da musst du schon vorhandene klingen (=> küchenmesser) umschleifen. (an-)schleifen von keramiken funktioniert allerdings nur mit diamant-equipment...

zirkonkeramik hat eine deutlich höheres e-modul (wenn man bei keramik von so etwas reden kann :irre: )
 

Eukalypt

Mitglied
Hallo kababear,
das mit dem Schleifen ist weniger das Problem, hab inzwischen schon 8 Keramikküchenmesser an meiner Aluminumoxyd Nasschleifscheibe nachgeschliffen, dauert zwar etwas länger als bei gehärtetem Stahl, läuft aber aufs gleiche raus, werden sau scharf, wenn ich sie anschlißend über die Poliere ziehe.
Hab gestern nochn Tipp bekommen ev. bei Kryocera, frag da in den nächsten Tagen nach ob die auch Rohmaterial haben.
Schweifen wir aber nicht vom Thema ab, was nameless warscheinlich meine war die neue Titan-cera mischung von Böker, hab damit bis jetz noch keine erfahrungen gemacht.
Messerscharfe Grüße David
 

Eukalypt

Mitglied
Also, bei Kryocera gibts kein Romaterial, und keine losen Klingen, dann müssen wir wol eins von den Küchenmesser schlachten und modifizieren.

Gruß David
 

MarkusS

Mitglied
Bevor Ihr Euch Gedanken darüber macht einen Gegenstand zu produzieren der Euch wenn der Plan schief läuft unter Umgehung des Regens direkt in die Traufe bringt könntet Ihr ja mal einen Blick in dieses praktischerweise gerade heute im Web aufgetauchte PDF-Dokument werfen und feststellen das Ihr gegen ein modernes Röntgengerät mit wachem und erfahrenem Bedienpersonal kaum eine Chance habt (BTW: eine Aufnahme einer Kyocera-Klinge findet Ihr auf Seite 34, die Böker-Klinge auf Seite 35).

Gruss
Markus
 

Eukalypt

Mitglied
Mir geht es da in erster Linie um die schneideigenschaften, wolt das mal selbst an einem eigenen Messer erproben, bei Küchenmessern ist der unterschied auf jeden Fall deutlich spürbar, Klingenstandzeit im vergleich zu Japanischen Küchenmessern min. doppelt so lang nach meinen Erfahrungen. Und wenn man das dann auf ein Jagdmesser übertragen könnte were das natürlich eine tolle sache. man kann ja auch Metallnieten einsetzen, damit was metallisches dran is, darf ja von Metalldetektoren erkannt werden, wer es wie einsetzen würde, drüber läßt sich streiten.
Hatte da mal von Mad Dog Knives eine verion gesehen, denke es hieß Mirage, oder so, konnte mir damals aber keiner was über die Praxistauglichkeit sagen.

schön abend noch
David
 

MarkusS

Mitglied
Mad Dog hat mindestens drei verschiedene Keramikmesser gebaut: (wenn ich mich nicht irre) Mirage, Mirage-X und Frequent Flyer. Weitere Infos dazu findest Du bei tacticalforums.com wo Mad Dog sein eigenes Forum hat.

Angeblich hat er eine Überdrübersuperduperspezialkeramik eines amerikanischen Herstellers (was auch sonst) verwendet die ganz einzigartige Eigenschaften haben soll und besser ist als alles andere was produziert wird - und dieses Wundermaterial wurde nur für ihn gemacht und an niemand anderen verkauft. Ich kanns nicht beurteilen ob da was dran ist aber bei dem Aufwand den moderne Materialforschung treibt für einen neuen Werkstoff habe ich da so meine Zweifel dass der nur für Mr. Maddog und ein paar Quadratmeter Keramik getrieben wird die der zu Messern verarbeiten will.

Ab und zu tauchen die Messer mal bei *** Gelöscht. Hinweise auf Internet-Auktions-Plattformen sind im Messerforum nicht erwünscht. *** auf, es gibt auch hier im Forum welche, wenn Du fragst meldet sich vielleicht einer der Eigentümer.

Das Frequent Flyer ist deutlich massiver gebaut als alle anderen Keramikmesser die ich bislang gesehen habe, dürfte doppelt so dick sein wie ein Böker-Keramikküchenmesser der grossen Ausführung - und ich denke dass darin in Kombination mit der relativ kurzen keilförmigen Klinge der grösste Teil des Geheimnisses liegt.

Alle die speziellen Eigenschaften dieser Messer (elektrisch nicht leitend, nicht magnetisch, nicht mit Metalldetektoren ortbar) reduzieren diese Messer in Kombination mit den anderen werkstoffimmanenten (meiner Meinung nach nachteiligen) Eigenschaften auf ein reines Spezialistenwerkzeug:

- Für Arbeiten an spannungsführenden Teilen gibt es im Werkzeugfachhandel spezielles Werkzeug;

- in die Verlegenheit eine Mine mit einem Magnetzünder entschärfen zu müssen kommt man als normaler Erdenbürger i.d.R. nicht;

- Mit dem Metalldetektor kann ich bestenfalls den Türsteher an der Disco beeindrucken aber nicht professionelles Equipment.

Klar, die Dinger sind schnitthaltig bis zum abwinken - dafür aber auch ohne spezielles Werkzeug nicht nachzuschleifen. Sie neigen dazu zu brechen, Hebelbewegungen sind für diese Messer Gift - und wenn sie unglücklich runterfallen gibts Bruch.

Warum also etwas konstruieren das für 99,99% der regelmässigen Anforderungen untauglich ist?

Gruss
Markus
 

kababear

Mitglied
der frequnet flyer iast aus g10 :) (siehst du an der freigelegten gewebestrukur im bereich des anschliffs..)

mir ist natürlich klar, dass keramik auf einem röntgenbild auffällt, aber wer legt sein -wie sie netter weise dazugeschrieben haben- für metallsuchgeräte unsichtbares messer ins handgepäck? das reihenweise durchleuchten von passagieren ist technisch und rechtlich nicht möglich (=> röntgen ist eine form der körperverletzung, sollte sie nicht von ärzten durchgeführt werden!)

"Warum also etwas konstruieren das für 99,99% der regelmässigen Anforderungen untauglich ist?"
...weil es sonst keiner hat und die optik sicherlich interessant wäre? :confused:


das mirage von mad dog knives (da gibts glaubich noch das modell operator) sind soweit ich weiß leo's und daher nur ausserhalb der usa frei verkäuflich. wer jedoch ausserhalb der usa mad dog's wahnsinnspreise bezahlt und sich eines von diesen keramikmessern kauft ist mir unbekannt...


p.s.: wenn du einen gegenstand sich nicht mit einem vernünftig eingestellten handgerät findest, dann hast du mit einem fest installierten praktisch keine chance. (die handgeräte sind üblicherweise empfindlicher eingestellt als die fest aufgebauten)