Testberichte zum Messerkontor.eu Passaround Nr. 8 DICK Premier WACS Kochmesser

Woz

Mitglied
Hier der verspätete Bericht, tut mir leid.

Kennt ihr das, wenn man beim Händler der Wahl schon das Gefühl hat man hat es mit alten Freunden zu tun? So geht es mir bei Claudia vom Messerkontor, schon allein deswegen sind ihre Passaround Pflicht.
Dazu kommt, dass sie immer sehr spannende Messer auswählt, und das DICK aus diesem PA macht da keine Ausnahme.

Das Messer hat eine Beschichtung, die die Reinigung des Messers vereinfachen soll, und das ankleben von Schnittgut verhindern.
So weit, so gut, das haben andere Messer auch.
Dazu kommt ein schöner Griff in Perlmuttoptik, und fertig ist ein optisches Highlight unter den Kochmessern. Da Optik aber nicht alles ist, hier der Praxisbericht:

Ich habe das Messer ausgepackt, und mich über eine sehr schöne Metallbox gefreut. Die ist aber NICHT Standard, üblicherweise liegt das Messer in einem Blister. Schade.
Das erklärt vielleicht auch, warum die Box beim ersten Blick für ein wenig Unbehagen sorgte: Kleine "Schäden" an der Box ließen mich befürchten das Messer hätte beim Transport die Box durchstoßen. siehe Bild. Aber falscher Alarm, alles gut und das Messer ist wie immer supersicher verpackt und heil.

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Ebenfalls in der Box: Leckerli und MESSERKONTOR Gemüsemesser. Kleine, einfache Schälmesser, aber superscharf und echt gut. Erinnern mich an Herder Kunststoffgriffmodelle, sind aber sauberer verarbeitet :D Supper Goodie:super:

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Zum Messer: Das 21er Kochmesser liegt gut in der Hand, der Griff ist zumindest mit trockenen Händen rutschsicher. Mit feuchten Händen ist das glatte Material ein wenig rutschig, aber immer noch sicher zu greifen. Der Griff hat gutes Volumen, und läßt auch längeres Arbeiten ermüdungsarm zu.
Das Messer wurde von Dick in Zusammenarbeit mit der WACS entwickelt, dazu zitiere ich mal Claudias Shop:

WACS ist die World Association of Chefs Scieties, eine unpolitische professionelle Organisation von mehr als acht Millionen Köchen aus 75 Mitgliedsländern, deren Ziel es ist, den kulinarischen Standard der globalen Küche zu erhalten und verbessern. Die Firma Friedr. Dick ist der offizielle Partner von WACS und entwickelte gemeinsam mit der Organisation diese Serie.

Ahja. OK, das ist weder gut noch schlecht, aber interessant. Wichtiger ist aber wie das Ding schneidet, und da gibt es keinen Grund zur Klage. Das Messer gleitet sauber durch Fleisch und Gemüse, und kommt gut scharf. Dabei muss ich anmerken, viele meiner Japaner kamen schärfer, das Dick ist robuster angelegt und verzichtet auf maximale Schärfe zu Gunsten der Schnitthaltigkeit. Passt so, Viele mögen das lieber und in der Küche ist das völlig OK.

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Die Arbeit zwang mich zu einer Kochpause im Testzeitraum, also ging das Messer in Frauenhand über, und die wollte es nicht mehr zurück geben. Auch in den kleineren Händen liegt es gut, und verführt zum ausgiebigen Schnippeln.

Zur Beschichtung: Sie wirkt kratzfest und sicher, und funktioniert recht gut. Normales Schnittgut klebt nicht an, die Reinigung geht super einfach. Animiert durch Claudia habe ich das Messer leicht zweckentfremdet, und als Pizzamesser sowie als Streicher für Nutella und Streichkäse versucht. Auch diese klebrigen Substanzen sind schnell und einfach entfernt, also ein voller Erfolg für die Beschichtung. (Als Frühstücksmesser taugt das Dick aber nichts :p )

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Würde ich es kaufen?

Jederzeit, und wohl auch in der Praxis bald mal. Das Messer ist nicht nur gut, sondern wegen der hochwertigen Optik bei relativ gutem Preis als Geschenk erste Wahl.

Danke für den PA,

Gruß
Woz
 

giovanni

Super Moderator
Das Ding sieht klasse aus, der Kontrast zwischen dem „Perlmutt“griff und den beschichteten Klingenseiten (Klingenrücken und Schneide ;) sind unbeschichtet) spektakulär. Die Verarbeitung ist tadellos, die Passungen und auch die Rundungen der Griffkanten sind für die Preisklasse ungewöhnlich sorgfältig – mag ich.

Ich habe es zu Beginn des Tests über den Sharpmaker gezogen – erreicht schnell und leicht ordentliche Schärfe. Zur Schnitthaltigkeit kann ich nichts sagen, dafür habe ich nicht genug geschnitten, aber jedenfalls ist es nicht nach ein paar Kilo Gemüse wieder stumpf.
Es ist einem Küchenmesser angemessen dünn ausgeschliffen, wenn auch auf der robusten Seite – Schnittleistung ist gut.

Die Beschichtung hat es bei mir nicht immer geschafft, ein Anhaften des Schnittgutes zu verhindern.

Zitat: „Darüber hinaus bewirken keramische Partikel beste Gleiteigenschaften bei reduziertem Kraftaufwand und höherer Verschleißfestigkeit.“
Gleiteigenschaften und Kraftaufwand sind mir nun nicht besonders aufgefallen, und die Verschleißfestigkeit meiner unbeschichteten Messerflanken gab bisher keinen Anlass zur Klage ;). Die Beschichtung erleichtert aber wirklich die Reinigung – außerdem sieht sie, wie oben erwähnt, gut aus – warum also nicht.

Die eigentliche Stärke des Messers: es macht ganz unspektakulär seinen Job, liegt wohl ausgewogen in der Hand, in allen möglichen Griffpositionen bequem und angenehm, ein klassisches Chefmesser.
Insgesamt empfehlenswert.

Danke schön, hat Spaß gemacht.

Gruß
giovanni
 

goldmull

Mitglied
Hallo, hier ist mein subjektiver Bericht: mich interessierte bei dem Messer die Beschichtung, ob es ihr möglich ist das Anhaften des Schnittgutes zu vermindern. Ja die Beschichtung vermindert das anhaften des Schnittgutes, aber wie stark das Anhaften vermindert wird ist vom Schnittgut abhängig. Bei manchem Schnittgut merkte man schon einen richtigen Unterschied, bei anderem Schnittgut merkte man kaum etwas. Dazu mein Fazit: das Messer mit oder ohne Beschichtung, dann lieber mit Beschichtung.
Die Handlage: ich finde die Klingenform sehr gut, auch wie daran der Griff, mit dem sich auch länger sehr komfortabel arbeiten lässt, angebracht ist.
Die Schneidfähigkeit: ist mir zu gering, aber für die gedachten Aufgaben könnte es reichen, da so ein Messer schon so einige Belastungen ertragen können muss. Ich denke damit wird in der Küche so richtig losgelegt und eben nicht ständig darauf geachtet damit bloß keinen Knochen zu berühren.
In der Hütte haben wir damit auch noch ein paar Schnitttests durchgeführt, auch die hat das Messer bestanden.

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Also für wen kann ich das Messer empfehlen? Da fällt mir mein Freund in der Großküche ein, ich denke da wäre es gut aufgehoben.
Ich möchte mich hiermit noch für die Testmöglichkeit bedanken.
 
Das Chefmesser hat von Beginn an einen guten Eindruck hinterlassen.
Der Griff liegt satt und bequem in der Hand. An der Verarbeitung lässt sich nichts bemängeln.
Sehr positiv fand ich die leichte Abrundung des Klingenrückens.
Auch der Kropf ist sehr gut gelungen.

Die Klinge kam mit leichten Schlieren auf der Beschichtung an, die jedoch bei mir nicht schlimmer geworden sind.

Ein Hauptgrund für die Teilnahme an diesen Pass-Around war die neue Klingenbeschichtung. Hierzu kann ich sagen, dass sich mit Käse überbackene Speisen auch nach längerem Eintrocknenlassen viel leichter von der Klinge wischen ließen. Allerdings verhinderte die Beschichtung bei mir kein Anhaften z. B. von Wurzelscheiben beim Wiegeschnitt.

Für das Schneiden von hartem Gemüse wie Kohlrabi oder Wurzeln fand ich die Klinge entschieden zu breit. Hier wird eher gespalten als geschnitten.
Bei Fleisch oder weicherem Gemüse wie Salat, Tomaten oder Gurken gab es dagegen nichts zu beanstanden. Ich bin jedoch ein Fan von dünneren Klingen.

Wer also kein Fan von etwas filigraneren Klingen ist, findet im DICK Premier WACS ein solides und erstklassig verarbeitetes Kochmesser.

Vielen Dank dafür, dass ich am Pass-Around teilnehmen durfte.
 

erny

Mitglied
Hallo zusammen,

nun möchte auch ich meinen Senf dazugeben.

Das Messer ist sehr solige gebaut. Das spürt man schon am Gewicht. Dennoch liegt es sehr gut in der Hand und ist leicht und sicher zu führen. Mit nassen Händen ist es etwas rutschig - aber nie gefährlich oder unkontrollierbar. Von der speziellen Beschichtung bin ich begeistert. Gut - beim Gemüseschneiden merkt man keinen großen Unterschied zu anderen Messern. Auch bei Fleisch, Brot und Wurst kommt die Beschichtung wenig zum tragen. Aber bei Käse . . . :super:

Ich hatte so ein schönes Stück jungen Gauda und ein Stück Pecorino. Das Messer ging super durch beide Sorten durch. Viel besser als mein großes Santoku mit Kullen!

Fazit: ein sehr gutes und auch schönes Messer. :super:

Das war mein erster PA. Vielen Dank!
 

Schlosser

Mitglied
Eigentlich habe ich etwas gegen beschichtete Messer, fand das bisher eher überflüssig.

Aber: "... Die Beschichtung auf der Klinge verhindert das Anhaften des Schneidguts und ermöglicht einfachste Reinigung -nur mit einem weichen Lappen und mildem Spülmittel. Darüber hinaus bewirken keramische Partikel beste Gleiteigenschaften bei reduziertem Kraftaufwand und höherer Verschleißfestigkeit. Sie gleiten locker und leicht durch das Schnittgut...." (Zitat von HIER)
Und HIER steht: „…Einzigartig im klassischen Bereich geschmiedeter Kochmesser liefert Friedr. Dick jetzt seine Premium-Messerserie auch mit antibakterieller Antihaft-Beschichtung, polierter Schneide und vollendetem Griff aus.

Na ja, Werbeversprechen oder Realität?

Mein Eindruck nach dem einwöchigen Test in meiner Heimküche:
Das Messer entspricht in Größe, Form und Gewicht einem klassischen Chefmesser. Seine Schneideigenschaften (dazu zähle ich nicht nur die Schärfe der Schneide, sondern auch Griffform, -größe und –haptik, Balance usw.) sind unspektakulär und wie bei anderen Chefmessern auch auf den Zweck ausgerichtet. Die genannten Eigenschaften ermöglichen ein vernünftiges Arbeiten, nicht mehr und nicht weniger.

Polierte Schneide? Bei Auslieferung vielleicht, kann man eigentlich bei jedem Premium-Messer erwarten. Dann schon bald nicht mehr. Insofern gehört diese Formulierung nicht in die Werbung.

Antibakterielle Beschichtung? Kann kein Mensch überprüfen. Was soll das eigentlich heißen? Aktiv gegen Bakterien? Oder was?

Vollendeter Griff? Vollendet wie fertiggestellt, ja. Vollendet wie perfekt: Nein. Denn das ist schon wieder eine subjektive Kategorie, das erlebt jeder anders, der mit dem Messer arbeitet.

Das Wichtigste für mich: „…beste Gleiteigenschaften bei reduziertem Kraftaufwand und höherer Verschleißfestigkeit…“.
Die Gleiteigenschaften habe ich nicht als besser empfunden als bei einem Chefmesser mit unbeschichteter Klinge, vorausgesetzt, die Klinge ist sauber. Ist aber vom vorhergehenden Schneiden bereits etwas an der Klinge haften geblieben (und eventuell angetrocknet), dann wird das bei erneutem Schneiden von der beschichteten Klinge einfach abgewischt, bei der unbeschichteten nicht. Was heißt: Die beschichtete Klinge ist, auch bei sehr klebrigem Schnittgut, sehr leicht zu reinigen. Kein unwesentlicher Pluspunkt.

Höhere Verschleißfestigkeit? Wovon? Die Bedeutung erschließt sich mir nicht.

Fazit: Ein optisch schönes Messer durch die dunkel beschichteten Klingenflanken und die „Perlmutt“griffschalen, aber eben doch nur ein Chefmesser mit Beschichtung. Eine Beschichtung allerdings, die eine schnelle und einfache Reinigung wirklich gewährleistet.

Und dann habe ich noch eine Besonderheit gefunden, die mir gut gefällt.
Jeder, der ein Kochmesser mit angeschmiedetem Kropf kennt, weiß auch um das Problem des Nachschärfens: Früher oder später wird die Klinge schmaler als der Kropf, es gibt häßliche Schleifecken. Die Form des Dick’schen Kropfes ist hier anders. Er läßt sich faktisch mit der Klinge schleifen, eckt also am Bankstein nicht an.

Danke für die Testmöglichkeit (und natürlich die "Paketbeilagen"). Ich habe wieder dazugelernt.
 

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lacis

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Der Passaround ist schon ein paar Tage vorbei, aber ich bin noch nicht dazu gekommen, meinen Passaround-Bericht zu verfassen. Das will ich kurz nachholen.

Die Form des klassischen Chefmessers ist mir neben dem japanischen Santoku die liebste. Eins von beiden Messern brauche ich nur. Mit diesen erledige ich dann beim Kochen bestimmt 70% - 80% der Schneidarbeit.

Im Wesentlichen entspricht das Dick-Messer bekannten Solinger Klassikern von WMF, Burgvogel und wie sie nicht alle heißen. Bauart, Klingenform und geschmiedeter Kropf sind wohl bekannt. Entsprechend vertraut kommt einem das Messer auch bei der Arbeit vor. Auch die Klingengeometrie entspricht dem Solinger Durchschnitt, die ich eher als universell bis robust beschreiben würde. Dennoch erledigt das Messer alle Schneidarbeiten sehr souverän. Ebenso souverän ist die Verarbeitung des Messers insgesamt, da gibt es eigentlich nichts richtig zu mäkeln.

Die eigentliche Innovation des Messers ist ja die Beschichtung. Man kann sich das natürlich auch einbilden, aber ich hatte schon den Eindruck, dass das Schnittgut weniger haftet. Auch die Optik der grauen Klinge fand ich sehr elegant. Etwas hadere ich noch mit dem Griffmaterial. Einerseits hat es optisch in Sachen Eleganz sehr gut mit der Klinge harmoniert. Andererseits wirkte der Griff doch etwas zu künstlich glatt und schillerte mir etwas zu stark. Mit etwas dezenterem Griffmaterial wäre ich einer Anschaffung gegenüber nicht abgeneigt.

Auch an dieser Stelle nochmals vielen Dank an Claudia für die Testmöglichkeit und die Goodies im Paket.