Testberichte Passaround Jetbeam RRT-15

virus3

Museums-Kurator
Hallo zusammen,
hier werde ich mal den PA Berichts-Reigen für die Jetbeam RRT-15 eröffnen.

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Ich bin nicht der Typ der sich mit zuviel Technik und Diagrammen beschäftigt bzw. belasten möchte. Deshalb ist so ein PA genau das richtige. Hier kann man anfassen, rumspielen, anhand eigener Maßstäbe vergleichen und entsprechend einstufen.

Zuerst ist mir die kompakte Bauweise, für die versprochene, doch recht hohe Lichtausbeute, aufgefallen.

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Ich habe die Lampe mit 3x CR123 getestet. Andere Bestückungsvarianten waren mir mangels Austattung nicht möglich.
Über diese Varianten und die eventuellen Nachteile hat Zwick2 in seiner Vorstellung berichtet. Link

Schon beim Einlegen der Batterien ist die tadellose Verarbeitung der Gewinde aufgefallen. Auch der Rest des Gehäuses kann sich sehen lassen. Sehr schick.

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Einschalten am Lampenende und dann stufenlose Einstellung per Drehring hinter dem Lampenkopf. Das hat richtig Laune gemacht. Ebenfalls sehr schön gelöst ist der Übergang zum Stroboskoplicht, der mit einem deutlichen Widerstand kenntlich gemacht wurde.
Einzig das Einstellen der niedrigsten Stufe war nicht ganz einfach und bedurfte ein wenig hin und her drehen bis es passte.

Zum Beschreiben des Lichtkegels fehlen mir mal wieder die richtigen Fachbegriffe... :hmpf: Was mir positiv auffiel, war der klar definierte ausgeleuchtete Bereich. Und natürlich wie hell und weitläufig er beleuchtet wurde.
Die Max Einstellung ist definitiv nichts für den Nahbereich, die Blendwirkung, gerade bei hellen Flächen ist sehr hoch. Aber hier kommen die Vorteile des stufenlosen Einstellens zum tragen. Eben noch die Ferne erkundet, dann runtergedreht und die Erkenntnisse bei reduziertem Licht dokumentiert.

Den Clip hätte ich nicht gebraucht, immerhin hindert er die Lampe am wegrollen.

Leider war während meiner Testzeit Vollmond und den Wald überlasse ich dann den Herrn in Grün. So konnte ich nur relativ kurz testen und kann leider keine Beurteilung über die Wärmeentwicklung abgeben. Immerhin ist ein entsprechendes Warnsymbol auf dem Lampenkopf abgebildet.

Von dieser fehlenden Erkenntnis abgesehen, ist die Lampe mit ihrer kompakten Bauweise, der guten Verarbeitung und der (für mich) beeindruckenden Lichtausbeute mit der stufenlos Rumspieltechnik ein Kandidat für die Wunschliste.

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Danke für die Testmöglichkeit. Das hat Spaß gemacht.

Gruß Th.
 

Erzengel

Mitglied
Ich komme jetzt endlich auch dazu, meine Eindrücke zu verschriftlichen.
Das Format der Lampe gefällt mir sehr gut. Wenn man keine zu kleinen Hände hat, liegt sie in der 3*Cr123/2*18500 Konfiguration sehr gut in der Hand, mit Extender ist sie dann doch etwas lang. Mit einem Schalter am Kopfende könnte man sie sehr entspannt führen, aber das geht auch wenn man sie über den Ring auf Standby schaltet. Man muss sie also nicht in der teilweise ermüdenden "taktischen" Überkopfhaltung führen, wie es sich bei den meisten Lampen mit Endkappenschalter aufdrängt. Die Größe Lampe ist nichts mehr für die normale Hosentasche, aber in der Beintasche einer Cargohose oder in einer geräumigeren Jackentasche fühlt sie sich noch sehr wohl. Der Nutzen des Clips erschließt sich mir überhaupt nicht. Eine Lampe mit einem so großen Kopf kann man nicht mehr vernünftig Bezel down in der Jacken- oder Hosentasche einclippen.
Die Gewinde der Lampe sind SEHR leichtgängig. Wenn man prüft ob sich der Selektorring im Maximalanschlag befindet, ist man sehr schnell dabei den Kopf zu lockern. Der Extender (gehört der überhaupt zum normalen Lieferumfang?) war viel grauer anodisiert, anscheinend stammt er noch aus einer älteren Charge.

Der vorstehende Pluspol sollte die Verwendung von Flattop-Akkus ermöglichen, sofern sie auch untereinander ordentlich kontaktieren. Das Batteriekonzept wurde bereits ausführlich kritisert, ich schließe mich hier den Einschätzungen der anderen Tester an, ohne eine vernünftige Schutzschaltung kann man sie nicht intensiv mit Akkus verwenden. Wenn man die Akkulaufzeit ausreizt, treibt man die Akkus in die Schutzabschaltung, was auf Dauer einen sehr hohen Stress für die Akkus bedeutet. Wenn man die Lampe nur wenig nutzt, kann man die Akkuladung rechtzeitig auffrischen und es sollte kein Problem sein. Einen Betrieb mit 3 Cr123 erachte ich nur bei gelegentlicher Nutzung als sinnvoll. Ein Paar Akkus sollte sich nach vier bis sechs Ladezyklen amortisiert haben. Vielnutzer sollten hier entweder zu einer kompakteren Lampe mit 1*18650 oder einer Lampe mit Schutzschaltung bei zwei LiIon greifen (gibt es da überhaupt viele Alternativen?). Ich habe leider weder batterierohr noch Luxmeter, um den Betrieb mit 1*18650 zu testen. Laut einem Eintrag im CPF scheint es zufunktionieren, aber es wurden keine vergleichenden Helligkeitsmessungen durchgeführt.

Als gebürtiges Landei gefällt mir das Beamprofil, als langjähriger Stadtbewohner bin ich jedoch mehr auf den Nahbereich fokussiert und bevorzuge noch floodigere Lampen. Man kann mit dieser Lampe ein Fußballfeld halbwegs ausleuchten, ohne dass man dabei einen Tunnelblick hat. Wer eine halbwegs kompakte und leichte Lampe sucht um nachts mal eine Wiese abzusuchen, welche gleichzeitig im Nahbereich genutzt werden kann, sollte mit der RRT-15 glücklich werden.
Der Selektorring ist etwas straffer als bei meiner RRT-0 S2 und der Drehweg ist mit ca. 135° angenehm dimensioniert. Da sich kurz vor Maximum nichts mehr ändert, kann man schon mit mittelgroßen Händen (Handschuhgröße 9½) faktisch den gesamten Regelungsbereich ohne Umgreifen abdecken. Der Low-Wert ist in Ordnung, man kann auch mal eine Landkarte oder einen Notizzettel lesen ohne danach blind zu sein. Ein Super-Low erwarte ich bei einer Lampe dieses Formats nicht, es würde mit dem Selektorring sowieso keine nennenswerte Laufzeitverlängerung bringen.

Fazit: eine sehr schöne lampe, aber das Batteriekonzept sollte noch einmal überdacht werden.
Hat mir Spaß gemacht, die Lampe testen zu dürfen und ich bedanke mich für die Testgelegenheit.
 

Raoul Duke

Mitglied
Auf die Jetbeam RRT-15 war ich vor allem wegen der Größe gespannt. Von den Bildern her hätte ich ein relativ großes unhandliches Teil erwartet, gerade weil drei CR123-Batterien in einer Lampe doch eher ungewöhnlich sind.
Die vergleichsweise riesige Verpackungsschachtel hat dann aber doch eine sehr gefällige Lampe zum Vorschein gebracht. Der Kopf ist bei weitem nicht so riesig wie ich mir das vorgestellt hatte. Mal wieder ein Beweis dafür, dass man so etwas nicht gut durch Bilder allein beurteilen kann.
Natürlich ist es nicht die typische EDC-Lampe, aber dafür sind mir auch Lampen mit zwei CR123 bzw. einem 18650er Akku schon zu groß.

Die RRT-15 ist hervorragend verarbeitet, da gibt’s von meiner Seite absolut nichts zu meckern. Lässt man den Arm entspannt runterhängen und hat die Lampe so, dass der Zeigefinger auf dem Drehring ruht, ist sie dafür perfekt ausbalanciert. Die Bedienung ist so getragen auch nur mit dem Zeigefinger möglich, aber natürlich noch etwas entspannter wenn man den Daumen zu Hilfe nimmt. Die Drehung von 0 auf volle Power ist so kein Problem. Die Abgrenzung zu Strobe ist mir deutlich genug, allerdings trotzdem nervig.
Wenn’s denn sein muss, hätte man Strobe auch anders im UI unterbringen können. Naja, bei einer „taktischen“ Lampe scheint’s irgendwie dazu zu gehören. :rolleyes:
Immerhin ist das so besser gelöst, als käme Strobe erst nach der höchsten Stufe, das wäre noch nerviger. So kann man beruhigt aufdrehen und sicher sein, dass man am Anschlag bzw. schon etwas früher sogar die volle Lichtausbeute hat.

Den mitgelieferten Clip finde ich sehr praktisch. So kann man die Lampe beispielsweise in die Beintasche einer Cargohose, an den Hüftgurt des Rucksacks oder auch in den Ausschnitt des Pullovers clippen und sie ist jederzeit griffbereit. Ein Holster ist nicht dabei, durch den Clip wäre es für mich aber ohnehin unnötig.

Da sind wir auch schon beim Anwendungsbereich so einer Taschenlampe. Das niedrigste Low ist über den Drehring in der Tat schwer zu finden. Stört mich aber überhaupt nicht, da ich eine Taschenlampe deren Kopf auf bessere Reichweite ausgelegt ist und die mit drei CR123 betrieben wird, eher nicht dabei hab um möglichst dunkel damit unterwegs zu sein.
Für niedriges Low mit langer Laufzeit gibt es auch sicher bessere Lampen. Ich hatte die RRT-15 auf einer Nachtwanderung am Rucksack. Auf volle Leistung aufgedreht und über die Tailcap ausgeschaltet. Ab und an dann mal den Weg voraus geleuchtet mit einem breiten Grinsen im Gesicht. :D

Der Beam gefällt mir ausgesprochen gut! Ordentliche Reichweite und genügend Umgebungslicht – für mich perfekt aufeinander abgestimmt. Wenn der Preis dafür ein etwas größerer Kopf ist, dann nehm ich das gerne in Kauf. Auch die Leistung ist durchaus beachtlich. Annähernd 500 Lumen sind mehr als genug im dunklen Wald, gerade wenn sie mit einem so schönen Beam daher kommen.

Insgesamt hat mich die Lampe schwer begeistert. So eine fehlt mir noch als Zwischenlösung zur Fenix P2D und der Eagletac M3C4. Wesentlich mehr Leistung als die Fenix und deutlich kompaktere und vor allem leichtere Bauweise als die Eagletac. :super:

Vielen Dank für die Möglichkeit die Jetbeam RRT-15 testen zu können!
 

flecko

Mitglied
So hier nun mal meine Eindrücke der RRT 15. Ich habe die Nitecore IFE2 und JB RRT0 als Drehringlampe und bin von dem Konzept als Normaluser sehr begeistert.

Verarbeitung + Haptik:
Die Verarbeitung ist ohne Makel, die Gewinde laufen sauber und die Anodisierung ist gleichmäßig. Der Bezelring sitzt gerade (nicht so schief wie auf meiner RRT0).
Die Haptik ist angenehm, man hat was in der Hand, das Gewicht stimmt auch für die Größe.

Bedienung:
Das Einschalten geht wie gewohnt an der Tailcap. Der Druckpunkt ist nicht perfekt aber auch nicht schwammig, vielleicht kommt es dadurch, dass mein Daumen genau in die Aussparungen passen muss um sicher einzuschalten. Dies lässt aber auch den Tailstand zu.
Der Drehring läuft mit angenehmem Widerstand. Der Ring lässt sich am einfachsten mit dem Daumen + Zeigefinger drehen. Dreht man nach rechts, wird es heller, nach links über die Nullstellung hinaus geht der unvermeidliche Strobe an. Der Widerstand ist aber so gewählt, dass ich nie das Gefühl hatte über die Nullstellung unbeabsichtigt nach links zu drehen.

Transport:
Sie ist groß, zu mindestens größer als alles was ich sonst mit mir rumschleppe. Ich sehe sie als stationäre Lampe für Haus und Auto.
Eine Tasche wurde nicht mitgeliefert, dafür ein Clip der ansteckbar ist und eine Lanyard. Die Lanyard ist ausreichend aber ich hätte sie gerne etwas robuster und länger gesehen. Für die Größe hätte ich das Surefire Prinzip gewählt.

Der Clip wird angesteckt und macht keinen vertrauenswürdigen Eindruck. Ich finde die Lampe zu schwer und groß für einen nur gesteckten Clip. Ich konnte die Lampe mit Clip am Gürtel befestigt einfach abziehen – sicher ist was anderes. Ach ja und der Clip verhindert auch nicht das wegrollen auf einer leicht schrägen Oberfläche.

Energieversorgung:
Mangels passender Akkus habe ich sie mit CR123 betrieben, was ohne Probleme funktionierte. Das sie auch andere Größen schluckt, macht sie universell.

Licht:
Der erste Eindruck beim Einschalten war – Naja, bisserl heller könnte sie bei der Größe schon sein. Ja sie macht hell und das nicht zu knapp aber irgendwie hatte ich auf mehr gehofft. Sie hat einen hellen Spot und genügend Sidespill, ich finde den Übergang vom Spot zum Spill etwas hart, wenn die Distanz unter 10 Metern liegt.

Die Möglichkeiten die der Drehring bietet werden nicht ausgenützt. Beim Drehen passiert erst nichts und dann springt sie an, nach 2/3 ist dann die volle Helligkeit erreicht. Dreht man die den Ring zurück wird sie dunkler als beim ersten anspringen.

Die feine Regelung einer IFE2 oder RRT0 besitzt sie nicht.

Pro:

• Viel Licht
• Drehregelung ist idiotensicher
• Keine Klickorgien nötig
• Bedienung intuitiv
• Sehr gute Verarbeitung
• Guter Spot
• Gute Laufzeit

Contra:

• Drehregelung nicht perfekt
• Strobe
• Schwacher Clip

Fazit:
Sie ist in Ordnung, nicht berauschend aber für das Auto/Hof oder das Wohnmobil halte ich sie für gut. Die RRT 15 macht nichts verkehrt aber sie ist auch nicht überragend. Sie macht hell und leuchtet ausreichend in die Ferne. Ich sehe sie als Lampe die Distanzen zwischen 15 und 40 Meter abdeckt. Die Bedienung ist schnell gelernt und idiotensicher. Wer eine Lampe sucht, die einfach zu bedienen ist, viel Licht macht und größere Flächen ausleuchten möchte sollte zuschlagen. Ein guter Allrounder, der mir persönlich nicht sexy genug ist um 139€ zu zahlen.
Meines Erachtens sollte entweder eine lange Lanyard für den Hals oder einen soliden Clip mitgeliefert werden.

Anbei noch ein Bild als Größenvergleich mit einer SF M3

Meinen Dank geht an den Spender der Lampe und an Pitter für die Organisation.
 

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