Taugt dieser Stahl was?

Mariu.S.

Mitglied
Guten Morgen!

Ich kann Momentan an folgenden Stahl kostenlos rankommen:

Cr ----- Ni ----- C ----- Si ---- Mn ---- S ----- P ---- Mo

20,0 -- 12,5 -- 0,62 -- 1,75 -- 1,05 -- 0,26 -- 0,054 -- 0,32

20,6 -- 13,5 -- 0,50 -- 1,95 -- 1,40 -- 0,33 -- 0,056 -- 0,12

(Da stehen 2 Analysen drinne, sind 2 verschiedene Firmen). Kann mir bitte jemand sagen, ob sich etwas mit diesem Stahl anfangen lässt?
Müssen nicht unbedingt Messer werden, auch versch. Werkzeuge, die sich daraus fertigen lassen interessieren mich ;)

Vielen Dank, Mariu.s.

P.S: Die Werkstoffbezeichnung lautet "GX 55CrNi19-13". Habe schon gegooglet und nichts gefunden.
 

AchimW

Mitglied
Also erstens sollte das bei 20 % Chrom und 13 % Nickel ein austenitischer Stahl sein. Mithin nicht härtbar. Was zuerst etwas verwirrt ist der relativ hohe Kohlenstoffgehalt.

Aufklärung schafft dann schnell das "G" in der DIN-Bezeichnung. Es handelt sich um Stahlguss, würde mal auf hitzebeständigen Stahlguss tippen.

Für Klingen und Werkzeuge ungeeignet, aber tolle Grillroste lassen sich daraus bestimmt gießen.

Hier eine Liste, in der sich massig ähnliche Legierungen finden:

http://www.geweke.de/de/w1.html
 

Mariu.S.

Mitglied
Hi Achim!

Vielen Dank für die Info! Der Stahl ist sehr warmfest, könnte er deswegen vielleicht für Aufdornwerkzeuge geeignet sein? Oder ist das doch ungeeignet weil er nicht härtbar ist? Und kannst du mir bitte nochmal erklären wieso der Stahl trotz des hohen C-Gehalts nicht härtbar ist? Liegt das am Nickel oder am Chrom?

Sorry für die vielen Fragen :hmpf:
 

Xerxes

Mitglied
Hi mariu,

mit 0,2-0,3% Schwefel könnte es wohl eine Art Automatenstahl sein, jedenfalls ein Stahl für die Zerspanung. Sollte der Stahl doch härtbar sein (wie Achim schon gesagt hat eher unwahrscheinlich), wäree er trotzdem extrem spröde und brüchig. Für Klingen sicherlich nicht geeignet...

Und kannst du mir bitte nochmal erklären wieso der Stahl trotz des hohen C-Gehalts nicht härtbar ist? Liegt das am Nickel oder am Chrom?

Chrom und Nickel ab einer gewissen Konzentrationen verschieben die Umwandlungspunkte, so dass diese Stähle bei Raumtemperatur noch ein austenitisches Gefüge aufweisen, was bei "reinen" Kohlenstoffstählen ja erst bei Temperaturen über 723 Grad auftritt. Wo Austenit ist, ist kein Martensit (Restaustenit mal weggelassen) und somit kein Härtegefüge...

Gruß Jannis
 

haasi

Mitglied
So isset. Nur noch zur Ergänzung: Manche Metalle erweitern das Austenitgebiet (der Herr "NiCCoM(a)nN"), andere das Ferritgebiet ("CrAlTiTaSiMoVW"). -Ich möchte zwar weder so noch so heißen, aber als Eselsbrücke taugt es.
Allerdings sind die Metalle unterschiedlich wirksam. -Darum ist ja der landläufige V2A mit 18 Cr und "nur" 8 oder 10 Ni dennoch ein Austenit.

Gruß,
Daniel

Ach so: Der hier...
http://www.metallograf.de/start.htm?/werkstoffkartei/4828/4828.htm
ist anscheinend auch nicht härtbar und nicht soo weit weg
 
Zuletzt bearbeitet:

herbert

MF Ehrenmitglied
haasi, das ist ne tolle Eselsbrücke. mannomann.
Danke.
ansonsten ist es mit dem Stahl so, wie oben beschrieben.
 

Mariu.S.

Mitglied
Danke an alle, dass ihr euch die Mühe gemacht habt mal reinzuschauen und mir das zu erklären :)
Dann brauch ich den wohl nicht mehr.