Swamp Rat Pauls Ratchet

Schleifalot

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Letzten Herbst ist mein Pauls Ratchet angekommen. Es ist ein kleines Beil mit einem Respirene C Griff, einem sehr rutschsicheren Gummi. Das Ratchet ist der günstigere Bruder des Pauls Hatchet von Busse.
Das Klingenmaterial ist SR-101, das dürfte Stahl ähnlich underem 100Cr6 mit firmeneigenem Härteverfahren sein. Das Blatt ist pulverbeschichtet in der bekannten Busse- und Swamp Rat Manier. Die Schärfe war fabrikneu fast Rasiermesser scharf, das heisst mit etwas höherem Druck hat es gerade noch rasiert. Bei dem relativ dicken balligen Schliff durchaus zufriedenstellend.
Leider konnte ich die Ratte noch nicht richtig hart rannehmen :hehe: , aber ein paar Versuche gabs schon.
Zu Beginn hab ich einen grünen Buchenstamm mit ca. 15 cm Dicke abgehackt. Das dauerte erstaunlicherweise nur ein zwei bis drei Minuten, etwas weniger als mit meinem Steel Heart. Dann hab ich noch etwas Holz gespalten und Äste abgehackt. Das Ganze ging sehr zügig und komfortabel von statten.
Um besser Hacken zu können habe ich in die Riemenöse eine kurze Schlaufe aus Paracord geknotet. Sie ist gerade so groß, daß ich bequem zwei Finger rein bringe. Damit kann man den Griff hinten mit Zeige- und Ringfinger greifen. Da Ring- und kleiner Finger in der Schlaufe sind, kann der Griff nicht wegrutschen.
Hinterher rasierte die Klinge nicht mehr, hatte aber noch gute Gebrauchsschärfe (ich weis, das liegt im persönlichen Empfinden). Jetzt kommt der grosse Vorteil von Busse/Swamp Rat: Mit ein paar Zügen über den Streichriemen mit Polierpaste ist die Schneide wieder super scharf :super:
Gestern kam der andere Test. Ich war zum Essen eingeladen, und durfte chinesisch kochen. ;) Das war eine gute Gelegenheit um mein Ratchet in der Küche zu testen.
Fleisch schneiden, Lauch hacken, Paprika und Zuchini häckseln war kein Problem. Trotz der dicken Klinge ging es zügig und ohne Patzer voran. Die einzige Herausvorderung waren frische Champignons von Aldi. Dazu war die Klinge zu dick, aber immer noch besser als die stumpfen Küchenmesser vor Ort:rolleyes:
Ein Nachteil des Stahles: beim Schneiden von Limetten bildete sich nach ein paar Minuten eine dunkle Patina an der Schneide durch die Fruchtsäuren. Wenn man die Klinge sofort wäscht ist es kein Problem, aber die feine Schneide degeneriert dadurch schnell.
Wiederum ist die Patina mit ein paar Zügen über den Streichriemen weg und die Schneide wieder scharf.
Das Pauls Ratchet ist kein Ersatz für ein Beil oder ein Küchenmesser, aber es ist ein sehr vielseitiges Werkzeug. Normalerweise nehme ich lieber mein Steel Heart mit, aber das Ratchet ist dort besser wo es auf political correctness ankommt. Das soll heissen, wo man mit ignoranten Weltverbesserern Probleme bekommt, wenn man ein Messer benutzt. :glgl:
Grüße, Hans
PS: Bitte startet mit dem Beitrag nicht wieder einen sinnlosen Streit ala: mein Messer ist aber besser als Deins.
Ich hab es schon mal geschrieben: Alles Geschmachsache sagt der Affe und beisst in die Seife. :steirer:
 

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HeroHamster

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Schöner Beitrag, konnte ihn leider nur überfliegen - lese ich demnächst mal in Ruhe.
Bleibt die Beschichtung denn auf der Klinge drauf?
Bei meiner Heulratte ist vorne etwas abgeplatz, muss wohl vom in die Scheide stecken bzw. rauszeiehen gekommen sein. Nicht vom harten Gebrauch.

thorsten
 

Tierlieb

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Sag mal, Schleifalot, wofür würdest Du das Ratchet empfehlen? Als Haumesser-Alternative? Als Küchenwerkzeug ;-)? Oder wirklich nur als politisch korrekte Alternative mit den üblichen Mehrzweckwerkzeug-Nachteilen?

MfG, Tierlieb
*der das Ding so häßlich findet, daß es irgendeinen Zweck wohl genial erfüllen muß*
 

Schleifalot

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Sorry für die verspätete Antwort, ich war beim Schifahren:p
@ Hamster, die Beschichtung hält bis jetzt sehr gut, sie wird vom Gebrauch zuerst glatt und dann kommt irgendwann der blanke Stahl durch.

@ Tierlieb: Als Campingbeil, oder was Dir sonst einfällt :hehe:
Ist halt ein Spielzeug für Erwachsene