Survivalbuschi

less

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Hallo Mitforumiaten,
ich habe lange überlegt ob ich das hier zeigen soll. Schön ist es nun wirklich nicht geworden, aber die Konstruktion ist neu, deshalb zeige ich es doch.
Ich denke schon lange über ein brauchbares Messer mit Hohlgriff nach, das wenigstens im Ansatz ein gutes Arbeitsmesser sein soll und möglichst auch etwas sozialverträglich.
Die Hohlgriffidee gefiel mir schon immer gut, leider habe ich keine passende Umsetzung gefunden. Es sollte sehr schneidfreudig sein und stabil, ohne Parierelement, ohne „Rundgriff“, mit erträglichem Gewicht und mit großem Griff für alle Arbeiten.
Das kam heraus:
Klinge aus 1.2842, doppelt differenziell gehärtet
119 mm lang
5,5 mm stark
40 mm hoch
Flach auf fast ganz 0 ausgeschliffen
Ursprünglich sollte die Klinge aus 1.3505 werden, da habe ich aber die WB versemmelt.
Diese Klinge wurde dann sehr sorgfältig wärmebehandelt und ausführlich getestet.
Die feine Schneide hat einige Macken abbekommen beim Stahlseildurchhacken, die Optik ist zwar ruiniert, aber mein Vertrauen in die Klinge jetzt sehr hoch.
Im Ganzen ist das Messer etwa so elegant wie ein Schweinerüssel, führt sich aber gut wenn man große Griffe mag.


cimg0044n.jpg


cimg0021lz.jpg


cimg0015ud.jpg


Ich werde es die nächste Zeit benutzen um zu sehen ob sich eine Scheide zu machen lohnt.
Danke fürs Schauen!

less
 

goldmull

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Hallo, dass ist doch ein interessantes Messer geworden, die Klingenform und Geometrie ist für den Zweck doch ideal. Ich habe das Teil ja nicht vor mir, aber eventuell egalisieren sich die Macken wenn das Messer ein paar mal geschliffen wurde und so ein Test ist immer richtig, aber ob Du dabei gleich so brutal sein musst?
 

sepp

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Also mir gefällt es auch gut,gutes Tool zum graben ,hacken ,schneiden.
Wie und aus was ist denn der Griff gemacht würde mich noch interessieren ??
 

tueri

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Hi,

hübsch hässliches Messer mit Notgroschen im Schraubdeckel ;) :super:...
Aus was besteht den der "Griffüberzug"?

Grüße,
Holger
 

less

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Hallo Leute,
da bin ich ja froh, dass ich kein Bilderverbot bekommen habe wegen diesem Messer.
Der Griff ist über einem Wachskörper aus Hanf mit Epoxidharz gewickelt worden. Dann das Wachs herausgeschmolzen und gefeilt/geschliffen.
Das Hanf ist sehr fest und zäh, aber zu bearbeiten ist das Ganze wirklich schrecklich.Jeder der schon mal ein Hanfseil befeilt hat weiß wovon ich rede...
Als Deckschicht habe ich Reste von Ebenholz in einer alten Kaffeemühle zermahlen und mit Epoxidharz vermischt auf den Griff aufgetragen.Dann gefeilt, dann nochmal... dann nochmal...
Es ist eben ein Prototyp.
Aber ich werde wohl noch mehr machen.
Mit 1.3505 und einigen Erfahrungen mehr...
Danke für die ermutigenden Kommentare, neue Sachen auszuprobieren kostet Nerven und Zeit, aber macht auch Spaß!

less
 
Hi,
das Konzept gefällt mir sehr gut ( schön grobschlächtig und stabil ).
Die Ideen mit dem Epoxy auf Hanfseil und dem Ebenholz in der Kaffeemühle sind mir völlig neu aber absolut top !!!
Weiter so !
Grüße aus MA
 

Headshrinker

Premium Mitglied
Ich find´s geil! Das Messer wie die Beschreibung. :super:
Klar könnte man an der Optik noch feilen :)glgl:), aber Schönheitspreise gibtet keine und Schweinerüssel sind hocheffektive Werkzeuge.
Gute Idee auf jeden Fall!

Dieses, ich sag mal, Stück Gewindestange, ist das angeschweißt? Hast du die Griffkonstruktion auch getestet oder hauptsächlich die Klinge?
Der Griff dient der Unterbringung eines Röhrchens? Als Speerspitze würd es bestimmt auch gut aussehen.
Wenn du die Kappe hinten aufschraubst, übst du dann Druck auf den Hohlgriff aus, vorne wo er auf das Ricasso trifft?
 

less

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Hallo Messerfreunde,
ich freu mich das es doch einigen gefällt!
Das Rohrendstück ist einfaches 3/4 Zoll Wasserrohr, das nehme ich bei Hohlgriffmessern immer: stabil, weil einfacher Stahl, billig, austauschbare Kappen und grobes Gewinde (bei Sand und Dreck klemmt nichts...).
Das Endstück ist mit Silberlot (hart) verlötet, mit ziemlich viel Fläche und durch passende Nuten auch Formschlüssig.Das hält.Test war aber nur das übliche Geklopfe mit dem Hammer nach Abkühlen ob die Lötung etwas geworden ist.
Der Schraubdeckel "drückt" nicht auf das Epoxidlaminat, sondern auf das Rohrstück (über die Dichtung). Die Idee war ja zur Not hinten auf den Knauf klopfen zu können (Holzprügel) zum Bäume fällen etc.
Wobei hier meistens die Kettensäge praktischer ist.
Ich wollte mal die Kriterien von Kochanski für ein Messer umsetzen und dabei noch die Sachen mitzuberücksichtigen, die mir wichtig sind.Und einen Hohlgriff.

http://en.wikipedia.org/wiki/Mors_Kochanski



Ich habe schon ein neues in Planung, das sollte etwas "hübscher" werden.
Grüße aus Heidelberg!
less
 

pocke210

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Sehr interessant! Aber sag mal, ist der Griff"überzug" (von vorn über die Klinge geschoben und) festgeklebt? Oder ist der abnehmbar? Und hält der richtig was aus? Die ganze Griff"schalen"sache ist mir noch nicht so ganz klar. Ein paar mehr Fotos wären toll!
 

less

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Hallo pocke210,
nein der Griff ist nicht darübergeschoben, sondern auf dem "Messerskelett" gewickelt und laminiert worden. Der Griff ist hohl, weil er über einem Wachskörper geformt wurde (direkt am Messer).
Der Griff macht einen ziemlich stabilen Eindruck, die Wanddicke ist etwa 5mm. Zusammen mit den gewickelten Fasern reicht das schon aus. Das nächste Messer dieser Art wird von der Wandstärke her etwas dünner, das war hier wirklich etwas zu viel des Guten! Sollte der Griff trotzdem versagen ist das "Skelett" trotzdem noch brauchbar. Die "Erle" an den Griffseiten sind sehr großzügig dimensioniert.
Ich wollte das so machen um ein Abbrechen möglichst zu erschweren.


Bilder vom Entstehungsprozess habe ich keine mehr.
Ich bin gerade an der Nummer zwei, hier mache ich dann mehr Bilder und (wenn die WB hoffentlich gut klappt) stelle das dann auch hier rein.
Grüße aus Heidelberg!
less